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Mit, nicht über Hanna reden

Gut, dass endlich über Befristungen und mangelnde Karriereaussichten in der Wissenschaft diskutiert wird. Doch wer mitreden will,

sollte nicht nur mit halbem Ohr zuhören. Eine Replik auf Reinhard Jahn von Torsten Kathke.

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Artikelbild: Mit, nicht über Hanna reden

Foto: Screenshot aus dem "Erklärfilm zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz" des BMBF.

DIE "#ICHBINHANNA"-DEBATTE HAT VERÄNDERT, wie in Deutschland über die meisten derer, die Wissenschaft betreiben, geredet wird. Es ist gut, dass Medien und Gesellschaft endlich den Überfluss an Befristungen und den Mangel an Karriereaussichten an Hochschulen und Forschungsinstituten diskutieren. Weniger gut an der Debatte ist die Art, wie manche, die an Schlüsselpositionen im Wissenschaftssystem stehen, über eine Prekarität sprechen, von der sie im Gegensatz zu vielen anderen nicht betroffen sind.

Reinhard Jahn hat kürzlich an dieser Stelle einen Text veröffentlicht, der sinnbildlich dafür steht, wie Menschen mit Macht denjenigen, denen diese Macht fehlt, nur mit halbem Ohr zuhören. Hier zum Beispiel, wenn betroffene Wissenschaftler*innen von ihren Problemen berichten und Lösungsansätze vorstellen.

Gleich eingangs befindet Jahn in seinem Gastbeitrag, es gehe in der Diskussion "einiges durcheinander" und es sei "höchste Zeit, die zunehmend von Partikularinteressen geleitete Debatte auf den Boden der Realität zurückzuholen." Jemand, der selbst eine in der Debatte repräsentierte Gruppe vertritt, kann sich ...

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Kommentare

#1 -

Tobias Denskus | Mi., 25.08.2021 - 13:42
Der Artikel ordnet Jahn's Beitrag gut ein, aber lässt auch einen mittelgrossen Elefanten im Raum stehen: Mit dem bestehenden Lehrstuhlprinzip werden sich systemische Probleme kaum lösen lassen. Ob "Verstopfung" oder "kein Anrecht auf Dauerstelle" bedeutet doch fast immer NIMBY: An MEINEM LEHRSTUHL möchte sich schon einen Durchlauf an Menschen haben, an MEINEM LEHRSTUHL kann ich mir keine "faule" Kollegin auf einer Dauerstelle leisten..."soll doch das Zentrum fuer Lehrinnovation festangestellte Lehr-Dingsbums anstellen, aber an MEINEM LEHRSTUHL...". Das wird natuerlich kaum diskutiert, auch weil vermutlich eine 2-stellige Anzahl von Jura-ProfessorInnen schon Gutachten in der Schublade haben, warum das die Freiheit beschneidet, das ...

#2 -

lN2 | Mi., 25.08.2021 - 15:09
@Kommentar#1: "...wir eine transformierte Unilandschaft-in vielen Bereichen zum besseren..." Wo wird denn der Beweis erbracht, dass dann alles besser wäre? Was wird denn genau besser sein? Die wissenschaftliche Leistung des Systems? Die Lebensplanung der betroffenen? Beides? Keins von beidem? Die Leistungskriterien in der Wissenschaft sind recht klar definiert (je nach Fachdisziplin nach unterschiedlichen Faktoren, soviel sei zugegeben) und die Gesellschaft hat davon in den letzten Jahrzehnten sehr gut profitiert, auch wenn das meist verleugnet wird. Im Moment gleicht die wissenschaftliche Karriere einem Sportturnier: Promotion ist die Vorrunde, dann folgt der Postdoc, ab da dann vielleicht eine Dauerstelle oder auch nicht, ...

#3 -

Friedrich Stratmann | Mi., 25.08.2021 - 17:39
Zunächst einmal möchte ich mich Torsten Kathke anschließen, die Entfristung der Promovierenden aus der Debatte auszuklammern. Auszuklammern wäre auch die Beschäftigung von nicht-wissenschaftlichem Personal bzw. Personal für nicht-wissenschaftliche Tätigkeiten, deren Befristung ausschließlich - auch im Hochschul- und Wissenschaftsbereich – sich nach den Voraussetzungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes regelt. Eine andere Praxis ist rechtswidrig.

Dieses sozusagen als Vorspann. Wichtige Aussage im Beitrag von Herrn Kathke ist der Satz, „das unbefristete Arbeitsverhältnis ist im (deutschen) Arbeitsrecht der Regelfall“. Wem dem so ist, müssten wir in der Debatte um #IchbinHanna doch das Szenario durchspielen, welche Konsequenzen dies für die Hochschule und die außerhochschulische ...

#4 -

Erwin Ladner | Fr., 03.09.2021 - 19:04
In der "Hanna-Debatte" gibt es in der Tat viele berührende

Berichte und Schicksale. Aus dem Kommentar von Prof.

R. Jahn geht aber sehr klar hervor, daß es im Bereich von

Forschung und Lehre zu Recht ein striktes Leistungsprinzip gibt. Eine hohe Motivation und Leidenschaft ist existentiell. Wer sich aber nicht erfolgreich (!) nach im Per-Review-Betrieb bewährt, der sollte nach endlicher Zeit selbst die Konsequenzen ziehen und eine für ihn geeignete Stelle suchen. Für die sachliche und menschlich anständige Beratung sind natürlich die im System wirkenden Personen verantwortlich.

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