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Eine Mainstream-Generation? Ja, zum Glück!

Gestern wurde die neue Sinus-Studie vorgestellt , die den Werten und Einstellungen von Jugendlichen zwischen 14 und 17 nachspürt. Heute äußern sich viele Kommentatoren mit der fast schon üblichen Enttäuschung, dass die heutige Jugend so überhaupt nicht mehr rebellisch sein möchte. "Generation Mainstream", titelt der Tagesspiegel , "Deutschlands brave Jugend" heißt es bei Spiegel Online , und die FAZ schlussfolgert: "Viele wollen bewusst so sein wie alle". Spiegel Online empfindet den Tenor der Studie gar als überraschend, hätten sich frühere Jugendgenerationen doch "möglichst provokant gegen die eigenen Eltern" positioniert. Selbst der Studienautor Marc Calmbach wird mit dem Satz zitiert, womöglich wäre "ein bisschen mehr Reibung, die ja auch Kreativität erzeugt, wünschenswert."

Unabhängig von den Details überrascht zunächst einmal, dass überhaupt noch jemand überrascht ist von Ergebnissen. Die letzte Generation, die wirklich gegen die vor ihr opponiert habe, sei die der 68er gewesen, sagt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der die repräsentative Shell-Jugendstudie verantwortet. Dass die Jugendlichen zu Stabilität und Harmonie tendieren oder, wie es in der Sinus-Studie heißt, den Wunsch zu "Aufgehoben- und Akzeptiertsein" haben, ist nicht neu, es ist eine stimmige Fortsetzung eines lange beobachteten Trends. Insofern frage ich mich, warum sich das Klischee der ...

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Kommentare

#1 -

Isabella | Do., 28.04.2016 - 19:51
Hallo,

ich kann nur vermuten, dass sie die Generation nicht kennen, ansonsten ist es für mich sehr schwer zu verstehen, wie sie diese Egal-Generation als positiv für die Zukunft empfinden können.

Ich bin 21 Jahre und somit ein Vorreiter der Generation. Auch wir wurden schon mit Fernsehen und Medien konfrontiert, die uns allen gezeigt haben wie wir sein müssen. Was viele in meinem Alter dazu brachte, sich dem einfach zu ergeben und alle Geschmäcker, die man nur haben kann darauf abzustimmen. Gleiche Kleidung, gleiche Musik und vor allem gleiche Meinung.

Gleichzeitig wurde uns jedes Schuljahr eingetrichtert wie der 2. Weltkrieg ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | So., 01.05.2016 - 17:51
Liebe Isabella,



zunächst einmal herzlichen Dank, dass Sie meinen Blog lesen. Über Ihre Antwort habe ich lange nachgedacht. Natürlich kenne ich Ihre Generation nicht so gut wie Sie, das würde ich auch nicht behaupten. Allerdings ist ja manchmal die Beobachtung aus einer gewissen Distanz auch ganz gut.



Ist das wirklich eine Egal-Haltung, die die jungen Leute haben? Die persönlichen Begegnungen, die ich erlebe, aber auch die Umfragen, die ich kenne, sagen etwas Anderes, und ich finde nicht, dass Weltoffenheit gleich Relativismus ist. Aber ich stimme Ihnen zu: Die "Geradlinigkeit" in Bildung- und Karrierefragen hat eine kritische Dimension erreicht – was ...

#3 -

Cato Censorius | Sa., 26.05.2018 - 06:28
Ich liebe im Netz die taciteische Kürze (brevitas): Eine Generation, die halb Afrika auf dem Boden ihres kleinen Landes aufnehmen will, ist nicht nur dumm, sondern geradezu saudumm. Sie ist die Generation weichgespülter Deppen.

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