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Schluss mit dem Entweder/Oder

In der Bildungspolitik stehen sich die Fronten "Fortschritt" und "Tradition" häufig unversöhnlich gegenüber. Dabei sind die Überzeugungen beider Seiten merkwürdig entkoppelt von den empirisch messbaren Ergebnissen. Das muss sich ändern. Ein Gastbeitrag von Matthias Güldner.

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Artikelbild: Schluss mit dem Entweder/Oder

Matthias Güldner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Arbeit und Politik (zap) der Universität Bremen. Zwischen 2007 und 2015 war er Vorsitzender der Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Foto: privat.

IN BREMEN WIE IN BAYERN liegen die Probleme in Form von Daten und Fakten auf der Hand. Die einen sind in die Post-PISA-Phase in allen Bundesländer-Bildungsvergleichen auf dem letzten Platz gestartet und bis heute geblieben. Bei den anderen fehlt es bei guten Kompetenzergebnissen an Abiturient:innen und an Abschlüssen von Kindern mit Förderbedarf.

So hat sich im föderalen Bildungsstaat eine ungute Struktur aus 16 unterschiedlichen Bildungskulturen herausgebildet – mit unterschiedlichen Bildungschancen, unterschiedlichen Anforderungen und Curricula und kaum vergleichbaren Abschlussnoten. Bisher konnte die KMK das Ganze wie in ihrer 2020 verabschiedeten Ländervereinbarung nur mühsam übertünchen. Die genervte Öffentlichkeit reagiert in Umfragen mit dem Ruf nach dem Zentralstaat, ohne sich allerdings festzulegen, welches Modell umgesetzt werden soll.

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Die bildungspolitischen Akteur:innen sortieren sich entlang acht hart umkämpfter Reizthemen der ...

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Kommentare

#1 -

Bernd Käpplinger | Mi., 05.04.2023 - 12:20
Schöner Artikel, der glücklicherweise mal einen Ausgleich zwischen fast schon krankhafter Neomanie und innovationsfeindlichem Beharren sucht.

Aber es tut mir leid, aber "21st-Century-Skills" ist so ein Begriff, den wahrscheinlich anfangs irgendwelche überbezahlten Unternehmensberatungen auf den Markt geworfen haben. Klingt ja so schick, aber könnte auch zum "Bullshit-Bingo" bei der nächsten Teamsitzung gut passen.

Im OECD-Lernkompass kann man dazu dann nachlesen: "Soziale und emotionale Skills gelten zunehmend als unverzichtbar" oder "Praktische und physische Skills fördern die Entwicklung von weiteren Skills." Dankeschön für diese revolutionär neuen Erkenntnisse bzw. Erinnerungen, dass ein Bildungswesen auch etwas mit Sozialkompetenzen und nicht nur kognitiver Bildung zu ...

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