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Kommt eine Medizin-Uni in Cottbus?

Mit den Milliarden für den Kohleausstieg will Brandenburg eine neue Hochschulmedizin aufbauen. Es könnte eine eigene neue Uni in Cottbus entstehen – ein Plan mit vielen offenen Fragen.

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Artikelbild: Kommt eine Medizin-Uni in Cottbus?

Bild: EVG Kowalievska / pexels.

KEIN WUNDER, dass Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) vor der entscheidenden Kabinettssitzung nicht zu Interviews aufgelegt war. Es geht um viel, wenn an diesem Dienstag die Landesregierung über die geplante Uni-Medizin in Cottbus entscheidet. Um 1,9 Milliarden Euro aus dem Kohlefonds der Bundesregierung. Um die Zukunft einer Region. Um den Beweis, dass Brandenburg wissenschaftliche Innovation kann. Und – aller Voraussicht nach – um die Gründung einer neuen Universität.

Die Idee an sich ist so einfach wie bestechend – und dabei keineswegs einzigartig. Genau wie das Nachbarland Sachsen will Brandenburg seinen Anteil an dem 40-Milliarden-Topf zur Kompensation des bundesweiten Kohleausstiegs in den dann ehemaligen Abbaugebieten zu einem großen Prozentsatz in Forschung und Entwicklung investieren.

Brandenburg bisher ohne staatliche Medizinerausbildung

Und weil im ländlichen Raum Ärzte Mangelware sind und Brandenburg noch dazu bislang eines der wenigen Bundesländer ohne staatliche Medizinerausbildung ist, entstand der Plan eines "Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus", kurz IUC. Wobei Innovation offenbar im doppelten Sinne gemeint ist: für eine Region, die auf der Suche nach einem neuen Wirtschaftsmodell ist, und für ein Medizin-Modell, das, so der Plan, in dieser Form deutschlandweit herausragen soll.

So bestechend die Idee erscheint, so sind auf den zweiten Blick viele Fragen unmittelbar vor der Entscheidung offen. Denn Brandenburgs jüngere Geschichte mit hochschulmedizinischen ...

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Kommentare

#1 -

David J. Green | Mo., 20.03.2023 - 14:16
Interessant. Schon wieder eine Situation, wo die BTU sich zu recht fragen darf, ob man überhaupt an ihrem Erfolg interessiert ist. Zwei Fragen: 1) Könnte es sein, dass ein getrenntes IUC der beste Weg sei, die Medizin-Kosten getrennt auszuweisen und so das Gesundheitsministerium um eine Beteiligung zu bitten? 2) Was unterscheidet Charité einerseits von MHH, IUC andererseits?

#2 -

Jana | Di., 21.03.2023 - 16:15
Es gibt auch noch die Universität zu Lübeck als Gesundheitsuni (ganzheitlich inkl. Medizin, Gesundheitswissenschaften, Naturwissenschaften, Pflege, Informatik, Statistik, Gesundheitstechnik etc.).

Die Charité war übrigens auch immer die unrühmliche Begründung dafür, warum Brandenburg keine eigene Medizinausbildung braucht (ein Fehler von vor 30 Jahren, der jetzt erst ausgebügelt wird). Im Gegensatz dazu hat Mecklenburg sogar 2 Ausbildungsstätten.

Ich hätte mir eine größere Unterstützung der Eigenitiative (MHB) gewünscht. Aber das geht halt nicht mit dem Kohlefonds. Liegt nicht im Kohlegebiet. Das ist das klassische Problem an staatlichen Sonderförderungen. Die Entscheidungen über deren Verwendung basieren dann nicht immer auf sachlichen und pragmatischen Gründen.

#3 -

Annette Tuffs | So., 26.03.2023 - 14:56
"Sonst gibt es in Deutschland nur noch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)... Kaum jemand, von dem man abgucken kann, um Fehler zu vermeiden." Also könnte man sich an der MHH anschauen, wie die Entwicklung seit mehr als 50 Jahren dort gelaufen ist. Hintergrund der niedersächsischen Neugründung in den späten Nachkriegsjahren war u.a. die Etablierung von Forschung/Lehre/Krankenversorgung in einer historisch unbelasteten Hochschule, mit flachen Hierarchien und hoher Interdisziplinarität. Diese hochgesteckten Ziele waren in Gänze wohl kaum zu erreichen. Zum Beispiel: Ist es richtig, wie in Cottbus (s. vorliegendes Hochschul-Konzept) vorgesehen und an der MHH realisiert, die Pflege aus dem obersten Lenkungsgremium ...

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