Ehrenrunde statt Ausbildungsplatz: Wie die Karriere vieler Jugendlichen vorbei ist, bevor sie überhaupt begonnen hat
Er ist das wahrscheinlich wichtigste Stück wissenschaftsbasierter Politikberatung, das den Bildungspolitikern hierzulande zur Verfügung steht, und er wird in seiner Bedeutung immer noch unterschätzt: der Bildungsbericht, der seit 2006 alle zwei Jahre erscheint. Zuletzt am 16. Juni (mehr Informationen zu den Autoren und der Geschichte des Berichts finden Sie hier) . Direkt danach gab es eine kurze Welle der Berichterstattung, ein paar Highlights, und das war's dann. Schade eigentlich, denn in den 350 Seiten, in hunderten Tabellen und Grafiken stecken Erkenntnisse, die Beachtung verdienen abseits der üblichen Nachrichtenzyklen. Daher picke ich mir in unregelmäßigen Abständen aktuelle Ergebnisse heraus, zentrale wie auch vermeintlich nicht so wichtige, und analysiere, welche Konsequenzen sich daraus für Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetriebe ergeben.
Teil 4: Warteschleifen im Übergangssystem: Bekanntes Problem, unbekanntes Ausmaß?
Wenn wir Journalisten schnell mal das Versagen der Bildungspolitik brandmarken wollen, hilft ein Schlagwort, das immer passt: Übergangssystem. Ein vornehmer Name für die Warteschleife, in die all jene Schulabgänger geraten, die keinen Ausbildungsplatz ergattert haben. Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungs- oder Berufseinstiegsjahr, so lauten die offiziellen Bezeichnungen für die einjährigen Bildungsangebote, die die Jugendlichen fit machen sollen für den zweiten Anlauf. Jetzt ...
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