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In spite of #MeToo – Plädoyer für eine wertvolle akademische Tradition

Warum die Beziehung zwischen Doktorvater, Doktormutter und Doktorand doch eine wundervolle Sache sein kann. Von Jeffrey Peck.

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Artikelbild: In spite of #MeToo – Plädoyer für eine wertvolle akademische Tradition

WIE ALLE UNIPROFESSOREN kenne ich beide Perspektiven. Die des Betreuers, viele Male, über viele Jahre hinweg, und – noch prägender – die des Betreuten. Von meinem eigenen deutschen Doktorvater an einem German Department einer amerikanischen Universität in den 70er und 80er Jahren habe ich gelernt, wie positiv beeinflussend, ja transformativ und bedeutungsvoll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern unterschiedlichen Alters sein kann. Eine Zusammenarbeit, die einem sich oft über Jahre erstreckenden Prozess gleicht, der nicht nur die Erarbeitung der Dissertation in enger Begleitung bedeutet, sondern, zumindest bei mir, prägend war für meine intellektuelle Entwicklung und meine gesamte akademische Karriere.

Doch besonders nach dem jüngsten Skandal am German Department der New York University, wo ausnahmsweise ein männlicher Doktorand seine Doktormutter der sexuellen Belästigung beschuldigt hat, muss auch ich einräumen: Womöglich lässt sich diese aus meiner Sicht schöne und wertvolle deutsche akademische Tradition von integrer und gewissenhafter Betreuung in ihrer bisherigen Form nicht halten. Und wenn ich ehrlich bin, konnte auch ich in meinem Umfeld im Laufe der Jahre etliche Fälle beobachten, bei denen ich ...

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Kommentare

#3 -

McFischer | Di., 18.09.2018 - 16:56
Schöner Beitrag - aber er erntet meinen - fast - völligen Widerspruch.

Vielleicht zuerst die Einschränkung: Ja, eine gute Promotionsbetreuung kann eine wertvolle Erfahrung für beide Seiten werden, kann eine immer noch wertvolle Initiierung in die 'höhere akademische Welt' sein (sozusagen eine 'rite de passage' vom Studierenden zum/zur Wissenschaftler/in).

Aber...

Erstens: Die Beziehung ist eben keine, die auch nur annähernd mit einer zwischen Eltern und Kindern gleichzusetzen ist oder auch nur gleichgesetzt werden sollte! Kinder sind gewissermaßen unmündig, müssen dann über lange Zeit betreut, erzogen, begleitet werden. Doktoranden sind dies nicht! Sie haben im Studium wissenschaftliches Arbeiten gelernt; sie sind ...

#4 -

Edith Riedel | Fr., 21.09.2018 - 11:44
@tmg: Ich stimme Ihnen zu - es sind Allgemeinplätze und es wird noch nicht mal der Name der Person genannt, die an der NYU sich so unschön produziert hat. Dennoch beachtenswert, dass das Thema hier überhaupt auftaucht. In den amerikanischen (Hochschul)medien ist es viel präsenter.

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