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Was den Lehrermangel wirklich lindert

Warum die Idee einer Lehrerbildungsakademie wenig taugt und warum staatliche Planungsfantasien schon immer zum Scheitern verurteilt waren: ein Gastbeitrag von Falk Radisch.

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Artikelbild: Was den Lehrermangel wirklich lindert

Falk Radisch ist Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Universität Rostock und leitete die bislang einzige Studie, die individuelle Studienverläufe von Studierenden in Lehramtsstudiengängen analysiert hat.Foto: privat.

STAATLICHE LEHRERBILDUNGSAKADEMIEN mit einem dualen Studium seien eine Lösung für den Lehrkräftemangel – so konstatierten es Mathias Brodkorb, Katja Koch und Klaus Zierer kürzlich in der ZEIT .

Die vorgeschlagene Idee, die zu einer "Neu-"Ausrichtung der Lehrkräftebildung führen soll, ist nicht wirklich neu. Bewusst oder unbewusst nimmt sie Anleihen sowohl bei anderen europäischen Staaten wie der Schweiz als auch bei der ehemaligen DDR. Tatsächlich bietet der Vorschlag auch einige hochinteressante positive Aspekte. Allerdings verursacht der aktuelle Artikel, vermutlich aufgrund seines provokant-essayistischen Stils, auch Fragezeichen, vor allem was die argumentative Herleitung des Vorschlags und seine Begründung betrifft.

Die AutorInnen rekurrieren gleich zu Beginn darauf, dass es ein regelrechtes "Gedränge" in den Schulen gäbe, wenn nur alle, die ein Lehramtsstudium aufnehmen, auch "in den Klassenzimmern landen" würden. Diese Aussage ist so nicht haltbar. Folgendes zeigen die nüchternen Zahlen: Der Lehrkräftebedarf unterliegt den üblichen Schwankungen, die etwa aus den Ingenieursstudiengängen hinlänglich bekannt und auch für das Lehramt zahlreich beschrieben worden sind.

Planungsfantasien sind seit jeher zum ...

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Kommentare

#1 -

Dieter Hölterhoff | Fr., 27.12.2019 - 01:00
Zurück zur alten PH in dualer Form? Ein interessanter Gedanke. Die Frage sind nicht die Didaktiken sondern der fachwissenschaftliche Anteil, der in Kooperationen mit FHn oder Universitäten erforderlich, isnbesondere, wenn dieses Modell für die gesamte Lehrkräfteausbildung übernommen würde, also einschließlich der beruflichen Bildung. Nur an die Grundschulen und die Sek I zu denken, ist zu kurz gedacht. Insbesondere für die Gymnasiallehrkräfte ist mehr Bildungsiwssenschaft erforderlich. Damit würde wieder einmal zementiert, dass für die genannten Schulformen eine Akademie reicht. Da noch nicht alle Länder bereit sind, die Lehrkräfte gleich zu besolden, darf es in der Ausbildungsorganisation keine Unterschiede geben. Solche Akademien ...

#2 -

René Krempkow | Di., 31.12.2019 - 00:03
Ich finde es wichtig, dass Falk Radisch auf die Vielschichtigkeit der Gründe hinweist, warum Lehramtstudierende nicht bis (zu diesem) Abschluss weiterstudieren. Ich möchte daher noch eine Facette hierzu beisteuern:

Mittels Absolventenstudiendaten mehrerer Jahrgänge habe ich analysiert, welche Faktoren die Übergänge nach dem Bachelor bestimmen, und dies auch separat für die angestrebte Abschlussart Lehramt. Dies erbrachte einige evt. für die obige Diskussion interessante Ergebnisse:



So geht zwar eine bessere Bewertung der Vorbereitung auf den Beruf erwartungsgemäß mit einer erhöhten Weiterstudienneigung (nach dem Bachelor) in der angestrebten Abschlussart Lehramt einher, was die Argumentations Radischs stützt. Für die didaktische Qualität der Lehre findet ...

#3 -

Mascha Hansen | Fr., 03.01.2020 - 21:27
Zum Vorschlag von Mathias Brodkorb, Katja Koch und Klaus Zierer frage ich mich: wen sollen Studierende, die noch keinerlei fachliche oder pädagogische Ausbildung haben, denn schon 10 Stunden pro Woche unterrichten? Und was wollen sie da unterrichten können? Chemie? Sport? Englisch? Selbst wenn sie zunächst nur unterrichtsbegleitend eingesetzt würden: ohne fachliche oder pädagogische Sicherheit ist der Praxisschock erst recht unvermeidbar. (Und welche "hochkarätigen Wissenschaftler" wollen denn wohl an Akademien forschen und lehren, wenn Ihnen die wertvolle Semesterferienforschungszeit dann noch auf 12 Wochen gekürzt wird?). Sinnvoller wäre es, die Flexibilisierung, die Herr Radisch hier anspricht zu stärken: z. B. durch Aufbaustudiengänge ...

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