Es ist Zeit
Die Kultusminister müssen jetzt die Weichen stellen für ein Schuljahr im Corona-Normalbetrieb. Was das heißen könnte: eine Übersicht in sieben Punkten.

Alle Kinder, jeden Tag: Im neuen Schuljahr 2020/21 muss das wieder der wichtigste Grundsatz für den Präsenzunterricht werden. Foto: Pxhere.
MAN KÖNNTE jetzt lange darüber philosophieren, wer oder was den entscheidenden Umschwung brachte. Waren es die Eltern und Medien, all die Proteste, offenen Briefe und Leitartikel? Die eindringliche Stellungnahme von vier Fachgesellschaften oder veränderte Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und anderer Wissenschaftler? Oder war es der Mut eines einzelnen Kultusministers, der mit der Unterstützung seines Ministerpräsidenten voranging?
Fest steht: Als Christian Piwarz (CDU) vor drei Wochen mitteilte , vom 18. Mai an alle Kita- und Grundschulkinder wieder jeden Tag zur Schule gehen lassen zu wollen, beeilten sich viele seiner Kollegen in der Kultusministerkonferenz (KMK) noch, ihn als vorpreschenden Alleingänger hinzustellen. Doch vergangene Woche haben in schneller Folge auch Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein angekündigt, dass sie ebenfalls noch vor den Sommerferien zum täglichen Präsenzbetrieb in Kitas und Grundschulen zurückkehren werden. In weiteren Bundesländern, darunter NRW, sollen zumindest die Kitas jetzt schnell möglichst vollständig öffnen – oder sind schon offen. Vor dem Wochenende schließlich kam die Ansage von KMK-Präsidentin Stefanie Hubig, selbst SPD-Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz: In allen Ländern bestehe der dringende Wunsch, wieder zu stärkerer Normalität zu kommen, sagt sie der Tageszeitung taz . "Wenn möglich, soll nach den Sommerferien ein Normalbetrieb in den Schulen stattfinden."
Heute Abend schon diskutieren die Kultusminister unter Hubigs Vorsitz in einer Telefonschalte, was genau das bedeutet. Ihre Ministerien haben den Mai über ein gemeinsames Konzept erarbeitet, wie das neue Schuljahr 2020/21 unter Corona-Bedingungen ablaufen soll. Vergangene Woche wurde es erstmals den Amtschefs, also den höchsten Beamten der Kultusministerien, vorgelegt. Klar ist allerdings: Der Großteil des Konzept entstand noch vor dem Paradigmenwechsel, den Hubigs Ansage bedeutete. Noch bevor mehr und mehr Länder sich anschickten, dem Vorbild Sachsens zu ...
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