Bitte verbieten!
Lange war ich als Bildungsjournalist gegen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Als Vater muss ich eingestehen: Ich habe mich geirrt.
Bild (KI-bearbeitet): Jan-Martin Wiarda.
MANCHMAL SCHLEICHE ich mich von hinten an und schaue meinem 13-Jährigen über die Schulter. Dann erhasche ich einen Blick auf sein Handy, ein paar bewegte Bilder, ein paar Textfetzen, dann geht schon seine Hand drüber. Er zieht seine überdimensionierten Kopfhörer hoch und sagt: "Hey, was machst du da?"
Ich gebe zu, es fällt mir nicht leicht, diesen Artikel zu schreiben. Als Bildungsjournalist nicht und erst recht nicht als Vater. Er handelt von Erfahrungen des täglichen Scheiterns, vom Gefühl des Überfordertseins, und er muss mit einem Eingeständnis beginnen: Ich habe mich geirrt.
Lange war ich gegen pauschale Handy- und Social-Media-Sperren für Jugendliche. Mein Hauptargument lautete: Die Kids nutzen die digitalen Welten sowieso. Besser, wir lassen sie, anstatt durch grundsätzliche Verbote Vertrauen zu zerstören, sie in Heimlichtuereien hineinzutreiben. Besser begleiten wir unsere Kinder dabei, damit sie einen verantwortungsvollen Umgang lernen. Darum haben wir unserem Ältesten ein Smartphone geschenkt, als er aufs Gymnasium kam, und einen alten Computer auf den Schreibtisch gestellt. Natürlich jeweils mit altersgerechten Beschränkungen.
Heute muss ich sagen: Das war eine Selbsttäuschung, eine Illusion. Vielleicht bekommen andere Eltern es hin, den Medienkonsum ihrer Kinder in gesunden Bahnen zu halten. Meine Frau und ich geraten fast täglich in Situationen, in denen wir uns unserer Grenzen allzu bewusst werden. In denen wir uns hilflos fühlen. Darum lautet mein Appell an Bund und Länder: Bitte macht es wie Frankreich, Australien oder Spanien. Bereitet euch darauf vor, Jugendlichen die Nutzung sozialer Medien zu verbieten.
Die Seite gewechselt
Das zu schreiben, fällt mir auch deshalb schwer, weil ich mich in dieser emotional geführten Debatte damit auf die Seite derjenigen begebe, über die ich bis vor Kurzem den Kopf geschüttelt habe. Über Nicht-Bildungspolitiker wie Jens Spahn, der TikTok & Co. schon im September 2025 schön plakativ mit Heroin verglich. Über die mitunter populistisch motivierte Hemdsärmeligkeit, mit der Erwachsene derart tiefe Einschnitte in die Selbstbestimmung der jungen Generation forderten.
Ich nickte innerlich, wenn etwa das Deutsche Kinderhilfswerk von einer Entmündigung sprach, die im Widerspruch zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen stehe. Und hielt es für eine gute Idee der schwarz-roten Koalitionspartner, eine Expertenkommission mit der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zu beauftragen. Mit Perspektiven aus Bildungsforschung, Kinder- und Jugendmedizin, Medienrecht und Medienpädagogik. Deren Ergebnisse im Herbst 2026 Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) abwarten will.
Doch wenn ich meinen 13-Jährigen und zunehmend auch seinen jüngeren Bruder (bald 11) beobachte, weiß ich: Meine persönliche Perspektive steht längst fest. Der elterliche Kampf gegen TikTok, Snapchat, Instagram, YouTube und WhatsApp ist ein Kampf gegen Windmühlen. Sie können Apps sperren, Nutzungszeiten begrenzen, pädagogische Gespräche führen. Am Ende hat immer irgendein Kumpel doch Zugang zu irgendwelchen Kurzvideos und verschickt sie per Messenger-Dienst – den wir als Eltern wiederum nicht gesperrt haben, weil darüber auch die Chats von Schulklasse und Fußballverein laufen.
Apropos Fußball: Hin und wieder lassen wir uns weichkochen und schalten YouTube frei, damit die Top 100 der besten Elfmeter aller Zeiten oder Ähnliches geschaut werden können. Und während wir nicht mehr daran denken, flimmern plötzlich Videos von Andrew Tate oder Mr. Beast über den Bildschirm. Altersgrenzen? Ja, die gibt es. Aber die haben wir vielleicht neulich erst hochgestellt, damit der Junge etwas anderes Dringendes schauen konnte.
Der Alltag der Überforderung
Das Hauptproblem ist, dass wir als Eltern immer 1000 Dinge im Kopf haben müssen: den Job, das Einkaufen, Rechnungen bezahlen, Essen machen. Während Kinder immer alle Zeit der Welt zu haben scheinen, einen neuen Umgehungstatbestand auszuhecken. Ich will mich nicht beklagen, ich will nur ehrlich sein. Wussten Sie zum Beispiel, dass sich zwischenzeitlich Sperren umgehen ließen, wenn am Handy der "Unterstützende Zugriff" für Senioren aktiviert wurde? Keine Ahnung, ob das immer noch so funktioniert, aber ich hatte mich gewundert, warum die Icons auf dem Handy unseres Sohnes plötzlich so riesig waren.
