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Wer hat Angst vor ChatGPT?

Wir sollten die Möglichkeiten der neuen Technik nicht unterschätzen –und sie zugleich gewinnbringend in der Hochschullehre einsetzen.

Ein Gastbeitrag aus der Perspektive der Ingenieurwissenschaften von Jörn Schlingensiepen.

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Artikelbild: Wer hat Angst vor ChatGPT?

Ghostwriting by KI? Bild: hobvias sudoneighm, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

NACHDEM IN DEN VERGANGENEN WOCHEN zum angeblichen Ende der abendländischen Wissenschaftskultur durch ChatGPT Sinniges und Unsinniges publiziert wurde, möchte ich die Perspektive der Ingenieurwissenschaften und einschlägigen Hochschulstudiengänge ergänzen.

Zunächst einmal zum Stand der Dinge: Ja, ChatGPT, eine Künstliche Intelligenz, erzeugt Text. Dieser Text ist lesbar und folgt einem logischen Aufbau. Man kann einer inhaltlichen Aussage folgen. Aber: Die produzierten Aussagen sind (Stand heute) nicht frei von Irrtümern und faktischen Falschdarstellungen. Der Versionsstand, in dem ich ChatGPT ausprobierte, erzeugte mir einen wunderbaren, gut lesbaren Text zur Funktionsweise einer Dampfmaschine. Leider wird die Funktion des Kolbens und der Ventile falsch erklärt. Das lässt sich aber leicht durch Anpassen der Fragestellungen korrigieren. Auf ChatGPT wird – unter welchem Namen auch immer – ChatGPT 2.0 folgen und diese Fehler überwinden. Ich erwarte daher, dass in absehbarer Zeit Systeme zur Verfügung stehen, die nicht nur Fülltext, sondern auch technische Darstellungen in guter Qualität erzeugen. >>>


Jörn Schlingensiepen ist Doktor-Ingenieur des ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Di., 10.01.2023 - 11:06
vielen Dank für Ihren Beitrag, dessen Kernaussage ich als Ingenieur aus vollem Herzen unterstütze.



Die eher angstvollen Konmentare der letzten Wochen sind nach meiner Einschätzung eher eine Ausdruck der Angst vor sem Verlust der Bequemlichkeit Studierende mittels einfacher Aufgaben zu beschäftigen und nach einfachen Kriterien zu beurteilen. Da denke ich gleich an die Annekdote über C.-F. Gauss, dessen Lehrer die Schüler mit der Aufgabe ruhigstellte, die ersten 100 Zahlen aufzuaddieren. Und dann kam Gauss ;-)



#3 -

Knud Jahnke | Di., 10.01.2023 - 20:09
Nur dass halt leider sämtliche Attribution, von wem denn die zusammen-KI-ten Inhalte stammen, leider wegfällt. Keine Quellen mehr für die Inhalte des Textes, nur noch "war ja im Trainingsdatensatz", der sehr viel enthält - aber keiner weiß genau was. Also eine weitere Black Box.

#4 -

Markus Gerke | Mi., 11.01.2023 - 11:54
Im Sinne der Lehre mag das sein und ich lese auch lieber wohlfeil formulierte Texte (wahrscheinlich kann die Maschine auch "das" und "dass" besser auseinander halten... - das können heute nur noch wenige Leute).



Als Editor eines wiss. Journals habe ich aber die Befürchtung, dass hier nun eine neue Ebene des Plagiats erreicht wird: man nehme ein/mehrere exzellentes Paper eines anderen Autoren/Autorin und lasse es so umschreiben, dass die Kernaussagen/Ergebnisse etc inhaltlich gleich bleiben, jedoch von Plagiatssoftware nicht mehr gefunden wird. Als "neuer" Autor muss man dann nur noch bei den Grafiken und Tabellen etc aufpassen... Schon heute ist es ...

#5 -

Marco Winzker | Do., 12.01.2023 - 10:00
Ich stimme zu, dass KI bei der Erstellung ein hilfreiches Werkzeug ist, welches im Sinne einer Arbeitsersparnis sinnvoll oder sogar unvermeidbar ist.



Mir fehlt jedoch die Betrachtung, wie Studierende den Umgang mit Texten erlernen. Das geschieht über Erstellen kleinerer Text hin zu immer längeren Beschreibungen. Und da ist dann sicher auch ein Laborbericht dabei, der schon hunderte Mal von anderen erstellt wurde, aber dennoch das Beschreiben von technischen Zusammenhängen erlernen lässt.



Es wird ja auch weiter das Rechnen gelehrt, um ein Verständnis für Zahlen zu haben. Ich kann auch per Sprache meine Suchmaschine fragen "Wieviel ist 5 mal 9?".

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