Ich will die Leute aufrütteln
Warum ein Vater unermüdlich gegen die Kita-Krise kämpft. Er schreibt Briefe und demonstriert zur Not allein: Alex Liefermann will den Kita-Notstand nicht länger hinnehmen. Wenn die Politik doch nur endlich zuhören würde.

Alex Liefermann protestiert vor dem Düsseldorfer Rathaus. Foto: privat.
ALS ER AN JENEM MORGEN im April vor dem Düsseldorfer Rathaus stand, in der Hand das selbstgebastelte Protestschild, auf dem Rücken der Rucksack mit dem Megafon, den Flyern und seiner achtseitigen Rede, um ihn kaum ein Mensch – da wusste Alex Liefermann, dass es ein weiter Weg wird.
Fünf Leute waren seinem Aufruf gefolgt, gegen das zu demonstrieren, was Liefermann je nach Stimmung "KITAstrophe", "KITA-Notstand" oder "KITApokalypse" nennt. 80 Kitas in und um Düsseldorf hatte er angeschrieben, unzählige Posts in den sozialen Medien abgesetzt, mit guten Reichweiten, wie er sagt. Und doch waren mehr Journalisten als Demonstranten erschienen, die fleißig Fotos machten von Liefermann auf dem leeren Rathausplatz. "Ich sah mich gezwungen, die Demonstration abzubrechen", sagt Liefermann.
Diese eine Demo, wohlgemerkt – nicht seinen Protest. Denn Alex Liefermann, 40, Vater von zwei Jungs, hat eine Mission. "Ich will die Leute aufrütteln", sagt er. "Nur gemeinsam können wir erreichen, dass Kitas und Schulen in ...
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