An der Stelle könnten Sie entgegnen, dass doch all das gerade Argumente gegen ein pauschales Social-Media-Verbot seien, weil es, wie die täglichen elterlichen Erfahrungen lehren, praktisch gar nicht durchsetzbar wäre. Das mag so sein. Und doch erwarte ich, dass ein staatliches Verbot für, sagen wir einmal, alle unter 16-Jährigen zur Produktion besserer technischer Lösungen führen wird. Die Europäische Kommission hat bereits einen App-Prototyp für Alterschecks entwickelt, und wir können von Erfahrungen von Vorreitern wie Australien profitieren, etwa wie der Staat gegen Black-Market-Apps vorgehen kann, die die Sperren aushebeln. Im Moment reicht es ja schon, wenn die Kids mal wieder den PIN der Eltern herausbekommen und sich unbemerkt selbst alle Sperren ausschalten.
Und abhängig von den technischen Fragen: Manchmal wäre schon allein das Vorhandensein eines staatlichen Verbots das entscheidende Basta-Argument, das uns Eltern in den ewigen Auseinandersetzungen um die Nutzung von Tiktok oder Youtube helfen würde. Schluss, Ende der Diskussion. Das finden Sie nicht souverän? Einverstanden. Die Verantwortung muss jedenfalls weg von den Eltern, sie können sie nicht leisten. Und das gilt wohlgemerkt für Eltern aller Hintergründe und Bildungsniveaus.
Klar ist: Wir dürfen unsere Kinder nicht länger Inhalten und Mechanismen aussetzen, die sie nicht steuern können. Und wir erst recht nicht kontrollieren. Ein Video folgt auf das nächste, Algorithmen, Push-Benachrichtigungen und Auto-Play-Funktionen fördern Suchtverhalten. Gaming-Videos, die neuesten Memes. Selbst die Clips mit den besten Elfmetern aller Zeiten schaden, wenn 15 nacheinander kommen. Ist die Bildschirmzeit um, kommt fast unweigerlich die Frage: "Und was soll ich jetzt machen?" Auf den Hinweis, er könne ja ein Buch lesen, rausgehen oder – bewahre – noch mal das Lego von früher rausholen, folgt ein Achselzucken. Oder Gemecker.
Wissenschaftliche Untersuchungen berichten von deutlich zunehmenden "medienbezogenen Störungen", von Schlafproblemen, Depressionen und sozialer Isolierung bereits bei Kindern. Laut JIM-Mediastudie waren Jugendliche 2023 im Schnitt fast vier Stunden online. Da hält unser Großer locker mit. Er trifft sich nachmittags kaum noch mit Freunden, chattet mit ihnen, sagt, das sei heute halt so. Es sei denn, dass wir ihm gerade wieder einmal das Handy weggenommen haben. Auch so ein Ausdruck der elterlichen Ohnmacht.
Zeit, die nicht zurückkommt
Denn das wäre die Alternative: gar kein Smartphone, gar kein Computer mehr für Jugendliche. Was mir aber in einer digitalen Welt, in der sie sich zurechtfinden müssen, genauso unverantwortlich erschiene. Zumal die Handys viele Vorteile haben: Die Kids kommen dank Navi und Nahverkehrs-App selbstständig durch die Stadt, sie hören Musik und Podcasts, in der Schule dienen sie unter Anleitung als Recherchehilfe, und als Eltern kann man immer nachschauen, wo die Kinder gerade stecken.
Das ist vielleicht das wichtigste Argument, warum ich für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche bin. Damit wir ihnen die Handys überhaupt lassen können.
Aber ist das wirklich die einzige Alternative, könnten Sie an der Stelle fragen. Warum nicht stattdessen stärker die Plattformen und die Inhalte regulieren, die Verbraucherrechte stärken, die Sanktionsmöglichkeiten ausbauen? So sehr ich zustimmen möchte, bin ich doch aus zwei Gründen skeptisch. Erstens: Inhaltliche Regulierungen, selbst mit bester Absicht, sollten in einer Demokratie aus guten Gründen auf straf-, medien- und zivilrechtliche Fälle beschränkt bleiben. Und zweitens: Wenn schon die Durchsetzung eines nationalen Social-Media-Verbots für Jugendliche schwierig werden dürfte, wie erfolgversprechend ist es dann, internationale, zumeist außereuropäische Plattformen stärker in die Pflicht nehmen zu wollen?
