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Weils Rollenwechsel

Von der Staatskanzlei an die Spitze des Stiftungsausschusses: Was bedeutet die Berufung des früheren Ministerpräsidenten für die Universität Göttingen?
Foto von Stephan Weil

Foto: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

ES WAR EINE SPEKTAKULÄRE PERSONALIE, die da vergangene Woche öffentlich wurde: Stephan Weil, bis Mai niedersächsischer Ministerpräsident, übernimmt den Vorsitz des Stiftungsausschusses, eines der wichtigsten Gremien der Universität Göttingen.
 
Weil ist ein politisches Schwergewicht, eine Autorität. Einer, der dabei helfen soll, Göttingen wieder in die Spur zu führen – nach der zweiten schweren Führungskrise innerhalb weniger Jahre, nach dem Verlust des letzten Exzellenzclusters der früheren Exzellenzuniversität.
 
Machtprobe zwischen Senat und Stiftungsausschuss
 
Vor allem das Drama um den Ex-Präsidenten Metin Tolan steckt allen Beteiligten noch in den Knochen. Der Uni-Senat hatte im vergangenen Herbst nach langem Hin und Her seine Abwahl beantragt mit der Begründung, das Vertrauen in Tolans Führungskompetenz sei verloren gegangen. Doch der Stiftungsausschuss verweigerte unter der damaligen Führung von Peter Strohschneider die Zustimmung.
 
Nach dem vorgeschriebenen Einigungsversuch zwischen beiden Gremien überstimmte der Senat den Stiftungsausschuss, Tolan war sein Amt los – Strohschneider und die übrigen externen Mitglieder des Stiftungsausschusses traten zurück.
 
Seitdem ist viel passiert: Der allseits respektierte frühere Bochumer Rektor Axel Schölmerich ...

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Kommentare

#1 -

#IchBinTina | Do., 21.08.2025 - 09:43

"Positiv stimmt, dass sich die Liste der anderen neuen Mitglieder liest wie ein Who’s Who der deutschen Wissenschaft, mit Max-Planck-Präsident Patrick Cramer etwa oder der Präsidentin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Anke Kaysser-Pyzalla. Diese Liste signalisiert einen wissenschaftlichen Anspruch und eine Bedeutung, die Göttingen sich selbst stets zugeschrieben hat – die sich aber seit vielen Jahren nicht mehr in seiner Entwicklung widergespiegelt haben."

Hm. Ich gehe eher davon aus, dass ein "wissenschaftlich hochkarätiger" Stiftungsausschuss in die expansive Richtung gut funktioniert, nicht aber in die restriktive. Ein zentrales Problem der Uni Göttingen besteht darin, dass sie durch die frühen ...

#2 -

Gerald Hüthedich | Fr., 22.08.2025 - 08:30

Es wundert mich, daß bei diesem Thema die Rolle des Senats so wenig beleuchtet wird. Der (warum auch immer) wiedergewählte Sprecher des Senates hatte eine zentrale Rolle bei der Abwahl von Tolan gespielt. Immerhin hat der Staatssekretär nun Metin Tolan bescheinigt, keine gravierende Fehler gemacht zu haben. Warum hat man Tolan nicht seine Amtszeit beenden lassen können ?

#3 -

Robert Brunzelschütz | Fr., 22.08.2025 - 14:47

Werter Herr Hüthedich, der aktuelle Sprecher des Senats hat ja auch nur seine Meinung vertreten. Vielleicht hat Herr Tolan den Bedürfnissen der Informatik nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt, aber ich hüte mich doch davor, dem Sprecher des Senats unlautere Absichten zu unterstellen.

