Krisenopfer Bildungsföderalismus
Endlich war die KMK dabei, den Neuanfang zu wagen – doch Corona stellt das beschworene Miteinander in der bundesweiten Schulpolitik auf schmerzhafte Weise in Frage.

Foto: Dirk Singscheidt / wiki - CC BY-SA 4.0 .
ZU DEN LEIDTRAGENDEN DES CORONAVIRUS zählt, soweit ist schon absehbar, auch der Föderalismus. Auf europäischer Ebene, wie sich in den vergangenen Tagen zum Beispiel an der zeitweise 65 Kilometer langen LKW-Schlange vor der deutsch-polnischen Grenze plastisch beobachten ließ. Das Miteinander der europäischen Partner in der Notlage scheint in weiten Teilen der Devise "Jeder für sich" zu folgen.
Ähnliches muss derzeit leider über die deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) gesagt werden. Der Club der 16 Kultusminister, der seit Jahren in einer sich zuspitzenden Krise seiner Selbstwirksamkeit steckt und der, vor allem mit der Arbeit an einem neuen, ambitionierten Bildungsstaatsvertrags, signalisiert hatte: Wir haben verstanden. Corona legt offen: haben sie offenbar nicht.
Dass die Bildungsminister vergangene Woche den richtigen Zeitpunkt verpassten, durch rechtzeitig abgesprochene bundesweite Schulschließungen eine Botschaft der Geschlossenheit und Stärke zu schicken, dass sie stattdessen von ihren Regierungschefs eine und einer nach dem anderen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden – das ist das eine. Was seitdem passiert ist, wiegt fast noch schwerer.
Was wurde ...
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