Was die Kultusminister heute beschließen wollen
Die Abiturbestenquote beim Medizin-NC steigt womöglich auf 30 Prozent, die neue Lehrerbedarfsprognose enthüllt eine enorme Lücke vor allem im Osten, und beim Digitalpakt herrscht überwiegend Einigkeit: ein Überblick.

DIE KULTUSMINISTER TREFFEN sich heute zu ihrer Oktobersitzung, und auch wenn nur ein Teil der Ergebnisse im Anschluss veröffentlicht werden soll: Die heute anstehenden Entscheidungen werden für viele Betroffene lang anhaltende Folgen haben. Es geht um weitere Weichenstellungen bei der Neuregelung der Medizin-Studienplatzvergabe, um eine neue Prognose des Lehrerbedarfs bis 2030, um die Demokratieerziehung und um Hilfen für Schulen in benachteiligten Stadtteilen. Auch über sich selbst will die Kultusministerkonferenz reden, genauer: über die Frage, wie es mit der Anfang des Jahres versprochenen grundlegenden Reform des Gremiums weitergeht. Und dann ist noch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zu Gast, um die letzten offenen Verhandlungsfragen beim Digitalpakt abzuräumen. Ein Überblick.
Medizin-NC: Womöglich bald 30 Prozent Abiturbestenquote, aber es gibt noch Diskussionen dazu
Das Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) will heute Abend eigentlich per Pressemitteilung verkünden: Die im Juni offiziell verabschiedeten, zunächst noch sehr groben Eckpunkte zur NC-Neuregelung in den Medizin-Studiengängen sind jetzt im Detail ausverhandelt. Womöglich wird die Erfolgsmeldung jedoch noch einmal verschoben.
Worum es geht: Die Abiturbestenquote, nach der (nach Abzug der Vorabquoten) bislang 20 Prozent der Studienplätze vergeben wurden, soll künftig wohl auf 30 Prozent steigen. Allerdings gibt es offenbar zwei Länder, die mit dem neuen Zuschnitt der Quote (noch) nicht einverstanden sind.
Zweitens: Da gleichzeitig das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) wie bislang 60 Prozent umfassen soll, bliebe für die neu geplante Talentquote nur noch ein Umfang von 10 Prozent übrig. Womöglich ist das ja der Grund für die Bedenken aus den beiden Ländern. Übrigens soll die Talentquote nicht mehr so heißen, man hat sich auf die neue Bezeichnung "Erfahrungsquote" verständigt, um nicht den Eindruck zu erwecken, hier gehe es irgendwie um Genietum. Im Vordergrund bei dieser Quote soll stehen, welche anderen, nicht durch seine Abiturnoten ausgedrückten Qualifikationen ein Studienbewerber in seinem bisherigen Leben erworben hat.
Eine dritte Neuigkeit wird vor allem die langjährigen Bewerber freuen: Es wird wohl eine ...
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