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Die Schulschließungen sollen verlängert werden – aber wirken sie auch?

Die Regierungschefs wollen die Kitas und Schulen offenbar bis mindestens Mitte Februar zu lassen. Aber was haben die bisherigen Beschlüsse eigentlich gebracht? Eine Analyse der Datenlage mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.

DIE SCHULEN UND KITAS sind seit Mitte Dezember zu, doch erst allmählich lässt sich erahnen, wieviel die Schließungen für die Eindämmung des Coronavirus bringen. Aus zwei Gründen: Grundsätzlich dauert es anderthalb bis zwei Wochen, bevor sich Corona-Maßnahmen in geringeren Infektionszahlen widerspiegeln können. So viel Zeit vergeht zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch und dann wieder bis zur Meldung ans Robert-Koch-Institut (RKI). Doch gerade als es Ende Dezember soweit gewesen wäre, halbierten sich die Corona-Tests feiertagsbedingt, bei Kindern und Jugendlichen gingen sie gar um mehr als zwei Drittel zurück. Ebenfalls wegen der Feiertage meldeten Arztpraxen und Krankenhäuser die Testergebnisse teilweise langsamer an die Gesundheitsämter, die die Meldungen wiederum zum Teil verzögert ans RKI weitergaben.

Kurzum: Erst seit der vergangenen Kalenderwoche 2, die am 11. Januar begann, sind die gemeldeten Infektionszahlen wieder halbwegs aussagekräftig. Doch was zeigen sie nun?

1. Die gemeldeten Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen entwickeln sich unterdurchschnittlich – aber das taten sie, vor allem bei den Älteren, auch schon vor ...

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Kommentare

#1 -

Oliver Locker-… | Di., 19.01.2021 - 15:02
Das war alles zu erwarten.

Was wir jetzt (wie auch schon seit geraumer Zeit) benötigen ist ein Konzept der KMK zu gestuften Öffnungen der Schulen. Geteilte Klassen sind sicherlich eine Option (Solinger Modell?) und hier zuerst die Schüler*innen in die Schulen zu holen, die am stärksten von dem bisherigen Schulausfall betroffen sind und die Chance zu nutzen, die Bildungsschere wieder etwas zu schließen. Das wäre einmal eine innovative und mutige Maßnahme.

Vielleicht sollten wir auch an dieser Stelle eine Petition ins Leben rufen, dass dies auch von allen Elternhäusern getragen wird.

#2 -

Rainer Lange | Di., 19.01.2021 - 15:35
Lieber Herr Wiarda, ich schätze Ihren Blog ja sehr, aber bitte nicht zu viel Hobby-Epidemiologie. Ein Rückgang von 7,19 auf 5,48 und einer von 5,48 auf 4,14 sind bspw. genau gleich groß (auch überraschend), denn bei einem exponentiellen Geschehen kommt es auf den Faktor an, nicht auf die Prozentpunkte - und das ist in beiden Fällen x0,76.

Das ändert nichts daran, dass auf dieser Ebene keine Effekte von Schulschließungen nachweisbar sind, aber die Aussage, bei den 5- bis 14 jährigen sei die Infektionsdynamik "in den vier Wochen vor den Schulschließungen sogar noch stärker" zurückgegangen, ist falsch. Dass über den Jahreswechsel ...

#3 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 19.01.2021 - 15:42
Lieber Herr Lange,



zu den Rückgängen: Point taken. Da haben Sie Recht, das habe ich nur in absoluten Werten betrachtet. Vielen Dank für den Hinweis! Trotzdem bleibt der Grundbefund, dass ein zusätzlicher Effekt der Schließungen nicht nachweisbar ist. Und mit Verlaub handelt es sich hier nicht um Hobby-Epidemiologie, sondern um ein journalistisches Reinschauen in die Zahlen und Nachrechnen – was leider viel zu wenig passiert.



Ich vermute übrigens, dass der Rückgang vor den Schließungen trotzdem größer war. Denn durch die wenigen Tests wird die tatsächliche Fallhöhe derzeit noch immer unterschätzt.



Viele Grüße und gute Wünsche

Ihr J-M Wiarda

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