Wer sagt hier zentral?
Karliczek, Söder, Eisenmann: Was die Debatte übers Abitur verrät und warum die Länder jetzt die letzte Chance haben, ihren Bildungsladen selbst in Ordnung zu bringen. Ein Essay.

Foto: congerdesign / pixino - cco.
BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT Markus Söder widerspricht Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann – und zeigt mit wenigen Sätzen, dass er ihren Vorschlag nicht verstanden hat. Ein Zentralabitur werde es mit der CSU nicht geben, sagte Söder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) . Zentralismus führe immer nur zu einer Schwächung. Und: "Mit der Grundidee, dass ein Abitur aus Berlin gestaltet wird, tun wir uns keinen Gefallen."
Die CDU-Politikerin Eisenmann hatte vergangene Woche mit ihrer Wortmeldung für Furore gesorgt. "Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen", sagte sie, ebenfalls dem RND . Am Ende müsse es nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben geben, "sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden".
Von einem aus Berlin gestalteten Abitur sagte Eisenmann nichts. Zu Recht. Denn das, was sie da beschreibt, sind keine Schulabschlüsse, die von einer übergeordneten Bundesmacht dekretiert werden. Sie will, dass sich die Länder von selbst und aus eigener Stärke heraus auf Standards ...
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