Vielleicht irre ich mich auch schon wieder. Vielleicht ist ein Verbot tatsächlich nicht die richtige Antwort. Aber ich weiß: Es braucht bald Klarheit. Denn am Ende geht es weniger um Technik als um Zeit. Um die Kindheit, die sich nicht beliebig strecken lässt. Um Nachmittage, die irgendwann verschwinden. Um fehlende Bewegung und ausgefallenes soziales Lernen. Um Lebenserfahrungen, die unwiederbringlich nicht gemacht werden. Um Gespräche, die nicht geführt werden, weil der nächste Clip schon wartet. Voller Inhalte, Aussagen und Wertvorstellungen, die außerhalb unseres Einflusses liegen.
Wenn wir als Gesellschaft beschließen würden, diesen Strom wenigstens für eine Weile zu drosseln, wäre das kein Zeichen von Misstrauen gegenüber Jugendlichen. Sondern ein Eingeständnis, dass wir Erwachsenen eine Entwicklung zugelassen haben, deren Tempo wir Eltern allein nicht mehr kontrollieren können. Und dass wir nun den Mut brauchen, es als Gesellschaft gemeinsam zu versuchen. JMW
Kommentare
#1 - Warum tun wir uns so schwer…
Warum tun wir uns so schwer damit, stark auf übermäßige Nutzung (sprich Abhängigkeit) ausgerichtete, erwiesenermaßen schädigende Produkte von unseren Kindern fernzuhalten? Der unbegrenzte Freiheits- und Fortschrittsglaube bezüglich allem Digitalen ist absurd und gestrig. Und ja, wir als Eltern sind überfordert, können nur überfordert sein. Danke, dass Sie das so ehrlich äußern, Herr Wiarda (- irgendwie denkt man ja immer, die anderen würden es besser hinkriegen). Als Gesellschaften sind wir von den digitalen Entwicklungen, die - wenn überhaupt - von bei Weitem nicht immer gemeinwohlorientierten Akteur*innen gesteuert werden, überrannt worden. Es wird Zeit, zumindest zu versuchen ein Stück weit Handlungs- und Deutungssouveränität zurückzugewinnen.
#2 - social media - Verbot
Lieber Jan-Martin, du hast mich sehr berührt mit deinen ehrlichen Worten. Vielen Dank, dass du deine Gedanken, Fragen, Unsicherheiten mitteilst. Mir geht es da nicht viel anders. Und das Fragenkarrussell dreht sich immer weiter. Was für eine Welt erschaffen sich unsere Kinder? Bislang haben die nachfolgenden Generationen Wege für sich gefunden, um zu leben, zu überleben. Zum Guten oder Schlechten. Gerade wohl eher wieder zum Schlechten. Dafür haben sie ihre eigenen Strategien entwickelt, die auf den Erfahrungen ihrer Vorfahren basieren. Dabei sehe ich uns Erwachsene gerade wie Goethes Zauberlehrlinge, die mit all den Monstern, die wir herbeirufen nicht fertigwerden. Und sich als junger Mensch in dieser Welt zu orientieren, einen Sinn für sich zu finden, für den es sich lohnt zu leben - wie können wir sie hierbei begleiten, unterstützen, ihn zu finden? Mit Offenheit, Vertrauen, Zugewandtheit
und Mut, wie du schreibst.
Herzlich Simone Labs
#3 - Bitte nicht!
Ich kann da nicht mitgehen.
Die Gefahren von Social Media hören ja nicht auf, weil jemand älter wird - und zack mit 16 Jahren kann die Person dann magisch damit umgehen? Wir sind alle(!) von den Gefahren dieser Kanäle betroffen - und ich glaube nicht, dass wir Alten so viel besser damit umgehen.
Altersbeschränkungen werden nur weitere Probleme generieren. Überlegen Sie einfach mal, wie das technisch funktionieren soll. Wer muss denn da dann alles sein Alter angeben, um Inhalte zu konsumieren? Genau: Alle. Eine unfassbare Datensammelwut, die Social Media Kanäle dankbar annehmen werden.
Und: So wie Sie beschreiben, wie Kinder irgendwann rausfinden, wie Sie die technischen Beschränkungen am Handy umgehen: Sie werden das mit Sicherheit auch mit Altersbeschränkungen schaffen.
Das Problem ist doch das Geschäftsmodell der Social Media Kanäle, das auf Werbung und Aufmerksamkeitsspiralen aufbaut. Und das gilt es zu beschränken und einzuschränken. Gerade hier in Europa hätten wir die Macht und die Chance dazu.
#3.1 - sowohl als auch!
Die von Ihnen vorgetragenen Punkte sind keine Gegenargumente, sondern einfach eine weitere Baustelle: Auch das müssen wir tun. beides - ein Totalverbot unter 16 und viele stärkere Reglementierung für alle.
