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Wenn Bildung gegen Bildung ausgespielt wird

Auf der "didacta" wird über die Zukunft der Bildung gesprochen – während Kitas und Hochschulen politisch um dieselben vier Milliarden konkurrieren. Ein Protestpapier legt den Konflikt zum Messestart offen.
Bild von der didacta Bildungsmesse 2025.

Aufnahme von der didacta Bildungsmesse 2025, Screenshot von der Website des didacta-Verbands. 

AM DIENSTAG BEGINNT IN KÖLN Europas größte Bildungsmesse, und wie jedes Jahr wird die "didacta" an ein überdimensioniertes Klassentreffen erinnern. Zwischen den Ständen, Präsentationsflächen und Veranstaltungsbühnen treffen sich Bildungsunternehmer, Erziehungswissenschaftler und Didaktiker, Eltern, Lehrer, Erzieher und Schüler, Bildungspolitiker – und jede Menge Lobbyisten.

Der Ausrichter der Messe ist selbst ein Lobbyclub. 240 Verlage, Schul- und Kita-Ausstatter, Kitaträger, Softwareanbieter, Fachorganisationen und Bildungsstiftungen haben sich im "Didacta"-Verband zusammengeschlossen. Dass sie sich dafür einsetzen, dass mehr Steuergelder in die Bildung fließen, ist insofern wenig überraschend.

Bemerkenswert ist allerdings, mit welcher Vehemenz das Positionspapier formuliert ist, das an diesem Montag vom "Didacta"-Verband veröffentlicht wird und das dem Wiarda-Blog vorab vorlag. "Irritierend" und "unfair" sei die Entscheidung der Bundesregierung, die für Neubau und Sanierung von Kitas vorgesehenen Milliarden jetzt zwischen Kitas und Hochschulen aufzuteilen – und beide Bildungsbereiche auf diese Weise "in Konkurrenz um knappe Mittel zu bringen".

Hintergrund: Im Juli 2025 hatten Union und SPD ihren sogenannten ...

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Kommentare

#1 -

Sabine Gessenich | Di., 10.03.2026 - 09:21

Vielen Dank für den wichtigen Beitrag.

Ich arbeite als Lernberaterin und Lerntherapeutin mit Grundschulkindern und sehe die Folgen dieser strukturellen Prioritätensetzung sehr konkret. Viele Kinder kommen erst zu uns, wenn sie bereits mehrere Jahre schulische Misserfolge erlebt haben – häufig mit massiv beschädigtem Selbstwert und teilweise mit der Diagnose einer (drohenden) seelischen Behinderung nach §35a SGB VIII.

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Die eigentliche Herausforderung ist dann nicht nur das Lesen-, Schreiben- oder Rechnenlernen, sondern zunächst der Wiederaufbau von Selbstvertrauen und Lernmut.

Deshalb erscheint mir die Frage nach Investitionen in frühe Bildung auch aus dieser Perspektive zentral: Je ...

#2 -

Kai Schulz | Mi., 11.03.2026 - 16:22

"Die alternde Gesellschaft ist weder kindgerecht noch gerecht zu Kindern." Das ist der erste Satz im wirklich bahnbrechenden Buch von Mafaalani, Kurtenbach und Strohmeier: "Kinder - Minderheit ohne Schutz"

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, um zu verstehen, warum es in Deutschlands Bildungslandschaft so schief läuft und vor allem, warum wir das dringend ändern müssten. 

Das erste Kapitel gibt es kostenlos als Leseprobe beim Verlag oder der BPB, dort gibt es mittlerweile eine sehr günstige Ausgabe zu bestellen. 

Auf jeden Sechsjährigen kommen mittlerweile zwei Sechszigjährige. Das kann nicht funktionieren. 

 

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