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Englisch, so what?

Bayerns Wissenschaftsminister erlaubt den Hochschulen so viele englischsprachige Bachelor-Studiengänge, wie sie wollen. Eine Entscheidung, die Proteste auslösen dürfte – und trotzdem große Chancen bietet.

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Artikelbild: Englisch, so what?

Foto: Pia / flickr - CC BY-NC-SA 2.0

ES IST EINE ART Freibrief: Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) hat den Präsidenten aller Hochschulen im Freistaat per Rundschreiben erlaubt, so viele englischsprachige Bachelorprogramme einzurichten, wie sie es für richtig halten.

Der Paradigmenwechsel ist bemerkenswert. Bislang herrschte auch in Bayern die Praxis, dass die akademische Grundversorgung auf Deutsch zu erfolgen hat. Studiengänge in einer Fremdsprache kamen nur in Frage, wenn es das entsprechend Angebot auch ohne Zulassungsbeschränkung auf Deutsch gab. Diese Regelung sei nicht mehr "zeitgemäß", befand Sibler jetzt. Zuerst hatte darüber die FAZ berichtet.

Der Proteststurm setzt schon ein. Wird hier die Wissenschaftssprache Deutsch einer naiv-neoliberalen Begeisterung fürs Englische geopfert? Koppelt sich die Wissenschaft weiter, nun auch sprachlich, von der Gesellschaft ab, die sie finanziert – obwohl alle doch mehr Wissenschaftskommunikation fordern? Herrscht an deutschen Unis künftig ein radebrechendes Möchtegern-Englisch vor, das die tiefgehende Reflexion erschwert – eben weil Sprache das Denken formt? Und schließlich: Darf Sibler den Unis überhaupt eine solche Erlaubnis geben, verstößt sie nicht gegen geltendes Recht, solange das Hochschulgesetz ...

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Kommentare

#1 -

Thomas Hoffmeister | Do., 24.10.2019 - 09:56
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Längst haben wir an deutschen Hochschulen eine hohe Diversität und Internationalität der Studierendenschaft, die in kaum einer Weise bei den Lehrenden repräsentiert ist. Und dies wird nur zu ändern sein, wenn Deutsch als Spreche in der Lehre nicht immer als Hindernis fungiert.

#2 -

McFischer | Fr., 25.10.2019 - 13:54
Ich sehe auch das Problem nicht: Es ist ja nicht so, dass in Bayern nur noch englischsprachige Studienangebote eingerichtet werden dürften. Aufgehoben wird ja nur die Koppelung an parallel deutschsprachige Angebote. Und ja: im Sinne der Attraktivität für internationale Studierende und Lehrende sind solche Studiengänge natürlich absolut notwendig.

#3 -

Susanne Hensel… | Fr., 25.10.2019 - 18:00
Gutes Statement und Denkanstoß zu englisch- bzw. deutschsprachigen Studiengängen.

Ein Politikum vielerorts, das meines Erachtens nicht ausreichend reflektiert und diskutiert wird.

Nach 10 Jahren Lehre in beiden Sprachen im Bachelor und Master in einer Bandbreite von internationalen Studiengruppen bis hin zu Statistik auf Englisch für 28 deutsche Studierende, habe ich mich sehr bewusst für deutsch als Lehrsprache im Masterprogramm M.Sc. Digital Transformation & Sustainability entschieden.

Auch wenn dies im ersten Schritt ein Hindernis für international Incomings darstellt. Kein Zweifel.

Dennoch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass gerade bei der Studierendengeneration Smartphone Denken und Reflektieren lehren und lernen schon in der ...

#4 -

McFischer | Mi., 30.10.2019 - 14:47
@Hensel-Börner: Ihre Überlegungen finde ich beachtenswert. Allerdings dennoch drei (zugegeben kritische) Fragen:



1. Ist im angeführten und von Ihnen gelehrten Masterprogramm allen 'Incomings' (und auch deutschen Studierenden) klar, dass hier wesentlich auf Deutsch gelehrt wird? (Ich stelle mir gerade mich als Studenten vor, der nach Finnland geht um dort einen Master 'International Peace Research' zu studieren - und bekomme dann am ersten Tag gesagt, dass alles in finnischer Sprache ist...)



2. Suggeriert die englischsprachige Studiengangsbezeichnung z.B. Arbeitgebern nicht irgendwie, dass die Absolventen auch im Englischen fit sind, weil sie einen englischsprachigen Master durchlaufen haben?



3. Den letzten Satz bezüglich Studierendengeneration/ ...

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