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Blick zurück (24)

Der Bahnhof Zoo frisst seine Kinder

25 Jahre nach Christiane F.: ein Tag bei denen, die nie reisen – erschienen im TAGESSPIEGEL am 05. Februar 2004.

WENN ES ABEND WIRD am Bahnhof Zoo, wenn drinnen das Feierabendgeschiebe seinen Höhepunkt erreicht, geht Kevin nach draußen. Dann stellt er sich an die Jebensstraße, die Straße an der Rückseite des Bahnhofs, wo die Jungen herumlungern und darauf warten, dass einer der Männer sie herwinkt. Wenn Kevin Glück hat, erwischt er einen, der sich nur ein bisschen schlagen lassen will. Das macht Kevin ganz gern. Anfang 20 ist er inzwischen, auch wenn man ihm das nicht ansieht. Sieben davon ist er schon Stricher am Berliner Bahnhof Zoo. Er hat kurze blonde Haare, ein schmales Gesicht und blaue Augen, bei denen man nicht weiß, ob sie einen schüchtern anschauen oder müde oder spöttisch. Kevin hat nie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gelesen. Brauchte er nicht, er kennt es auch so.

25 Jahre ist es her, seit Christiane F.s Buch über ihr Leben zwischen Babystrich an der Kurfürstenstraße und Spritzen auf der Bahnhofstoilette das ganze Land schockierte. Ein Buch, in dem der Bahnhof Zoo zum Hauptdarsteller wurde. "Es war ein ungeheuer mieser Bahnhof", ...

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