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Mehr Fairness, mehr Qualität

Die Rufe nach mehr Chancengerechtigkeit und Diversität in der Wissenschaft sind laut und vielstimmig. Das ist gut und wichtig. Doch wie kommen wir vom Debattieren zum Handeln? Sechs konkrete Vorschläge von Axel Gürtler und René Krempkow.

MEHRERE DEBATTENBEITRÄGE in der letzten Zeit zeigen, dass Diversität und Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft innerhalb und außerhalb der Hochschulen zunehmend wichtige Themen sind (siehe Beiträge hier im Wiarda-Blog , der ZEIT, im Spiegel und im Tagesspiegel ). Aber wo muss man konkret ansetzen, um sie zu erreichen? Sechs konkrete Vorschläge aus dem interdisziplinären Netzwerk THESIS für Promovierende und Promovierte.

1. Die geringe Diversität und Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft Deutschlands und dabei besonders in der Professorenschaft haben eine zentrale Ursache bereits in der Nachwuchsförderung . Das zeigt die mit jeder Qualifikationsstufe im Wissenschaftssystem geringer werdende Diversität zum Beispiel in der Dimension Geschlecht (siehe BuWiN 2021), noch deutlicher aber in der sozialen Herkunft (siehe zum Beispiel Überblick über Studien hier ). Daher wäre dies für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ein zentraler Ansatzpunkt.

2. Wichtige Maßnahmen, auf die THESIS bereits hinwies, wären:

  • die Schaffung transparenter und berechenbarer Karrierewege für Nachwuchsforschende inklusive Entfristungsmöglichkeiten nach der Promotion, zum Beispiel durch die Schaffung von Tenure-Track-Verfahren generell ...

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Kommentare

#1 -

Th. Klein | Fr., 19.03.2021 - 14:00
Interessant, wie sich Thesis für HAW-Promotionen stark macht. Aber da alle mir bekannten anderen Promo-Netzwerke u.ä. universitär ausgerichtet sind, ist ein Vorstoß aus deren Richtung ja auch nicht zu erwarten. Alle Bundesländer und Hochschulen, die hier losgehen, sollten den einen oder anderen Aspekt aus der Darstellung sich mal ansehen.

#2 -

René Krempkow | Fr., 19.03.2021 - 16:04
@Th. Klein: Es freut mich, dass dies Ihr Interesse findet. Und genau durch den Eindruck, dass viele andere (Nachwuchs-)Forschenden-Netzwerke u.ä. universitär(er) ausgerichtet sind, steht Thesis hier wohl auch in der Verantwortung - sowohl im Interesse der eigenen Mitglieder, als auch im Interesse der Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt.

Thesis macht sich aufgrund der vorliegenden Daten und Fakten allerdings nicht nur für ein qualitätsgesichertes Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche an HAW stark, sondern auch ausdrücklich für mehr Chancengerechtigkeit insgesamt.



Inzwischen finden sich quer durch die Länder-Parteienlandschaften verschiedene Befürworter, die handeln wollen und nicht mehr nur in "Sonntagsreden" die mangelnde Chancengerechtigkeit und zu ...

#4 -

Larissa Klinzing | Mo., 22.03.2021 - 10:46
Wer bis jetzt die Unterstützung der Gewerkschaften für die HAW-Promotionen nicht wahrgenommen hat, könnte aktuell das (und auch mehr zur Reform der Personalstruktur insgesamt!) nachlesen in den Stellungnahmen der GEW, ver.di und des DGB zur Reform des Berliner Hochschulgesetzes https://www.gew-berlin.de/presse/detailseite/neuigkeiten/berlin-braucht-ein-neues-hochschulgesetz/.

#5 -

Th. Klein | Mo., 22.03.2021 - 11:28
@Beltzig: Ich finde es zu einfach, schlicht die Anzahl der Promotionen sozusagen zu deckeln. Sind die rund 25.000 Promotionen in den richtigen Disziplinen? Man könnte ja auch fragen, ob der hohe Anteil der Medizin und die hohen Übergangsquoten bei Fächern wie Chemie gut für's System sind.

#6 -

René Krempkow | Mo., 22.03.2021 - 11:56
@Robert Beltzig: Danke für Ihren Kommentar. Angesichts mancher Dr.-Titelinhaber, die die "restlichen" 98% ihres Jahrgangs z.T. von oben herab behandeln, kann ich dies menschlich nachvollziehen. Gesamtgesellschatlich gesehen habe wir aber nicht zuviele Promotionen in diesem Land, wie der Konsortiumsvorsitzende zum Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs am 19. 2. hier im Blog sagte, und wozu es auch wiss. Veröffentlichungen gibt (z.B. in: www.universitaetsverlagwebler.de/webler-2017). Und dazu, wie die realen Chancen aussehen, dass jede*r, die oder der es will (und auch dafür qualifiziert ist) an einer Universität promovieren kann, wird im Gastbeitrag auf mehrere Datenquellen hingewiesen, die das Gegenteil belegen.



@Larissa Klinzing: Danke für den ...

#7 -

Ortrud Leßmann | Do., 25.03.2021 - 09:10
Mir fehlt im Standpunkt eine Aussage zu den Karrieremöglichkeiten für Promovierte an den HAWen. Die Berufungswege an HAWen sind intransparent, denn in jedem Bundesland und an jeder HAW wird die Anforderung von fünf Jahren Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb der Hochschule anders ausgelegt. Muss ich ausführen, dass diese Regelung eine Chancenungleichheit erzeugt? Zwar hat bspw. NRW ein Förderprogramm Karrierewege auf FH-Professuren aufgelegt, doch das ändert wenig an der Intransparenz der Berufungsverfahren mit dem rückwärtsgewandten Nachweis der "Praxisnähe" statt vorwärtsgewandten Konzepten, wie die Anwendungsorientierung an den HAWen in Lehre und Forschung sicher gestellt werden kann.

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