Direkt zum Inhalt

Die Abbruch-Drohung

Der Länderstreit um den Bildungsrat eskaliert. Bayerns Ministerpräsident erwägt offen den Ausstieg aus den Verhandlungen.

Bild
Artikelbild: Die Abbruch-Drohung

Aus dem Bildungsrat aussteigen? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Foto: Max Pixel - cco.

BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT Markus Söder (CSU) ist immer für eine Überraschung gut. Wobei, wenn man ehrlich ist, das, was er heute verkündete, sich bereits länger abgezeichnet hatte. "Ich glaube wir müssen aus diesem Nationalen Bildungsrat überlegen auszusteigen", sagte Söder laut dpa am Donnerstag kurz vor Beginn der Ministerpräsidentenkonferenz in Grainau. "Es läuft in eine falsche Richtung. Es wird ein bürokratisches Monstrum, das am Ende aus Berlin in die kleinen Schulstuben hineinregiert und in die Klassenzimmer." Das könne nicht sein. "Wir wollen, dass die Klassenzimmer nach wie vor regional gestaltet werden und nicht zentral verwaltet werden."

Wenn auch nicht überraschend, so ist Söders Ansage doch bemerkenswert. Bemerkenswert, weil es ausgerechnet sein Vorgänger als bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer war, dank dessen Unterstützung es die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates überhaupt in den GroKo-Koalitionsvertrag geschafft hatte. Söder sagt nun, der Bildungsrat sei eher ein Modell zum Scheitern. Auch wenn er im Koalitionsvertrag stehe, sehe er doch "wenig Chancen auf eine gute Umsetzung in der Realität."

War der monatelange Streit um die Stimmenverteilung nur vorgeschützt?

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#2 -

Ein Förderalis… | Fr., 25.10.2019 - 16:42
Es stellt sich die Frage, wer es als "sinnlos" erachtet - und wem es nützt, wenn es nicht zustande kommt. M.E. dem von allen vorgeblich unterstützten Ziel von mehr Vergleichbarkeit jedenfalls nicht...

Ich empfehle jedem, der deren Notwendigkeit und Dringlichkeit bezweifelt, eine mehrfachen berufsbedingten Umzug mit schulpflichtigen Kindern, jeweils mit Wechsel des Bundeslandes von Ost nach West und/oder Nord nach Süd! ;-)

#3 -

Thomas Höhmann | Sa., 02.11.2019 - 20:34
Ich sehe vor allem zwei unterschiedliche Ansätze in der Bildungspolitik: a) Leistung soll sich lohnen, und b) Kein Kind zurücklassen!
Da die beiden Ansätze niemals gleichzeitig befriedigt werden können, wird es auch keine Abschlüsse geben, aus denen man auf die Leistung zurückschließen kann. Auch dieser innere Widerspruch kann nicht aufgelöst werden, und so stellt er das Bildungssystem als Ganzes infrage.

#4 -

HGH | Fr., 08.11.2019 - 15:02
Wie die Geschichte der gescheiterten Versuche zur Einrichtung eines Bildungsrats zeigt, ist er entweder als Expertengremium ohne Committment der Länder zur Wirkungslosigkeit und letztlich zum Scheitern verurteilt, oder seine Einrichtung scheitert an der Bereitschaft der Länder, ihre föderale Alleinzuständigkeit zugunsten eines Bildungsrats selbst zu beschränken und dort bildungspolitisch aktiv mit den Experten zusammenzuarbeiten für Empfehlungen mit gewisser politischen Bindewirkung. Dass der Bund als Treiber die Gelegenheit nutzt, um aus seiner verfassungsrechtlichen Nische im Bereich der Bildungszuständigkeit herauszukommen, erleichtert die Lösung nicht. Die Koalitionäre aus der Groko hätten besser zur rechten Zeit einen Blick auf die Geschichte des Scheitern geworfen.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Wer dazugehört, lernt besser

Wer dazugehört, lernt besser

Vor 20 Jahren änderte Deutschland sein Staatsbürgerrecht. Seitdem erhalten hier geborene Einwandererkinder den deutschen Pass. Die Konsequenz: drastisch verbesserte Bildungschancen. Ein Erklärungsversuch und ein paar Schlussfolgerungen.


  • Bildungspolitisches Fiasko

Bildungspolitisches Fiasko

Die internationale Vergleichsstudie ICILS zeigt: Ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland ist in Sachen Digitalkompetenzen abgehängt, die Schulen hinken bei der IT-Ausstattung und den didaktischen Konzepten hinterher. Selbst Regierungspolitiker sprechen von nicht "hinnehmbaren" Ergebnissen.


  • Nicht die Verpackung, die Inhalte!

Nicht die Verpackung, die Inhalte!

Die Bundesbildungsministerin will unbedingt hochschulähnliche Bezeichnungen für die Ausbildungsabschlüsse durchdrücken. Die Länder wehren sich. Anja Karliczek sollte einlenken.