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Die Ministerpräsidenten der Länder fordern von Bundesforschungsministerin Karliczek überraschend mehr Geld für die Exzellenzstrategie – als Konsequenz aus der hochgetriebenen Clusterzahl.

DIESE ANSAGE DÜRFTE Anja Karliczek auf dem falschen Fuß erwischen. Die Ministerpräsidenten der Länder haben bei ihrer Jahreskonferenz in Hamburg Konsequenzen aus der Exzellenzcluster-Entscheidung von Ende September gefordert. Unter "TOP 14.5 Exzellenzstrategie" beschlossen sie am Freitag: Die Regierungschefs erwarteten, "dass im Hinblick auf die Ergebnisse des Auswahlverfahrens... die Gesamthöhe der Fördersumme entsprechend der größeren Anzahl der geförderten Cluster erhöht wird." Konkret läuft ihre Forderung auf eine massive Aufstockung um bis zu 135 Millionen Euro pro Jahr hinaus – wovon der Bund ihrer Meinung nach das meiste zahlen soll.

Wie berichtet war der Ärger besonders unter den SPD-regierten Wissenschaftsministern groß über das Abstimmungsergebnis in der sogenannten Exzellenzkommission. Bundesforschungsministerin Karliczek (CDU) hatte am 27. September alle Stimmen des Bundes eingesetzt, um die Zahl der geförderten Cluster hochzudrücken. Von einer "Kampfabstimmung" sprachen sozialdemokratische Bildungspolitiker im Anschluss, manche witterten gar eine unangemessene Politisierung des wissenschaftsgeleiteten Verfahrens.

Ganz so schwarz-weiß war es allerdings nicht: Auch viele Wissenschaftler stimmten in der Kommission dafür, 11 der 12 mit "gelb" bewerteten Cluster in die Förderung zu nehmen – so dass am Ende 57 ...

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Kommentare

#1 -

Carl Wechselberg | Fr., 26.10.2018 - 19:22
Soll angesichts dieser Entscheidungen zu den Clustern nochmal jemand über wissenschaftliche Exzellenzkriterien und die Neuausrichtung der Initiative reden - als das Ergebnis der Begutachtung für die CDU-geführten Länder nicht passte, hat man umstandslos alle eigenen Maßstäbe in die Tonne getreten und machtpolitisch durchgestimmt. Auf die Eigeninteressen eines Teils der Wissenschaftsbank war Verlass. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert. Was hatte Frau Karliczek ansonsten nochmal mit Wissenschaft zu tun? Genau. Das kann ja heiter werden mit der Entscheidung zu den Exzellenzuniversitäten-/verbünden.

#2 -

Edith Riedel | Sa., 27.10.2018 - 10:16
Der Verweis von Frau Karliczek auf die Kürzungen der letzten Runde zieht nicht.

1) Diese Kürzungen wurden von den Fachgutachtergremien für jedes einzelne Cluster individuell beschlossen, nicht pauschal politisch verordnet. Insofern folgten die Kürzungen ganz stringent dem Förderkriterium der Angemessenheit der Mittelbeantragung und eben nicht dem politischen Wunsch, mehr Cluster in die Förderung zu nehmen.

2) Es wäre gewiss interessant und aufschlussreich zu überprüfen, inwiefern die Höhe der Kürzungen sich auf den Erfolg der einzelnen gekürzten Cluster aus der Exzellenzinitiative II in der Exzellenzstrategie ausgewirkt hat - sind vielleicht gerade die Cluster, die massive Kürzungen erfahren haben, in der aktuellen ...

#3 -

Dr. Pipa | Di., 30.10.2018 - 01:00
"[...]Kompensation dafür, dass pro Cluster gut ein Viertel weniger Geld da ist als ursprünglich gedacht [...]"

Mathematisch kann ich das einfach nicht nachvollziehen ... es stehen 385 Mio € / Jahr zur Verfügung, d.h. durchschnittlich

- bei 45 Förderungen 8,56 Mio €

- bei 50 Förderungen 7,70 Mio €

- bei 57 Förderungen 6,75 Mio €

Wenn man 45 Förderungen als Basis nähme, wären es 21% weniger (also gerundet 20% bzw ein Fünftel), aber da man gemäß den Vorgaben sowieso von bis zu 50 Förderungen ausgehen müsste, wären es dann nur noch 12,5% und insofern ein Achtel weniger.

Natürlich immer ...

#4 -

Edith Riedel | Fr., 02.11.2018 - 11:12
Dr. Pipa: mathematisch nicht nachzuvollziehen, jedoch Realität. Die Förderung von mehr Clustern als geplant scheint nur der eine Grund für die Kürzungen zu sein. Den anderen kann ich mir nur so erklären, dass die festgesetzte Fördersumme zu niedrig angesetzt war. Zwischen 3 und 10 Millionen pro Jahr war die Spanne, mit der pro Cluster gerechnet wurde. Es scheint, dass von den zur Förderung ausgewählten Clustern dann doch erheblich mehr Richtung 10 Millionen gingen als kalkuliert.

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