Und vergleichen Sie es immer mit dem Alkohol: verboten unter 16, dann lockerer, ab 18 erlaubt, aber zumindest etwas reguliert (Promillegrenzen im Verkehr, Steuern, etc.). Und ja: privat wird früher gesoffen, viele Erwachsene sind alkoholkrank, niemand kann das wirklich kontrollieren - und doch sähe die Welt noch viel schlechter aus ohne diese Regeln.
#3.1.1 - Wie Totalverbot ohne Regulierung?
Nein, Regulierung ist keine "weitere" Baustelle, es ist DIE Baustelle: Ein altersabhängiges Totalverbot würde genauso die Regulierung der Plattformen erfordern, die Plattformen müssen das nämlich bei sich einbauen. Wenn ich also ein altersabhängiges Totalverbot durchsetzen kann, dann kann ich die Plattformen auch dahingehend regulieren, dass sie das Suchtpotential aus ihren Systemen nehmen, das heißt, keine Endlosschleifen mehr, keine sich ständig selbst einblendende, aktualisierende, fortschreibenden Feeds mit irrelvanten Inhalten, keine automatisch startenden Videos etc. pp. Davon hätten wir alle etwas, dann wäre auch die Frage: "Und was passiert mit 17?" geklärt. Solche Vorgaben könnten dann für alle Anbieter geltend gemacht werden, nicht nur für einzelne (große) Plattformen. Und wer sich nicht daran hält, dem droht dann vielleicht eine Totalsperre ... wobei das in einer Demokratie ein sehr schwieriges Thema wird (aber die lässt sich im Gegensatz zu einer Altersbeschränkung durchsetzen, ohne dass ich die Mithilfe der Plattformen brauche).
Trotzdem bleibt natürlich die Gefahr, dass Online an sich viel bequemer ist als physische Präsenz, anspruchslose Ablenkung bequemer als den Geist anzustrengen. Das gilt aber für alle Angebote, sowohl für Online- wie auch Offline-"Vergnügungen". Das bekommen wir aber nicht mit Altersbeschränkungen für ausgewählte Angebote gelöst.
#4 - Geänderte Meinung
Ich fand es jahrelang schwierig Studierende Vorschriften zu Handy und Laptopgebrauch in der Vorlesung zu machen. KI war jetzt der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte.
Jetzt probiere ich im nächsten Semester aus, technische Gerät in der Vorlesung nicht mehr zuzulassen. Mal sehen, was passiert.
#4.1 - Verzicht auf technische Geräte in der Vorlesung/Seminar
Finde ich eine super Idee! Wäre schön, davon zu hören, was dieses Experiment ergeben hat.
#5 - Medienbildung
Für alle, die sagen, der Verzicht auf Verbote zugunsten verstärkter Medienbildung sei der überlegene Weg:
Medienbildung kostet Zeit. Zeit in der Schule – und Zeit zu Hause. Beides ist schon heute knapp. Lehrpersonen sind überlastet, Lehrpläne überfrachtet, Eltern oft beruflich und familiär am Limit. Wer fordert, digitale Kompetenzen systematisch, reflektiert und altersgerecht zu vermitteln, muss deshalb auch sagen, was dafür weichen soll.
Genau diese Trade-offs fehlen in der Debatte fast vollständig. Stattdessen gilt reflexartig: noch ein Thema, noch ein Workshop, noch ein Kompetenzziel. Gleichzeitig erleben wir seit Jahren, dass die Grundlagen leiden: Stoff wird „durchgenommen“, aber nicht gefestigt. Viele Lehrpersonen klagen, dass Kinder die Inhalte der vorherigen Stufe nicht sicher beherrschen.
Das Fundament ist brüchig – und trotzdem wird immer neue Last darauf gelegt.
In dieser Situation ist ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige kein pädagogischer Offenbarungseid, sondern ein pragmatisches Instrument zur Entlastung. Es schafft Zeit: für Unterricht, für Beziehung, für Übung. Und es schützt dort, wo Begleitung realistisch nicht geleistet werden kann.
#6 - Da kann ich „voll relaten“..
… wie meine Kinder sagen würden.
Lieber Jan-Martin Wiarda, danke für diesen Beitrag, dem ich genauso zustimmen kann.
Ich glaube auch, dass wir unterschätzt haben, wie gering letztlich unsere individuellen pädagogischen Möglichkeiten wiegen gegenüber der Macht der Konzerne und ihrer Algorithmen.
Unsere 3 Kinder sind zwischen 18 und 27 und wir haben diesen Übergang von der Zeit, als die Jugendlichen erst spät regelmäßig im Internet verschwanden, bis zu denen, die eben schon sehr früh damit in Kontakt kamen, hautnah erlebt. Ich will die Folgen im Einzelnen hier nicht breittreten, aber möchte noch auf einen weiteren Umstand hinweisen, der mir große Sorgen macht: An der Universität unter den akademischen Eltern gibt es meiner Wahrnehmung nach ein hohes Bewusstsein für die Risiken und in der Folge eine erstaunlich große Beschränkung von Handyzeit und Internetnutzung. Nehmen wir umgekehrt einmal an, dass Kinder aus ärmeren, bildungsferneren Familien früher und länger Social Media nutzen - welche gesellschaftlichen Folgen wird dies haben? Besteht hier nicht die große Gefahr, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter aufgeht, mit allen Folgen für das Bildungssystem, das Gesundheitssystem und letztlich auch für unsere Demokratie?
