Bitte nicht die Panik zum Ratgeber machen
Alle Corona-Maßnahmen verpuffen? Wenn man die vorhandenen Zahlen genauer anschaut, sieht man: Die Trendwende war vermutlich längst da. Es gibt neben all der Sorge also auch ein bisschen Grund zur Hoffnung.
"ES IST ERNST", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beginn des ersten Lockdowns in einer Fernsehansprache. "Nehmen Sie es auch ernst."
Der Satz ist heute wahrer denn je, zumal viele ihren Bewegungsradius offenbar immer noch deutlich weniger eingeschränkt haben als im ersten Lockdown.
Von Panik allerdings hat Merkel damals nichts gesagt. Und sie wird es auch nie tun. Weil sie viel zu bedächtig ist. Und weil Panik immer ein schlechter Ratgeber ist.
Deshalb schauen wir einmal kurz – ernst, besorgt, aber ohne Panik – auf die aktuellen Corona-Zahlen. Und die legen nahe, nachdem die Nachmeldungen nach den Feiertagen durch sind und die Testzahlen wieder hochgehen: Vermutlich haben wir seit mehreren Wochen einen durchgängigen Abwärtstrend beim tatsächlichen Infektionsgeschehen. Was hieße, dass die langersehnte Trendwende längst da war. Und dass es neben all der Sorge auch ein bisschen Grund zur Hoffnung geben würde.
Meine Vermutung stützt sich auf zwei Beobachtungen.
Erstens: Die Kurve bei den gemeldeten Neuinfektionen, am besten ausgedrückt durch die 7-Tages-Inzidenz (neue ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Zur gesunkenen Zahl der Corona-Intensivpatienten meinte…
und Pflegeheimen die potentiellen Personen gar nicht mehr zu den Intensiv-Stationen geschafft werden. Hört ihm denn keiner zu?
#2 - Lieber Herr Reitemeyer,ich habe Herrn Lauterbach nicht so…
ich habe Herrn Lauterbach nicht so verstanden, dass sich dadurch die Intensivstationen plötzlich leeren. Sondern er bezog sich auf das gesunkene Durchschnittsalter der Intensivpatienten. Ich hielte es auch nicht für plausibel, dass es ausgerechnet seit 3. Januar einen plötzlichen und gravierenden Strategiewechsel diesbezüglich gegeben hätte – und gravierend müsste er sein bei 12 Prozent weniger.
Viele Grüße und vielen Dank für Ihr Interesse an meinem Blog
Ihr J-M Wiarda
#3 - Lieber Herr Reitemeyer,hinzu kommt, dass es nach wie vor…
hinzu kommt, dass es nach wie vor unglaublich viele Corona-Ausbrüche in Altersheimen gibt, die zu den vielen Intensivpatienten und Toten führen. Das liegt daran, dass wider besseren Wissens der Bundes- und Landesregierungen seit Oktober in keinem einzigen Land eine tägliche Schnelltestpflicht für Mitarbeiter sowie in einigen Bundesländer noch keine Schnelltestpflicht für jeden Besucher, der das Haus betritt, verordnet wurde und die Kosten dafür vom Bund übernommen werden (derzeit eines kompliziertes Verfahren mit den Krankenkassen). Auch der Einsatz von Hilfskräften (z. B. Bundeswehr) in Heimen bei Personalmangel findet kaum statt. Angesichts einer bundesweiten Pandemie erschreckend, während beim Hochwasser ...
Neuen Kommentar hinzufügen