Großer Mut zu kleinen Unterschieden
Anja Karlizcek will den Hochschulpakt nicht dynamisieren. Jetzt müssen die Landeswissenschaftsminister kreativ kontern.

Innenansicht der Fakultät für Mathematik und Informatik (FMI) der TU München in Garching. TobiasK: " MI-Gebäude der TU München Magistrale2.JPG ", CC BY-SA 4.0
ANJA KARLICZEK SAGTE neulich, dass sie und ihr ebenfalls neuer Staatssekretär Michael Meister bis vor kurzem Finanzpolitiker waren, sei "gut fürs Thema, gerade jetzt. Finanzpolitiker achten genau darauf, dass das vorhandene Geld effizient ausgegeben wird."
"Gerade jetzt" soll heißen: in Zeiten, die keine exorbitanten Sprünge mehr bei den Forschungsbudgets erhoffen lassen. Auch das mit dem effizienten Geldausgeben darf man als Ansage verstehen. "Besonders in der Wissenschaft", sagt Karliczek, "wird es in den kommenden Jahren nicht in erster Linie um zusätzliches Geld gehen, sondern um die Frage, ob die Schwerpunkte noch die richtigen sind."
All jene Landeswissenschaftsminister, die nach Karliczeks überraschender Nominierung für das Amt der Bundesforschungsministerin hinter vorgehaltener Hand noch etwas von "Leichtgewicht" flüsterten, dürften spätestens nach diesen Sätzen verstummt sein. So verbindlich Karliczek auftritt, so hart geht sie in die Verhandlungen mit den Ländern um die Zukunft der Wissenschaftsfinanzierung. Dass ausgerechnet die Hochschulen als erstes die Folgen zu spüren bekommen könnten, irritiert da allerdings.
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