Der Zugang zu vielen schädlichen Angeboten wird aus guten Gründen altersbeschränkt - ich denke da an Alkohol, Zigaretten, bestimmte Filme… daran kann man doch sehen, dass so ein Verbot Wirkung erzielt. Warum also nicht auch für Social Media? Ich bin jedenfalls mittlerweile auch dafür!
#7 - Problem ist größer (nicht "asoziale Medien", sondern Smombies)
Verständlicherweise hat hier jede*r eine Meinung, auch wenn man Fachwissenschaften einschalten könnte - so auch ich. Ja, ich gebe Dir recht, ich bin dafür.
Aber: Handyspiele willst Du nicht verbieten bis 16 Jahre? Erklär uns mal den Unterschied (zumal in allen Spielen Spielende miteinander "sozial" relaten). Und die Mutter am Kinderwagen starrt weiterhin auf ihr Gerät, und der 17jährige rennt auf dem Bürgersteig mir in den Weg weil er sein Auge nicht abwenden kann und abends muss ich die Anspielung verstehen auf das, was der Präsident eines anderen Landes gesagt oder wann der Bürgermeister meiner Stadt mit wem Tennis gespielt hat.
In einer Welt, die rasant verlernt, sich zu begegnen und Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden willst Du eine Maßnahme ergiffen wissen, vom Staat.
Naja, viel Spaß. Lass uns mal in einer Kneipe treffen (solange es die noch gibt)!
#8 - Warum ein Verbot bis 16 keine einfache und schnelle Lösung wäre
Lieber Herr Wiarda,
zunächst einmal auch von mir vielen Dank für diesen ehrlichen und selbstkritischen Beitrag zum Thema. Ich bin familiär mit zwei Kindern im Alter von 11 und 8 in einer relativ ähnlichen Situation wie Sie und kann die Verzweiflung, die Sie beschreiben, daher teilweise durchaus nachvollziehen. Bei mir richtet sich diese Verzweiflung allerdings weniger auf meine Kinder, sondern eher auf die Eltern vieler anderer Kinder in den Klassen meiner Kinder. Eltern nämlich, die offensichtlich keinerlei Bedarf bei der Begrenzung des Handy- und Social Media-Konsums ihrer Kinder sehen und deren Kinder daher acht und mehr Stunden mit dem Handy verbringen und auch noch nachts im Bett irgendwelche Gruselserien auf Netflix schauen, die eigentlich ab 16 oder sogar ab 18 sind. Was mich daran besonders schockiert: Das sind in den beiden krassesten Fällen, von denen meine 11-jährige Tochter berichtet, hochgradig akademisierte Elternhäuser, in einem Fall sind beide Eltern Professor*innen (!), im anderen Fall beide Psycholog*innen (!). Ganz offensichtlich hat das hier also keineswegs etwas mit mangelnder Bildung oder mangelndem Zugang zu relevanten Informationen zu tun, sondern schlicht mit... Desinteresse?
Ich will hier aber nicht nur meine Verzweiflung mit solchen Eltern schildern, sondern auch erläutern, warum ein Social Media-Verbot für unter 16-Jährige aus meiner Sicht trotzdem der falsche Ansatz wäre. Denn es gibt hierfür gleich mehrere schlagkräftige Argumente:
Zunächst einmal: Solch ein Verbot ist keineswegs die einfache und schnelle Lösung, die sich die meisten Befürworter*innen davon offensichtlich erhoffen und was meiner Wahrnehmung nach auch der Hauptgrund dafür ist, dass es derzeit auch von politischer Seite immer häufiger diskutiert wird ("Da muss sich jetz endlich mal schnell etwas ändern!", "Wir können doch nicht einfach so weitermachen wie bisher!"). Das Beispiel Australien zeigt ja sehr schön, dass so ein Verbot eben NICHT diese schnelle und einfache Lösung ist, die sich so viele davon erhoffen. Denn erst einmal müsste hierfür die Altersverifikation zufriedenstellend gelöst werden (ist sie in Australien noch immer nicht) und zweitens müsste zufriedenstellend geklärt werden können, was eigentlich die schädlichen Sozialen Medien sind, die man verbieten will (ist in Australien ebenfalls nicht der Fall). Diese Frage lässt sich schon deshalb nie zufriedenstellend klären, weil es eben nicht - wie häufig in der Diskussion (stillschweigend) unterstellt - "die" Sozialen Medien gibt, sondern es sich hierbei um eine Spannbreite von TikTok, SnapChat und YouTube bis hin zu Messengerdiensten wie Signal oder Threema handelt, die tatsächlich "nur" zum Versenden von Nachrichten genutzt werden können (und keine Kanäle mit fremden Inhalten enthalten wie WhatsApp mittlerweile). Was sich in Australien ebenfalls schon jetzt zeigt: Die Jugendlichen, die es wollen, finden Wege, um die technischen Hürden solcher Verbote zu umgehen. Entweder mit der Hilfe von Eltern, die selbst gegen das Verbot sind oder mit der Hilfe anderer, älterer Jugendlicher. Und: Auch "harmlose" Messengerdienste wie Signal oder Threema können natürlich für Cybermobbing genutzt werden, ebenso wie SMS und MMS übrigens. Auch in das ganz normale Internet lassen sich erniedrigende Informationen und Fotos einstellen, dafür sind keine Sozialen Medien nötig. Sollten wir deshalb auch das gesamte Internet für unter 16-Jährige verbieten? Wohl kaum. Wir verbieten ihnen ja auch nicht das Fahrradfahren, obwohl sich jedes Jahr viele Jugendliche dabei schwer verletzen oder sogar sterben.
