Die Hochschulen müssen umdenken. Der wissenschaftliche Nachwuchs aber auch
Der Karrieredruck führt dazu, dass viele junge Wissenschaftler ihren Kinderwunsch unterdrücken. Dabei zeigt der Bundesbericht: Wer sich traut, hat nicht zwangsläufig die schlechteren Aufstiegschancen. Ein Gastbeitrag von Karl Ulrich Mayer.

DAS SCHWERPUNKTTHEMA DES dritten, gerade von Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz veröffentlichten „Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs“, ist die Vereinbarkeit von wissenschaftlichem Beruf und Familie. Das war eine politische Vorgabe. Und in der Tat könnte man sich fragen, ob es für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine wichtigeren Probleme gibt als die Familiengründung. Den wissenschaftlichen Erfolg etwa. Oder die Frage, ob sie eine Möglichkeit finden, auf Dauer in der Wissenschaft arbeiten zu können. Und schließlich könnte man noch einen draufsetzen und fragen: Ist die Familiengründung für junge Wissenschaftler nicht sogar leichter als für andere Berufsgruppen, schließlich bietet die Tätigkeit an einer Hochschule im Vergleich zur Privatwirtschaft eher größere Freiräume und zeitliche Autonomie.
Wer so fragt, hat den Kern der Problematik nicht verstanden. Der außerordentlich sorgfältig argumentierte und dokumentierte Bericht zeigt, dass die Arbeitsbedingungen der Doktoranden und Postdoktoranden sehr wohl in einem ursächlichen Zusammenhang stehen mit der Chance, eine Familie zu gründen und als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler Mutter oder Vater zu werden.
Zunächst die schlechten Nachrichten: ...
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