Konkurrenz verdirbt das Geschäft
Im Kampf gegen den Lehrermangel überbieten sich die Bundesländer mit besseren Gehältern und Verbeamtungen. Doch dieser absurde Wettbewerb löst das Problem nicht – er verschärft es sogar.

Onderwijsgek: " Empty classroom.jpg ", CC BY-SA 3.0
FRAGT MAN BERLINS Bildungssenatorin Sandra Scheeres, ob Lehrerauch in der Hauptstadt bald wieder auf den Beamtenstatus hoffen dürfen, wird sie schmallippig. Darüber, sagt die SPD-Politikerin, "diskutiere ich zurzeit nicht". Vor ein paar Jahren noch hätten die meisten Bildungsexperten ihr für so einen Satz applaudiert. Die Verbeamtung von Lehrern sei eine Mogelpackung, hätten sie gesagt, der Staat ersticke an den sich anhäufenden Pensionslasten. Und heute? Heute sind diese Argumente noch genauso richtig, aber Berlin das einzige verbliebene Bundesland, das seine Lehrer nur anstellt. Und Scheeres muss sich fragen lassen, ob das so bleiben kann - ob Berlin beim Wettbieten nicht mitziehen muss, um auf dem umkämpften Markt nicht den Anschluss zu verlieren.
Lehrer sind in Deutschland eine knappe Ressource und langfristiges Denken derzeit wenig gefragt. Es geht darum, sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen in einem Wettbewerb, der immer krassere Dimensionen annimmt. Weil der Lehrermangel dramatisch ist wie selten zuvor. Allein an den Grundschulen sollen bis 2025 laut einer Bertelsmann-Studie 35 ...
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Kommentare
#1 - Einem Satz im Beitrag vermag ich nicht zu folgen: "Es geht…
Ist es denn wirklich ein so kurzfristiger Vorteil? Wer jetzt eineN GrundschullehrerIn an- bzw. abwirbt, darf darauf hoffen, dass er/sie einige Jahrzehnte in dem Job verbleibt.
Außerdem würde ich auch positive Seiten im Wettbewerb sehen. Neulich war zu lesen, dass manche Lehrer in manchen Bundesländern nur während der Schulzeit angestellt würden, in den Ferien gekündigt. Könnten diese sich nicht auf Beamtenstellen in Lehrermangelregionen wechseln? Dafür braucht es aber Wettbewerb statt Lehrerschwemme (wie es ...
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