Zweitens: Woher kommt bitteschön diese absurd hohe Grenze von 16 Jahren? Kurz zur Erinnerung: Das sind gerade mal zwei Jahre unterhalb der Volljährigkeit in Deutschland, also schon deutlich näher am Erwachsensein als am Kindsein. Und bis dahin soll man die Jugendlichen komplett von Sozialen Medien fernhalten? Das ist nicht nur aufgrund der bereits oben geschilderten technischen Probleme zum Scheitern verurteilt, sondern auch aufgrund rechtlicher Hürden. Denn Kinder und Jugendliche haben laut der UN-Kinderrechtskonvention sehr umfassende Informations- und Teilhaberechte, auch in Bezug auf digitale Medien, Informationen und Kunst- bzw. Kulturformen (vgl. Art. 12 und 31):
"Das Kind hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die
Freiheit ein, ungeachtet der Staatsgrenzen Informationen und Gedankengut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunstwerke oder andere vom Kind gewählte Mittel sich zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben. (...)
Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung."
Die Einschränkung dieser Rechte aufgrund einer Abwägung mit dem Schutz der Kinder wird - logischerweise - immer schwieriger begründbar, je älter die Jugendlichen sind. Wenn überhaupt also ein Verbot von Sozialen Medien rechtlich Bestand haben sollte und nicht sofort durch erfolgreiche Klagen auf Basis der UN-Kinderrechtskonvention scheitern sollte, dann müsste die Altersgrenze hierfür sehr niedrig angesetzt werden. Nur dann hätte eine Argumentation auf Basis des Kinderschutzes vor Gericht Aussicht auf Erfolg. Die Forderung eines Social Media-Verbots kommt mir vor diesem Hintergrund auf doppelte Weise verzweifelt vor: "Jetzt aber schnell!" plus "Wenn schon, denn schon!". Und beide dieser Motive führen letztlich dazu, dass solch ein Verbot am Ende nichts bringen bzw. sogar vor Gericht scheitern wird.
Ich könnte noch zahlreiche weitere gute Argumente aufführen, warum ein Social Media-Verbot bis 16 aus meiner Sicht keine gute Idee ist, will zum Schluss aber lieber noch zwei andere Gedanken ergänzen, nämlich eine Bitte um Differenzierung und einen alternativen Lösungsvorschlag.
Die Bitte um Differenzierung bezieht sich auf den in der Diskussion um Social Media-Verbote immer wieder mitdiskutierten Umgang mit Handys in der Schule. Denn: Das sind thematisch zwei völlig unterschiedliche Problemlagen, die deshalb auch getrennt voneinander behandelt werden sollten. Bei der Diskussion um Social Media geht es in erster Linie darum, die Kinder vor den schädlichen Inhalten und Nutzungsmöglichkeiten der Sozialen Medien zu schützen. Bei der Diskussion um Handys in Schulen hingegen geht es in erster Linie darum, den Unterricht (und dessen Ziele) vor den Handys zu schützen. Ich bin deshalb zum Beispiel FÜR ein sehr striktes Verbot von Handys in Schulen, aber gleichzeitig ganz klar GEGEN ein Social Media-Verbot. Auch, weil ich bei meiner elfjährigern Tochter mitbekomme, wie destruktiv sich eine mangelnde Regulierung von Handys im Schulalltag auf den Unterricht auswirkt, selbst für diejenigen, die sich an die bestehenden Vorgaben halten. Und wie machtlos (teilweise vielleicht auch unfähig) Lehrer*innen dabei sind, Schüler*innen davon abzuhalten, mitgebrachte Handys auch tatsächlich nicht während des Unterrichts zu nutzen, selbst wenn dies eigentlich untersagt ist. Im Gegensatz zum Social Media-Verbot wären hier strikte Verbote der Nutzung während des Unterrichts auch vergleichsweise einfach durchsetzbar, z.B. durch Schließfächer oder sog. "Handybetten", in denen die Handys vor Schulbeginn eingeschlossen oder abgegeben werden und nach Schulende wieder abgeholt werden können. Verbunden mit strikten Sanktionen, falls solche Regeln z.B. durch die Nutzung von Zweitgeräten umgangen werden (z.B. Einzug der Handys für einen oder mehrere Tage, Benachrichtigung der Eltern bzw. Elterngespräch im Wiederholungsfall).
