Kommt eine Medizin-Uni in Cottbus?
Mit den Milliarden für den Kohleausstieg will Brandenburg eine neue Hochschulmedizin aufbauen. Es könnte eine eigene neue Uni in Cottbus entstehen – ein Plan mit vielen offenen Fragen.

Bild: EVG Kowalievska / pexels.
KEIN WUNDER, dass Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) vor der entscheidenden Kabinettssitzung nicht zu Interviews aufgelegt war. Es geht um viel, wenn an diesem Dienstag die Landesregierung über die geplante Uni-Medizin in Cottbus entscheidet. Um 1,9 Milliarden Euro aus dem Kohlefonds der Bundesregierung. Um die Zukunft einer Region. Um den Beweis, dass Brandenburg wissenschaftliche Innovation kann. Und – aller Voraussicht nach – um die Gründung einer neuen Universität.
Die Idee an sich ist so einfach wie bestechend – und dabei keineswegs einzigartig. Genau wie das Nachbarland Sachsen will Brandenburg seinen Anteil an dem 40-Milliarden-Topf zur Kompensation des bundesweiten Kohleausstiegs in den dann ehemaligen Abbaugebieten zu einem großen Prozentsatz in Forschung und Entwicklung investieren.
Brandenburg bisher ohne staatliche Medizinerausbildung
Und weil im ländlichen Raum Ärzte Mangelware sind und Brandenburg noch dazu bislang eines der wenigen Bundesländer ohne staatliche Medizinerausbildung ist, entstand der Plan eines "Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus", kurz IUC. Wobei Innovation offenbar im doppelten Sinne gemeint ist: für eine Region, die auf der Suche nach einem neuen Wirtschaftsmodell ist, und für ein Medizin-Modell, das, so der Plan, in dieser Form deutschlandweit herausragen soll.
So bestechend die Idee erscheint, so sind auf den zweiten Blick viele Fragen unmittelbar vor der Entscheidung offen. Denn Brandenburgs jüngere Geschichte mit hochschulmedizinischen ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - Interessant. Schon wieder eine Situation, wo die BTU sich…
#2 - Es gibt auch noch die Universität zu Lübeck als…
Die Charité war übrigens auch immer die unrühmliche Begründung dafür, warum Brandenburg keine eigene Medizinausbildung braucht (ein Fehler von vor 30 Jahren, der jetzt erst ausgebügelt wird). Im Gegensatz dazu hat Mecklenburg sogar 2 Ausbildungsstätten.
Ich hätte mir eine größere Unterstützung der Eigenitiative (MHB) gewünscht. Aber das geht halt nicht mit dem Kohlefonds. Liegt nicht im Kohlegebiet. Das ist das klassische Problem an staatlichen Sonderförderungen. Die Entscheidungen über deren Verwendung basieren dann nicht immer auf sachlichen und pragmatischen Gründen.
Neuen Kommentar hinzufügen