Warum die Politik DFG-Millionen in Grundmittel umwandeln sollte
Corona ist noch nicht vorbei, und die ersten Länder fleddern schon die Hochschuletats. Dadurch verschärft sich ein altbekanntes Gerechtigkeitsproblem. Eine unbequeme, aber nötige Debatte rückt näher.

Grafik: OpenClipart-Vectors / Pixabay.
ES WIRD JAHRE DAUERN, bis die deutsche Wirtschaftsleistung das Vor-Corona-Niveau erreicht, dasselbe gilt für die Steuereinnahmen. Die Krise hat die Ausgaben hochgetrieben und den Schuldenberg erhöht, der laut Schuldenbremse aber schleunigst abgebaut werden muss.
Natürlich kann man es sich jetzt einfach machen und fordern, dass die Schuldenbremse abgeschafft wird. Realistisch ist das aber nicht. Realistischer ist, dass vor allem die Länder brutal werden sparen müssen.
Man würde sich wünschen, es wäre anders, aber wahrscheinlich ist, dass sie es auch und gerade bei den Investitionen, auch bei denen in Bildung und Wissenschaft, tun werden. In Niedersachsen oder Bremen erleben die Hochschulen schon einen ersten Vorgeschmack, wobei der Bremer Senat die für sie angekündigten Kürzungen offenbar zu einem guten Teil zurücknehmen will.
Trotzdem wird sich ein lange bekanntes Gerechtigkeitsproblem in den nächsten Jahren noch verstärken. Denn die außeruniversitären Forschungsorganisationen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben ihr jährliches Drei-Prozent-Plus über den von Bund und Ländern gemeinsam geschlossenen Pakt für Forschung und Innovation sicher. Bis ...
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Kommentare
#1 - Man kann diese Vorschläge nach meiner Meinung nur…
#2 - Nicht nur Bund und Länder, sondern die Universitäten und…
#3 - "Die so genannten Landesrektorenkonferenzen [...] müssen…
Ja. Und nein. Natürlich brauchen die Hochschulen engagierte Fürsprecher. Aber: Die Rektoren stehen öffentlichen Einrichtungen, nicht privaten Unternehmen vor. Und können sich deswegen nicht ganz vom Land abkoppeln. Weil das Beispiel Bremen genannt wurde und das Land wegen der Haushaltsnotlage sowieso so eine Art "ground zero" für Sparzwänge ist: Der Rektor der Uni ist Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz und fordert seit Amtsantritt gebetsmühlenartig mehr Geld für die Hochschulen. Das ist berechtigt (die Hochschulausgaben sind geringer als im Bundesdurchschnitt), aber auch ...
#4 - Leider fehlt hier, in einem sonst tollen und…
#5 - @Meier: Vielen Dank für das Kompliment für den Blog, aber…
#6 - @Wiarda: Woher der Nebel kommt, lasse ich mal offen.Für…
Für die Zukunft stimme ich Ihnen zu. Es ist völlig unklar und offen, ob und wie die Länder die Grundfinanzierung in Zukunft gestalten können/wollen. Daher weiß man nicht, inwieweit die Bedeutung von Drittmitteln für die Hochschulen noch weiter steigt (vor allem aber auch, wessen Drittmittel!). Für die Vergangenheit sehe ich die Sache aber deutlich anders. Die DFG hat gerade so viel Mittelzuwachs bekommen, um ihre Rolle im Drittmittelsystem zu halten (die Zahlen dazu finden sich ja in der oben verlinkten Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes). Deutlich zugenommen hat die Rolle der Bundesministerien ...
#7 - Eine Übertragung, zeitlich befristet, von Mitteln aus…
#8 - Schade, dass mein Kommentar hier nicht veröffentlicht…
#9 - Sehr geehrte Frau Riedel,bitte entschuldigen Sie die…
bitte entschuldigen Sie die Verzögerung. Manchmal komme ich auf dem Blog aus terminlichen Gründen nicht hinterher. Mit dem Ergebnis, dass ich erst wieder am Wochenende die "Pflege" der Kommentarspalte schaffe. Das ist dann misslich, aber ich würde Sie doch bitten, nicht gleich irgendwelche anderen Beweggründe für eine Verzögerung anzunehmen.
Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda
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