Ganz zum Schluss auch noch ein konstruktiver Lösungsvorschlag, wie man das Ganze aus meiner Sicht sehr viel effektiver und auch vergleichsweise schnell angehen könnte, OHNE dabei in Gefahr zu geraten, die Informations- und Teilhaberechte der Kinder unverhältnismäßig zu beschränken. Dieser Ansatz wäre eine Kombination aus einer signifikanten Ausweitung und Professionalisierung der Medienerziehung und einer gestuften Regulierung der Social Media-Plattformen. Die Ausweitung und Professionalisierung der Medienerziehung wäre in Deutschland mit dem nötigen Willen tatsächlich relativ schnell und einfach möglich. So könnte man beispielsweise die sechswöchigen Sommerferien, die für viele Eltern ohnehin ein grundlegendes Betreuungsproblem darstellen, um zwei Wochen verkürzen und die zwei gewonnenen Wochen für jeweils eine Medienbildungswoche pro Halbjahr nutzen, die dann von professionellen externen Medienpädagog*innen "bespielt" würden. Und die nicht nur für die Kinder verpflichtend wären, sondern auch und insbesondere für die Lehrer*innen, am besten direkt zu Beginn jedes Halbjahres. Diese Medienbildungswochen sollten dann - wie dies auch jetzt schon in vielen solcher Angebote üblich ist - mit einer Präsentation der Ergebnisse für die Eltern abgeschlossen werden, um auch diese in die Medienbildung mit einzubeziehen und die Kommunikation zwischen Eltern, Kindern und Lehrer*innen bei diesem Thema zu befördern und zu unterstützen.
Der zweite Teil des Lösungsansatzes wäre eine strenge und mit hohen Strafen bewehrte Regulierung der Social Media-Plattformen bei der Verpflichtung zur Bereitstellung gestufter, altersangemessener Varianten ihrer Social Media-Angebote, verbunden mit einer effektiven technischen Lösung bei der Altersverifikation. Letztere könnte insbesondere auf EU-Ebene durch das bereits in der Entwicklung befindliche "EU Digital Identity Wallet" umgesetzt werden (siehe: https://ec.europa.eu/digital-building-blocks/sites/spaces/EUDIGITALIDENTITYWALLET/pages/694487738). Für eine darauf basierende, altersbezogene Regulierung der Social Media-Plattformen, liegt im Digital Services Act der EU bereits die rechtliche Grundlage vor, denn dieser verpflichtet die Plattformen auch jetzt schon dazu, "geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen" zu treffen, um Jugendliche zu schützen. Würde das "EU Digital Identity Wallet", das bereits dieses Jahr an den Start gehen soll, hierfür auch die technische Grundlage liefern, gäbe es für die Plattformanbieter auch keine Ausreden mehr, dass solche geeigneten und verhältnismäßige Maßnahmen technisch nicht möglich sind. Zudem wäre auch rechtlich betrachtet die Schutzfunktion gerade bei jüngeren Kindern (z.B. unter 10 oder 12 Jahren) sicherlich deutlich schwerer zu gewichten als bei Kindern und Jugendlichen über 12 oder sogar 14 Jahren, weshalb eine inhaltliche Beschränkung der Plattformen für diese Altersgruppen auch rechtlich Bestand haben dürfte, ganz anders als ein generelles Social Media-Verbot bis 16 Jahre.
Mein Schlussplädoyer und Fazit daher: Bitte mehr Differenzierung und Berücksichtigung der relevanten rechtlichen und technischen Hürden sowie der Teilhabe- und Informationsrechte von Kindern und Jugendlichen und weniger einseitige Konzentration auf den Kinderschutz sowie vermeintlich einfache und schnelle "Jetzt aber endlich mal und wenn, dann auch gleich richtig!"-Lösungen wie ein Social Media-Verbot ab 16 Jahren, die das eigentliche Problem eben keineswegs so einfach und schnell lösen würden, wie von den Befürworter*innen immer wieder behauptet (und sicherlich auch meistens geglaubt) wird. Das Beispiel Australien zeigt schon jetzt, dass das kein erfolgversprechender Ansatz ist und wird es bestimmt in etwa einem Jahr, wenn erste belastbare Evaluationen dieses bedenklichen Feldexperiments vorliegen, erst recht zeigen. Nutzen wir die Zeit lieber für einen sehr viel effektiveren und erfolgversprechenden europäischen Lösungsansatz.
