Soziale Ungleichheit bleibt ein riesiges Dauerproblem
Was im neuen Nationalen Bildungsbericht steht und warum Autorensprecher Kai Maaz davor warnt, Einwanderer für die schlechte Performance des Bildungssystems verantwortlich zu machen.

Schaubild aus dem Nationalen Bildungsbericht 2024 . CC BY-SA 3.0 DE .
ER GILT ALS DIE große Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens. Das ist Verdienst und Problem zugleich. Denn der Nationale Bildungsbericht, der seit 2006 alle zwei Jahre mit inzwischen jedes Mal fast 400 Seiten Analysen, Grafiken, Tabellen veröffentlicht wird, ist so umfassend, dass Bildungspolitiker seinen Verfassern gelegentlich vorwerfen, dass vor lauter Details und Trends die politisch verwertbaren Empfehlungen auf der Strecke bleiben.
Am Montagnachmittag wurde nun die aktuelle Ausgabe des Bildungsberichts veröffentlicht, Förderer sind wie immer das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusministerkonferenz. Und erneut lieferten die beteiligten Bildungsforscher und Statistiker parallel eine nicht einmal 30-seitige Kompaktfassung, die entlang der gesamten Bildungskette wichtige Kennzahlen im Überblick präsentiert und dazu – tatsächlich sehr klare – "zentrale Herausforderungen" benennt.
Fragt man Kai Maaz, was für ihn persönlich die wichtigste Aussage des neuen Berichts ist, antwortet der Sprecher der Autorengruppe: "Die sozialen Disparitäten in unserem Bildungssystem von der Kita bis zur Weiterbildung sind ein riesiges Dauerproblem, die Politik schafft es nicht, daran etwas zu ändern."
"Wir sollten uns fragen", fügt Maaz, Chef des DIPF Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, hinzu: "Warum haben all die lobenswerten Bildungsinitiativen von Bund und Ländern, all das Geld, das in sie hineingesteckt ...
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