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Jetzt sind die Hochschulen dran

Der wissenschaftspolitische Teil des Koalitionsvertrages ist ein Mutmacher, das Versprechen eines wirklichen Aufbruchs. Organisiert werden soll er vor allem über die Hochschulen. Gut so.

SOLCHE SÄTZE haben die Hochschulen schon oft gehört. Sie seien "das Herz des Wissenschaftssystems", schreiben SPD, Grüne und FDP in ihrem am Mittwochnachmittag vorgestellten Koalitionsvertrag . In der Vergangenheit ist aus solchen Beschwörungen führender Politiker allerdings meist wenig Konkretes gefolgt, das die eklatante Ungleichbehandlung der Hochschulen und vor allem der Hochschullehre im Vergleich zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen verringert hätte.

Das, versprachen die Ampel-Parteien schon vor Wochen, solle jetzt anders werden. Sie wollten die Hochschulen mit dem Rest des Wissenschaftssystems "auf Augenhöhe" heben. Was aus der zuständigen Verhandlungsgruppe drang, klang dann bereits vielversprechend . Und wer jetzt die Ankündigungen von SPD, Grünen und FDP im Ampel-Koalitionsvertrag liest, bekommt tatsächlich Hoffnung, dass das mit der Augenhöhe gelingen könnte.

Am wichtigsten: Die Hochschulen sollen jedes Jahr mehr Bundesgelder erhalten, schon von 2022 an über den "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken". Drei Prozent mehr, kofinanziert von den Ländern, analog zum Pakt für Forschung und Innovation für Max Planck, DFG und Co. Die darüber schon seit anderthalb Dekaden jedes Jahr ein garantiertes Plus überwiesen bekommen.

Und wer meint, diese Priorität falle leicht, weil die Ampel zugleich im Koalitionsvertrag verspricht, schon bis 2025, also bis zum Ende dieser ...

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Kommentare

#1 -

Barbara Ebert | Mi., 24.11.2021 - 22:16
Ein Bekenntnis zu ausreichender Grundfinanzierung der Hochschulen, die auch die Forschung wieder unabhängiger von Projektförderung macht, wäre mir lieber gewesen. So läuft es doch nur wieder um Steuerung über Geld hinaus, um das man sich bewerben muss.

#3 -

Peter-André Alt | Do., 25.11.2021 - 10:03
Zustimmung zu Jan-Martin Wiardas Einschätzung in allen Punkten: ein für die Hochschulen erfreulicher Schritt nach vorn, wie ihn die HRK lange schon gefordert hat. Nur eine abweichende Bewertung: Dass die großen Technischen Universitäten bei der neu zu errichtenden “Deutschen Agentur für Transfer und Innovation” (DATI) außen vor bleiben, ergibt sich so nicht aus dem Wortlaut des Koalitionsvertrags (S.20, Z.597ff.) und wäre auch nicht im Sinne einer wissenschaftsgeleiteten Förderstruktur. Beim Aufbau dieser Agentur wird es wesentlich darauf ankommen, die Vielfalt der unterschiedlichen Projektstrukturen, Kooperationsformate und Arbeitskulturen im Bereich der anwendungsorientierten Forschung angemessen, sachgerecht und chancengleich über alle Hochschultypen hinweg zu organisieren. ...

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Do., 25.11.2021 - 10:41
Lieber Herr Alt,



vielen Dank für Ihren Kommentar, das mit den Programmpauschalen gehört tatsächlich noch erwähnt!



Was die DATI angeht, scheint mir der Text des Koalitionsvertrags an dieser Stelle tatsächlich uneindeutig zu sein. Es heißt, es sollten Innovationen "insbesondere an den HAW und kleinen und mittleren Universitäten" gefördert werden. Also: kein formaler Ausschluss? Aber faktisch dann doch? Jedenfalls schärfe ich die Stelle in meinem Text auf Ihren Hinweis Hin nach.



Vielen Dank dafür und viele Grüße

Ihr J-M Wiarda

#5 -

Maik Eichelbaum | Do., 25.11.2021 - 14:46
Sehr geehrter Herr Wiarda, sehr geehrter Herr Kollege Alt,



die Formulierung "insbesondere an den HAW und kleinen und mittleren Universitäten" taucht in fast wortgleicher Form auch in der Bund-Länder-Vereinigung zur Förderinitiative "Innovative Hochschule" auf ("insbesondere Fachhochschulen sowie kleine und mittlere Universitäten"). Und jetzt schauen Sie gerne nach, wieviele große Universitäten und TUs in diesem Rahmen gefördert wurden, nämlich keine. Das sollte also ein Fingerzeig sein, wie diese Formulierung zu interpretieren ist. Erwarten Sie hier also keine Nachschärfungen. Das ist aus meiner Sicht auch nicht notwendig, denn die DFG "verbietet" in ihren Programmlinien auch nicht die Bewerbung von HAWs, dennoch spielen ...

#6 -

Paul Kleve | Do., 25.11.2021 - 15:32
Lieber Herr Wiarda,

eine eingängige Analyse der ersten Seiten!
Hoffentlich bringt uns das auch im Mittelbau einen großen Schritt voran.

Wissen Sie schon etwas über die weitere Personalplanung im BMBF? Zuständige Themen und Staatsekretariate?

Mit freundlichen Grüßen
PK

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