Leise Grüße vom Digitalpakt
SPD-Haushaltsexperte Swen Schulz warnt: Finanzminister Schäuble legt Wankas Fünf-Milliarden-Plan trocken. Die Realität ist noch etwas komplexer.

DAS HABEN DIE Sozialdemokraten Johanna Wanka bis heute nicht vergessen. Ende September war es, und die SPD versuchte sich an der großen Geste. Eine „nationale Bildungsoffensive“ forderte sie, eine „gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden für eine bessere Bildung an unseren Schulen“. Doch kaum einer hörte zu. Dann gab die CDU-Bundesbildungsministerin ein unabgesprochenes Interview in der Bild am Sonntag , stellte einfach mal fünf Milliarden Euro in Aussicht und versprach, Deutschlands Schulen informationstechnisch ins 21. Jahrhundert zu katapultieren. Einen schnittigen Namen für ihre Initiative lieferte Wanka den BamS-Leuten auch gleich dazu – DigitalPakt#D – und die Presse fraß ihr aus der Hand. Was war nochmal die „nationale Bildungsoffensive“?
Fünf Bundesmilliarden für funktionierende Netze an den Schulen, ein knappes Jahr vor der Bundestagswahl und zwei Monate, bevor die Kultusminister ihre eigene, viel beachtete Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“ verabschieden wollten: Was sollte die SPD machen, außer schnell auf den Zug aufzuspringen, wenn man nicht als miesepetrig dastehen will. Kurzum: 1:0 für Wanka, und das obwohl sie vorher nicht gerade als Vordenkerin der digitalen Bildungsrevolution in Erscheinung getreten ...
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