Direkt zum Inhalt

To Teach or not to Teach – das ist hier die Frage

Nur wenn die Lehre in der ihr zustehenden Rolle neben der Forschung steht, ist die Hochschule vollständig. Aber wieso sieht die Realität so oft anders aus? Eine amerikanisch-deutsche Bestandsaufnahme von Jeffrey Peck.

Bild
Artikelbild: To Teach or not to Teach – das ist hier die Frage

GEORGE BERNHARD SHAW hat einmal gesagt: "He who can, does; he who cannot, teaches." Obwohl Shaw eigentlich das Unterrichten an der Schule meinte, ist sein Satz gerade an den Hochschulen in den USA zu einem geflügelten Wort geworden. Man könnte auch sagen: zu einem Klischee. Teaching , gemeint ist die Lehre, hat demzufolge keinen großen Wert. Diejenigen, die sich in der Lehre engagieren, haben sonst nichts Besseres zu tun, keine nennenswerten Alternativen und wahrscheinlich fehlt Ihnen sogar das Talent für das besagte "Bessere". Soweit das Klischee. Nicht nur die Lehre hat einen schlechten Ruf, sondern auch jene, die sie erteilen.

Immerhin hat in der amerikanischen Universitätslandschaft in den vergangenen Jahren ein Umdenken stattgefunden, eine Verschiebung der Wertigkeiten in Richtung teaching – zumindest auf der rhetorischen Ebene. Neben research liegt an den meisten US-Hochschulen mittlerweile offiziell eine klare Betonung auf teaching . Bei der Entscheidung, ob ein Professor oder eine Professorin tenure erhält (eine Unistelle auf Lebenszeit), soll die Lehre mit den Ausschlag geben. Ob das überall schon so umgesetzt wird, ist eine andere Story.

In Deutschland wird ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Jakob Wassink | Mi., 13.06.2018 - 23:37
Sehr geehrter Herr Peck,

Ihre Schlussfolgerung, dass eine bessere Betreuungsrelation eine bessere Lehre zur Folge hat, ist natürlich richtig. Man kann aber auch in Deutschland unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Monopolstellung staatlicher Hochschulen, grundrechtlich gewährleistetes Teilhaberecht an Hochschulbildung, Kapazitätsausschöpfungsgebot) bessere Betreuungsrelationen erreichen. Wenn ich mir ansehe, wie überfrachtet selbst Masterstudiengänge, die auf eine eigenverantwortliche Promotion vorbereiten sollen, immer noch sind und welchem überflüssigen bürokratischen Irrsinn sich Hochschullehrer*innen bei der Gestaltung von Curricula und Prüfungsverfahren hingeben, überkommt mich ein Unwohlsein.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Bildungsrat: Hoffnungsträger mit zweifelhafter Vorgeschichte

Bildungsrat: Hoffnungsträger mit zweifelhafter Vorgeschichte

Bund und Länder ringen um die Ausgestaltung eines nationalen Bildungsrates. Schaut man auf die bisherige Debatte, wünscht man sich mehr Bewusstsein für das, das schon einmal war. Ein Gastbeitrag von Hans-Gerhard Husung


  • Wir müssen die Debatte führen, ob wir wollen oder nicht

Wir müssen die Debatte führen, ob wir wollen oder nicht

Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt? Was macht der drohende Jobverlust mit unserer Gesellschaft? Und wie integrieren wir künstliche Intelligenz in unser Bildungssystem? Ein Gastbeitrag von Denise Feldner.


  • Ein Versprechen für die klügsten Köpfe in aller Welt

Ein Versprechen für die klügsten Köpfe in aller Welt

Diese Woche feiert Europa 20 Jahre Europäischen Hochschulraum. Höchste Zeit, die großartige Idee von damals in die komplexe Wirklichkeit von heute zu übersetzen. Ein Gastkommentar von Wiebke Esdar.