Viele Grüße
Jan Kercher
#10 - Nee dann bitte gar nicht!
Sehr geehrter Herr Wiarda
Sorry, das sehe ich anders. Wenn Sie es nicht schaffen, dies zu begrenzen, dann geben Sie Ihren minderjährigen Kindern gar kein Smartphone. Warum muss ein 13-jähriger ein Smartphone haben?
Gruß, Oliver
#11 - Technische Machbarkeit und fehlende Förderung in Schulen
Lieber Herr Wiarda,
ich kann Sie zwar emotional verstehen und doch ist ein Verbot nicht zielführend wie erste Erfahrungen aus Australien zeigen: vgl.: https://www.heise.de/en/news/Took-a-wrong-turn-Australia-s-social-media-ban-is-not-a-role-model-11174348.html
Die heise‑Analyse zeigt, dass die technische Umsetzung umgangen wird:
Jugendliche manipulieren Gesichtsscans (z. B. älter wirken).
Sie nutzen Ausweise älterer Geschwister oder Freunde.
Die Software zur Altersbestimmung ist laut Experten „nicht sehr genau“.
VPN‑Nutzung war zunächst stark erhöht.
Darüber hinaus:
Plattformen sammeln dafür noch mehr sensible Daten (Gesichtsbilder, Ausweise).
Datenschutzexperten warnen vor neuen Zensur‑ und Überwachungsrisiken.
Das Verbot sei „symbolische Politik“ statt echter Schutzmaßnahmen.
Fehlende pädagogische Begleitung verschärft Risiken (z. B. Abwanderung auf toxischere Plattformen).
Was m.E. nicht passiert ist und unbedingt begleitend dazu gehört und m.W. in AUS nicht parallel zum Verbot eingeführt wurde:
Verpflichtenden Curricula zur Medienbildung
Zusätzlichen Ressourcen für Schulen
Systematische Förderung digitaler Resilienz
Programme zur Elternbildung
Daraus lassen sich zusammenfassend zwei klare Lehren ziehen:
1) Technische Verbote ohne pädagogische Begleitung sind ineffektiv. Sie werden umgangen und verschieben Probleme nur.
2) Wenn Deutschland oder EU‑Länder das Modell kopieren, wäre eine Stärkung der Medienbildung zwingend notwendig – sonst wiederholt man die australischen Fehler.
cu, Michael Drabe
#12 - Was suchen wir online?
Dass es auch online und auch parasozial (d.h. meist einseitig zu Influencer*innen) um den Aufbau von sozialen Bindungen geht, haben sehr gut Dr. Johanna Degen, Uni Flensburg, und Kolleg*innen herausgearbeitet. Hier ein Überblicksinterview in einem Zeit-Podcast:
https://www.zeit.de/gesundheit/2025-10/parasoziale-beziehungen-influencer-ki-johanna-degen-sexpodcast
#13 - Warum überhaupt "soziale" Medien?
"Die Kids kommen dank Navi und Nahverkehrs-App selbstständig durch die Stadt, sie hören Musik und Podcasts, in der Schule dienen sie unter Anleitung als Recherchehilfe, und als Eltern kann man immer nachschauen, wo die Kinder gerade stecken."
Ich kam früher auch ohne Nahverkehrs-App durch die größte Stadt Deutschlands, weil ich ein kleines Heftchen mit Bus- und Bahnlinien hatte und einen Stadtplan dazu. Musik hörte man auch schon vor Erfindung der Handys, ich habe sogar Musik selbst gemacht. Recherchiert wurde mit Hilfe von Lexika und anderen Büchern. Nur die Kontrolle darüber, wo die Kinder gerade stecken, die gab es nicht, aber es ging auch noch nicht so brutal zu mit den vielen "psychisch gestörten" Gewalttätern.
Was die "sozialen Medien" betrifft (wer hat die eigentlich so genannt, Reklameleute?), so stimme ich gerne Herrn Wiarda zu, aber ich würde doch zusätzlich die Frage stellen: Warum gibt es die überhaupt? Dient das nicht nur dazu, dass die Betreiber Milliarden scheffeln und im Gegenzug die Teilnehmer daran (ich gehöre nicht dazu) mit Reklame überschüttet werden oder mit ihren persönlichen Daten ahnungslos in irgendwelchen Dateien in aller Welt landen und evtl. sogar bei politisch unerwünschten Äußerungen ins Visier von Geheimdiensten oder Behörden kommen? Was bitte haben denn die (normalen) Erwachsenen davon?
#14 - Nutzung von sog. Social Media
Nicht die die Nutzung sog. Social Media für unter 16-Jährige sollte verboten werden , sondern grundsätzlich alle Kanäle, die mit entsprechenden Algorithmen zu den beschriebenen Abhängigkeiten führen.
Neuen Kommentar hinzufügen