Da war doch was an der Sorbonne
Übernächste Woche kommt es zum Diplom-Showdown in der Kultusministerkonferenz. Vielleicht sollten die Minister vor ihrer Entscheidung kurz mal 20 Jahre zurückdenken.

Die Sorbonne in Paris. Dinkum: "La Sorbonne.JPG, CC CC0 1.0
IM MAI 2018 wird es 20 Jahre her sein, dass die Bildungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens an der Sorbonne den europäischen Gedanken in die Hochschulen brachten. Es war eine Sternstunde auf dem Weg zur Einigung des Kontinents, der in eine politische Erklärung gegossene Traum einer grenzenlosen Hochschullandschaft.
Aus der Sorbonne-Erklärung wurde der Bologna-Prozess, und irgendwo zwischen damals und heute ist bei einigen der Ursprung aus dem Blick geraten. „Bürokratisierung! Verschulung!“ rufen sie, sobald von Bachelor und Master die Rede ist. Wie viele es wirklich sind, ist kaum auszumachen, weil sie so laut schreien. Anstatt daran zu arbeiten, wie sich das Ideal aus seiner teilweise selbst verschuldeten kleinkrämerischen Umsetzung befreien lässt, träumen sie lieber ihren sehr deutschen Traum vom guten alten Diplom.
Und sie finden Verbündete. Im März haben sechs von 16 Ministerpräsidenten in einer Protokollerklärung ihre „Erwartung“ geäußert, die Wissenschaftsminister müssten „eine für alle Länder tragfähige Lösung zur Anerkennung des Diploms“ finden. Gemeint waren nicht etwa die Abschlüsse von einst, ...
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