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Zehn von zehn

Alle noch im Wettbewerb befindlichen Exzellenzuniversitäten bestehen die Evaluation. Was die Entscheidung der Exzellenzkommission über Selektivität und die Zukunft des Wettbewerbs verrät.
Logo der Exzellenzstrategie des Bundes und der Laender auf gruenem Grund.

Logo der Exzellenzstrategie. Design: mediacompany, Bonn. 

DASS KONSTANZ seinen Titel als Exzellenzuniversität einbüßt, war schon seit vergangenem Mai klar. Sie hatte nur einen der zwei nötigen Exzellenzcluster errungen. Für die übrigen neun Exzellenzuniversitäten und den Berliner Exzellenzverbund steht jetzt fest: Sie alle behalten ihren Status, sie alle werden von 2027 an weitere sieben Jahre gefördert.

Zehn Evaluationen, zehn positive Förderentscheidungen: So lautet die Entscheidung der aus Politik und Wissenschaft bestehenden Exzellenzkommission, die am Mittwochabend bekannt wurde. Grundlage waren die Selbstberichte der Universitäten und die Gutachten internationaler Expertinnen und Experten, die in den vergangenen Monaten jeden Standort besucht hatten.

Die RWTH Aachen, die Berlin University Alliance, die Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die LMU München, die TU München und die Universität Tübingen – so lautet die Liste der alten neuen Exzellenzuniversitäten. Sie erhalten gemäß Bund-Länder-Verwaltungsvereinbarung "antragsabhängig Förderhöhen zwischen jährlich 10 bis 15 Millionen Euro für Anträge einzelner Universitäten und 15 bis 28 Millionen Euro für Universitätsverbünde".

Die Hochschulleitungen erfuhren von ihrem Erfolg nur wenige Minuten vor der allgemeinen Öffentlichkeit, die die Bekanntgabe per digitaler Pressekonferenz verfolgen konnte. Einige Standorte hatten gar wie die Universität Hamburg zum Public Viewing ins Audimax eingeladen. Das Interesse in der Wissenschaftsszene war tatsächlich enorm: Der Livestream-Countdown zeigte noch zehn Minuten, als sich bereits 600 Zuschauer eingeschaltet hatten. Unmittelbar zu Beginn der Pressekonferenz waren es 1.600.

Der Wissenschaftsratsvorsitzende Wolfgang Wick spannte denn auch die Zuschauer nicht lange auf die Folter, sondern verkündete: Er freue sich sagen zu können, dass die zehn Exzellenzstandorten positiv evaluiert worden seien – "einstimmig". Die Evaluation sei intensiv geprüft und diskutiert worden. Die Exzellenzkommission habe die Selbstberichte der Universitäten und des Verbunds beleuchtet und mit den Beobachtungen und Ergebnissen der Vor-Ort-Besuche abgeglichen: von den verfolgten Strategien über die eingesetzten Instrumente bis zu der Frage, welche neuen Ideen umgesetzt würden.

Die Bundesforschungsministerin und GWK-Vorsitzende Dorothee Bär (CSU) sagte, die Exzellenzuniversitäten seien "einfach unsere Leuchttürme für die Spitzenforschung in ...

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Kommentare

#1 -

M. Hinz | Do., 12.03.2026 - 11:09

Jetzt also noch maximal fünf von elf. Natürlich rein wissenschaftsgeleitet. Aber wo im Vorfeld der Verbundgedanke so forciert wurde, sollte doch mindestens ein weiterer Verbund erfolgreich sein, oder? Am besten die Rhein-Main-Universitäten, weil man damit zufällig noch gleich zwei weitere Bundesländer abdeckt? Was ist mit der MHH, weil auch nach dem Ausscheiden der Uni Konstanz geringe Größe kein Hindernis für Exzellenz sein sollte? Und an Jena als einer zweiten ostdeutschen Exzellenzuniversität neben der TU Dresden kommt man doch wohl fast 36 Jahre nach der Wiedervereinigung kaum vorbei? - Was macht man eigentlich mit den (mindestens) sechs Universitäten/Verbünden, die am Ende ...

#2 -

Th. Klein | Do., 12.03.2026 - 17:16

Man muss sich das schon nochmal vor Augen führen: Die bisherigen Unis mussten quasi (nur) zeigen, dass sie nicht nachlassen in ihren Ambitionen und Erwartungen erfüllen. Die potenziell Neuen müssen sich nun gegen mindestens die Hälfte der Konkurrenten durchsetzen. Und theoretisch könnte es sein, dass eine Uni oder ein Verbund besser ist als die bisher Geförderten, trotzdem aber nicht gefördert wird, weil man Platz 6 einnimmt, aber nur 5 Neue aufgenommen werden können. Natürlich wird man bestreiten, dass diese Konstellation realistisch ist.

 

Auch wenn oft kritisiert wird, dass die Mittel immer noch nicht ausreichen, um international ganz oben mitzuspielen, ...

#3 -

Professor  | Sa., 14.03.2026 - 08:49

Es ist schon sehr befremdlich, dass Universitäten, für die Länder wie Berlin die Mittel kürzen, die Fachbereiche schließen müssen, nun als Exzellenzuni gelten. Eine erste Reform wäre, die Exzellenzförderung an eine Verpflichtung der Länder zu koppeln, nicht Mittel gleichzeitig zu kürzen. Meine Erfahrung aus einem Exzellenzclusterkonsortium ist, dass man 3 Jahre lang selbst als nicht zentral Beteiligter im Prinzip nichts anderes macht, als Antragsprosa zu entwickeln, netzwerken, Begehungen durchspielen usw. Am Ende steht man mit leeren Händen da, selbst wenn man die 2. Antragsstufe erreicht hat. Überdies ist es lächerlich, wenn auf einmal 15 Unis exzellent sein sollen. Das waren ...

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