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Knappe Kasse?

In Baden-Württemberg und Berlin protestieren die Hochschulen gegen drohende Kürzungen. Vorboten für Entwicklungen, die auch anderswo drohen? Ein aktueller Überblick über die Hochschulfinanzierung in allen 16 Bundesländern – mit einigen Überraschungen.

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Artikelbild: Knappe Kasse?

Protestdemo (Symbolbild) . Foto: Planet Mallika / Pixabay.

IM SÜDWESTEN der Republik gehen die Studierenden auf die Straße. Rund 2000 waren es Mitte November allein in Konstanz, die gegen die drohenden Einsparungen an den Hochschulen protestieren wollten, berichtete der SWR: Bereits 2026 sollten landesweit 91 Millionen Euro weniger ausgegeben werden als bislang geplant. Eine Zahl, die das Wissenschaftsministerium so bestreitet.

Ähnlich das Bild in weiteren Hochschulstädten Baden-Württembergs, nachdem die neun Universitäten des Landes eine "Protestwoche" ausgerufen hatten. Die Unileitungen solidarisierten sich mit den Demonstrationen, die ihren Abschluss in einer zentralen Kundgebung in der Landeshauptstadt Stuttgart fanden. "Ihr spielt mit unserem Leben Monopoly", stand auf den Protestpostern, die Studierende in die Kameras der Pressefotografen hielten, "Streicht ihr mein Tutorium, dann hau ich euch die Nase krumm", dazu das Konterfei von Olaf Scholz mit Augenklappe und dem Spruch: "Geld her!"

Berlins Hochschulen befinden sich nach den Hiobsbotschaften von vergangener Woche noch in Schockstarre, bislang wurde von keinen Protestdemos berichtet. Dabei klingen die Zahlen vergleichbar. Nachdem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in den vergangenen Monaten mehrfach beteuert hatte, die Hochschulverträge nicht antasten zu wollen, legte sein Finanzsenator Stefan Evers (CDU) genau dies nun den Hochschulen nahe.

Denn allein im kommenden Jahr sollen 100 Millionen Euro aus den Hochschulverträgen gestrichen werden – mehr als der komplette Aufwuchs um fünf Prozent, der versprochen war. Auf die Wissenschaft insgesamt kommen noch höhere Kürzungen zu.

Ausgerechnet zwei Hochburgen der deutschen Wissenschaft

Baden-Württemberg und Berlin: Zwei Hochburgen der Wissenschaft in Deutschland. Berlin mit dem bundesweit einzigen Exzellenzverbund aus drei Universitäten und der Charité, Baden-Württemberg hat mit vier Exzellenzuniversitäten als erfolgreichstes Bundesland abgeschnitten. In der Hauptstadt ist man stolz auf die Entwicklung, die Wissenschaft und Hochschulen in den vergangenen 20 Jahren hingelegt haben, im Südwesten ist man es nicht minder. Dass nun gerade hier Einsparungen drohen, hat zuletzt bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Drohen den Hochschulen in anderen Bundesländern ähnliche Szenarien?

Fest steht: Während schon ...

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Kommentare

#1 -

Don't trust th… | Di., 26.11.2024 - 13:07
Da sich die Finanzierungssystematiken der Hochschulen in den Ländern inzwischen extrem unterscheiden, macht der Blick in die Hochschulfinanzstatistik keinen Sinn. Wer wirklich wissen will, wie gut ein Land seine Hochschulen finanziert, schaut auf die Betreuungsrelationen (ohne drittmittelfinanziertes Personal). Alles detailliert nach Fächergruppen, Universitäten, HAW und Ländern nachzulesen in den Monitoring-Berichten zum Hochschulpakt.

#2 -

Ein Hesse | Di., 26.11.2024 - 15:46
Ein kleines aber interessantes Detail für Hessen aus den Pressemitteilungen der Landesregierung von heute: die Hochschulen stopfen den Haushalt 2025 mit 475 Mio Euro an "vorläufig nicht benötigten Baurücklagen", die dann "in späteren Jahren" zurück fließen sollen. Man wird sehen, ob diese Rechnung aufgeht...

#3 -

Steffen Prowe | Di., 26.11.2024 - 16:07
Für Berlin 100 Mio € ist in Relation genau eine HAW gestrichen, für 1 Jahr k.o.
Und wenn man weiß, dass gerade die Berliner HAW im Ausstattungs- und Leistungsindex (AKL, siehe www.dzhw.eu) bereits seit Jahren unterversorgt sind, dem ist die Dimension dieser sogenannten „Sparpolitik“ in ihrer Dramatik klar.
Unsere Studierenden werden sich sicherlich bald artikulieren.

#4 -

Timo | Mi., 27.11.2024 - 19:27
Herzlichen Dank für die wertvolle Übersicht. Zum Vergleich die Schweizer Hochschulfinanzierung: Die rechnerischen Referenzkosten als Durchschnittskosten, nach denen der Bundeszuschuss berechnet wird, aller kantonalen Universitäten liegen bei 16.948 CHF in den Geistes- und Sozialwissenschaften.Bei den dortigen FHs im preiswertesten Bereich bei 20.323 CHF.

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