„KI verändert schon jetzt, wie wir denken"
Ein Experiment mit jungen Forschern an der Universität Mannheim zeigt, wie tiefgreifend ChatGPT & Co das wissenschaftliche Schreiben verändern – und dass das noch längst nicht alles ist.

Gemeinsamer Auftakt zum "Hackathon" an der Universität Mannheim . Foto: Springer Nature.
DIE 22 JUNGEN WISSENSCHAFTLER, die vergangenen September aus aller Welt nach Mannheim reisten, wussten nicht genau, was sie erwartete. "Hackathon" hieß die Veranstaltung, die Mannheimer Professoren zusammen mit dem Wissenschaftsverlag Springer Nature organisiert hatten. Doch streng genommen handelte es sich um ein Experiment mit Test- und Kontrollgruppe zur Wirkung von KI im akademischen Schreibprozess speziell in den Sozialwissenschaften, begleitet von menschlichen und maschinellen Reviewern. Drei Tage in Seminarräumen, der ständige Wechsel zwischen Schreibphasen und Pausen, am Abend zur Belohnung Spaghetti-Eis oder Döner, – und die ganze Zeit mittendrin: Chat GPT-4.
Mitorganisator Marc Ratkovic war kurz vorher aus Harvard an die Universität Mannheim gewechselt, auf einen Lehrstuhl für "Social Data Science". Für ihn und seinen Kollegen Thomas Gschwend war das Experiment mehr als eine methodische Übung. Es war ein Realitätscheck. "Ich wollte wissen, was passiert, wenn man GPT nicht auf standardisierte Werbetexte oder Programmieraufgaben loslässt, sondern auf die Verarbeitung echter Forschung."
Die meisten der 22 ...
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