Mit, nicht über Hanna reden
Gut, dass endlich über Befristungen und mangelnde Karriereaussichten in der Wissenschaft diskutiert wird. Doch wer mitreden will,
sollte nicht nur mit halbem Ohr zuhören. Eine Replik auf Reinhard Jahn von Torsten Kathke.

Foto: Screenshot aus dem "Erklärfilm zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz" des BMBF.
DIE "#ICHBINHANNA"-DEBATTE HAT VERÄNDERT, wie in Deutschland über die meisten derer, die Wissenschaft betreiben, geredet wird. Es ist gut, dass Medien und Gesellschaft endlich den Überfluss an Befristungen und den Mangel an Karriereaussichten an Hochschulen und Forschungsinstituten diskutieren. Weniger gut an der Debatte ist die Art, wie manche, die an Schlüsselpositionen im Wissenschaftssystem stehen, über eine Prekarität sprechen, von der sie im Gegensatz zu vielen anderen nicht betroffen sind.
Reinhard Jahn hat kürzlich an dieser Stelle einen Text veröffentlicht, der sinnbildlich dafür steht, wie Menschen mit Macht denjenigen, denen diese Macht fehlt, nur mit halbem Ohr zuhören. Hier zum Beispiel, wenn betroffene Wissenschaftler*innen von ihren Problemen berichten und Lösungsansätze vorstellen.
Gleich eingangs befindet Jahn in seinem Gastbeitrag, es gehe in der Diskussion "einiges durcheinander" und es sei "höchste Zeit, die zunehmend von Partikularinteressen geleitete Debatte auf den Boden der Realität zurückzuholen." Jemand, der selbst eine in der Debatte repräsentierte Gruppe vertritt, kann sich ...
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Kommentare
#1 - Der Artikel ordnet Jahn's Beitrag gut ein, aber lässt auch…
#2 - @Kommentar#1: "...wir eine transformierte Unilandschaft-in…
#3 - Zunächst einmal möchte ich mich Torsten Kathke…
Dieses sozusagen als Vorspann. Wichtige Aussage im Beitrag von Herrn Kathke ist der Satz, „das unbefristete Arbeitsverhältnis ist im (deutschen) Arbeitsrecht der Regelfall“. Wem dem so ist, müssten wir in der Debatte um #IchbinHanna doch das Szenario durchspielen, welche Konsequenzen dies für die Hochschule und die außerhochschulische ...
#4 - In der "Hanna-Debatte" gibt es in der Tat viele…
Berichte und Schicksale. Aus dem Kommentar von Prof.
R. Jahn geht aber sehr klar hervor, daß es im Bereich von
Forschung und Lehre zu Recht ein striktes Leistungsprinzip gibt. Eine hohe Motivation und Leidenschaft ist existentiell. Wer sich aber nicht erfolgreich (!) nach im Per-Review-Betrieb bewährt, der sollte nach endlicher Zeit selbst die Konsequenzen ziehen und eine für ihn geeignete Stelle suchen. Für die sachliche und menschlich anständige Beratung sind natürlich die im System wirkenden Personen verantwortlich.
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