  

 

#4 -

Elodie Werter | Di., 02.09.2025 - 10:29

Zwar dürften Zuwendungen des Landes aus den VW-Dividenden vermutlich zukünftig überproporzionaler Richtung Göttingen fließen (zumindest so lange die SPD in Niedersachsen noch die Landesregierung federführend stellt). Ebenso dürfte sich der tatsächlich relativ ausgleichende Charakter eines im Vergleich seiner Vorgänger Kurt von Figura oder Metin Tolan nicht gerade als extremes Alpha-Tier auftretenden Stephan Weil positiv auf den inneren Frieden der Uni Göttingen auswirken. Aber die miserablen Forschungs-, Lehr- und Verwaltungsbedingungen an der Hochschule lassen sich mit friedlichem Heiditei sicherlich nicht verbessern. Und die Zurichtung der Uni nach ökonomisch verwertbaren Kriterien, die spätestens mit der Bologna-Reform begonnen hatte, wird auch unter Weil ...

#4.1 -

McFischer | Mi., 03.09.2025 - 17:02

Antwort auf von Elodie Werter (nicht überprüft)

Von Ihrem Kommentar bin ich etwas überrascht, ober besser: verwirrt.

Zu Beginn sprechen Sie davon, dass sich die "miserablen Forschungs-, Lehr- und Verwaltungsbedingungen an der Hochschule" "mit friedlichem Heiditei sicher nicht verbessern". Ich nehme an, Sie erfahren dies selbst, weil Sie an der Uni Göttingen im Mittelbau sind und finde das auch glaubhaft. 

Dann liefern Sie aber lauter Schlagwörter, die offenbar für Sie die - tiefer liegenden - Ursachen für diese kritischen Bedingungen sind: Bologna-Reform, Ökonomisierung der Hochschulen, QM, Reputationsgehabe von Professor*innen ("Who-is-who"), Konkurrenzkampf der Hochschulen, Finanzknappheit bzw. fehlende Grundfinanzierung usw.

Hier ist für mich jetzt unklar, in welche Richtung ...

#4.2 -

Anja Tobinsky | Di., 09.09.2025 - 17:03

Antwort auf von Elodie Werter (nicht überprüft)

Weder Kurt von Figura noch Metin Tolan sind die Vorgänger von Herrn Weil -letzterer ist Vorsitzender des Stiftungsrats, die anderen beiden waren Präsidenten. Vorgänger von Herrn Weil war Herr Strohschneider und dessen Vorgänger hieß Krull! Soviel Trennschärfe sollte man erwarten.

#5 -

Albert Krenz | Mi., 03.09.2025 - 21:00

Die Anmerkungen von Nr. 4 finde ich sehr seltsam. Von "miserablen Forschungs-, Lehr- und Verwaltungsbedingungen an der Hochschule" zu sprechen, finde ich mehr als gewagt und nicht zutreffend. Und seit wann sind im Vergleich die "Vorgänger Kurt von Figura oder Metin Tolan" denn "extreme Alpha-Tiere" ? Da ich die Uni seit mehr als 30 Jahren von innen kenne, scheint mir der Kommentator auf einem anderen Stern gelebt zu haben.

 

#6 -

F. Mauz | Do., 18.09.2025 - 08:38

Wählt doch mal den aktuellen Senatssprecher zum Präsidenten. Dann kann der mal zeigen, wie und es wo lang geht.

#7 -

G. Huethedich | Sa., 16.05.2026 - 12:21

Warten wir mal ab, was dann ab dem 20.5.2026 nach der Wahl des neuen Präsidenten geschieht. Man sollte ihm auf jeden Fall die Zeit geben, seine Vorhaben anzugehen. Hoffentlich hat er da die Unterstützung des Senats.

#8 -

Frank Mautzel | Mo., 18.05.2026 - 19:38

Herr Huethedich hat Recht: Die Wahl am 20.5. sollte möglichst unproblematisch laufen und der Senat ebenso wie der Stiftungsrat alles möglichst gut unterstützen. Das wäre für die Uni Göttingen wirklich ein Segen. 

#9 -

Gerd Luntemann | Mi., 20.05.2026 - 18:35

Wie man gerade erfährt, ist der neue Präsident der Uni Göttingen gerade einstimmig von Stiftungsrat und Senat gewählt worden. Auch der Sprecher des Senats habe sich positiv geäußert. Der neue Präsident werde aber erst Ende des Jahres starten. Ob der Friede aber bis dahin halten wird, ist vielleicht nicht sicher.

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