Von wegen Streicheleinheiten und Lobeshymnen
Manfred Prenzel ist ein ruhiger Typ. Womöglich war er genau deshalb als Vorsitzender des Wissenschaftsrats so auffällig. Ein Gespräch über das, was von seiner Amtszeit bleibt.

Herr Prenzel, wenn Sie draußen auf der Straße die Leute fragen, ob sie schon mal was vom Wissenschaftsrat (WR) gehört haben, sagen bestimmt 99 Prozent: „Wovon?“ Stört Sie das?
Ehrlich gesagt nicht sehr. Wenn wir eine Empfehlung verabschieden, ist das natürlich nichts, was die überwiegende Mehrheit der Menschen in unserem Land angeht. Wobei es sie womöglich stärker tangiert, als sie denken. Doch sie können es nicht einordnen. Für eine Teilöffentlichkeit allerdings, nämlich immer die, die unsere Empfehlungen betreffen, sind die Äußerungen des WR hochgradig interessant.
Sie sagen „Wir“, wenn Sie vom WR reden. Tatsächlich sind Sie zum 1. Februar als Mitglied ausgeschieden, auch den Vorsitz haben Sie an die Agrarökonomin Martina Brockmeier abgegeben.
Das sehen die Regeln im WR so vor. Nach maximal sechs Jahren Mitgliedschaft ist Schluss, und die waren bei mir erreicht.
Schade? Oder sind Sie eigentlich ganz erleichtert?
Ich fühle mich schon entlastet von dieser großen Verantwortung. Aber ich arbeite ja noch in einigen Arbeitsgruppen weiter, da sind noch Aufgaben zu Ende zu bringen.
Machen Sie doch mal Werbung für die Institution Wissenschaftsrat, die für viele der Inbegriff des kleinsten gemeinsamen Nenners in der Wissenschaftspolitik ist.
Die beste ...
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