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Wo bleibt der Europa-Pakt der Wissenschaft?

Kann die Wissenschaft Europa erneuern? Wer entscheidet über die EU-Wissenschaftspolitik? Ich suchte kurz vor der Europawahl in Brüssel nach Antworten - und erfuhr vieles über Silos, Kohäsion und Comics.

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Wo bleibt der Europa-Pakt der Wissenschaft?

Sitz der EU Kommission, Brüssel Foto: Jai79 / Pixabay - cco.

ES IST EIN Thema, das einen EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation jeden Tag beschäftigt. Sollte man denken. Doch Carlos Moedas von der portugiesischen Partido Social Democrata (PSD), seit 2014 im Amt, bedauert: Zur Frage, wie es um die Wissenschaftsfreiheit in Europa bestellt ist, könne er sich leider nicht äußern, sagt seine Sprecherin. "Das Thema ademische Freiheit liegt im Bereich des Kommissars Navracsics."

Der übrigens Ungar ist und der Regierungspartei Fidesz angehört. Deren Wissenschaftspolitik gerade dafür gesorgt hat, dass die Central European University nach Wien emigriert. Als Tibor Navracsics vor bald fünf Jahren Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport werden wollte, lehnte das EU-Parlament zunächst ab – um ihn dann zu bestätigen, ihm aber im Gegenzug die Zuständigkeit für Bürgerrechte zu entziehen.

 

Ihn also, schlägt sein Kollege Moedas aus dem Forschungsressort vor, solle man nach dem Zustand der Wissenschaftsfreiheit fragen. Womöglich ist das ja ironisch gemeint vom Portugiesen Moedas, subversiv irgendwie. Wahrscheinlicher ist aber, dass hier einmal mehr das "Silodenken" durchschlägt, von dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EU-Kommission ständig sprechen in diesen Tagen, immer verbunden mit dem Schwur, dass man doch genau das überwinden wolle.

 

Kann die Wissenschaft das EU-Projekt retten?

 

Nein, Europa, genauer: seine in Brüssel ansässige Manifestation, macht sie einem nicht leicht, die Suche nach den gemeinsamen europäischen Idealen und wie sie sich in der europäischen Wissenschaftspolitik wiederfinden. Doch ist es nicht gerade die Wissenschaft, die in nationalen Grenzen gar nicht denkbar ist? Sind nicht, wie Margret Wintermantel, die Präsidenten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), es formuliert, "die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer die ersten, die Barrieren überwinden, die im Denken und zwischen Disziplinen genauso wie die politischen"? Müsste die Rettung des so gefährdeten europäischen Projekts deshalb nicht von genau hier ausgehen, aus den Hörsälen und Laboren des Kontinents? Und müsste deshalb die Europäische Kommission nicht kämpfen, ...

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