Offener Ganztag
Eine Schule in Brandenburg hatte sich schon vor Corona für ein radikales Lüftungskonzept entschieden: Der Unterricht findet draußen statt – auch im Winter.

Wenn das Wetter es zulässt, unterrichten sie an der Jugendschule Strausberg im Sitzkreis unter freiem Himmel. Lehrer Timo Nadolny – neben ihm Hund Bobby – sagt: "Die Kids haben ein anderes Kälteempfinden". Fotos: JMW.
DER REGEN FÄLLT in Strömen, er klappert auf das Plastikdach des offenen Partyzelts, er tropft auf Tische und Bierbänke und dringt in den Ordner mit den Arbeitsblättern, der vor Timo Nadolny liegt. Nadolny, Dreitagebart, orange-schwarzer Regenparka, wischt die Feuchtigkeit von den Klarsichtfolien und macht weiter. "Was meint Ihr?", fragt er die fünf Jugendlichen, deren Füße in Pfützen stehen. "Wie viele Global Player dominieren die Lebensmittelproduktion der gesamten Welt?" 80, sagt das Mädchen in der Fleece-Jacke. 120, meint der Junge im Daunenmantel. 50, sagt Leon mit der Skimütze, mit 17 der älteste hier. Nadolny hebt den Kopf. "Stimmt, Leon. Wie kommst du darauf?" "Habe ich gerade gelesen", sagt Leon, grinst und zeigt auf Nadolnys Arbeitsblätter. Der legt schnell den Arm drauf.
Ein ganz normaler Morgen in der Jugendschule Strausberg, einer ganz und gar unnormalen Schule. Nur 30 Kilometer östlich von Berlin, mitten in der Kleinstadt Strausberg, liegt sie in ...
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