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Wir müssen in die Arena einsteigen und kämpfen!

Der künftige Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) über seine Ziele, das Ansehen Deutschlands in der Welt, über Wissenschaftsfreiheit, Rassismus – und was wir von den Chinesen lernen können. Joybrato Mukherjee im Interview.

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Artikelbild: Wir müssen in die Arena einsteigen und kämpfen!

Fotos: Kay Herschelmann.

Herr Mukherjee, Anfang 2020 werden Sie Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Genau 12 Jahre, nachdem Ihr Vorgänger hier in Gießen ebenfalls DAAD-Chef wurde. Reiner Zufall?

Sicherlich gibt es als Gießener Universitätspräsident kein Ticket darauf. Aber eine interessante Konstellation ist das in der Tat. Bevor Stefan Hormuth an die DAAD-Spitze gewählt wurde, war er sechs Jahre Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für Internationales. Ich war acht Jahre lang Vizepräsident des DAAD. In der Community wird offenbar wahrgenommen, dass wir uns in Gießen traditionell stark für die Internationalisierung einsetzen, das schafft Vertrauen bei den Kolleginnen und Kollegen. Und das ist bei den Wahlämtern in der HRK und beim DAAD entscheidend.

Was reizt Sie daran, DAAD-Präsident zu werden?

Der DAAD ist für mich das Auswärtige Amt der deutschen Wissenschaft, DIE Instanz der Außenwissenschaftspolitik. Es ging 1925 los mit der Vergabe von Stipendien, doch heute ist der DAAD viel mehr: Wir beraten unsere Mitglieder und die Politik, wir beobachten, was draußen in der Welt passiert. Wir haben weltweit ein feines Sensorium, weil wir in vielen Wissenschaftssystemen unsere Leute haben. Wir sind in über 100 Ländern mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern präsent, wir haben weltweit 442 Lektorinnen und Lektoren. Das ist ein internationales Antennensystem, das in Deutschland niemand sonst hat. Insofern sind wir das intellektuelle Zentrum der Außenwissenschaftspolitik.


Prof. Dr. Joybrato Mukherjee , 46, ist Anglist und seit dem Jahr 2009 Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Damals war er der jüngste Uni-Präsident Deutschlands. Ab Januar 2020 wird Mukherjee Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), der weltweit größten Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Er löst in dem Amt Prof. Dr. Margret Wintermantel ab, DAAD-Präsidentin seit dem Jahr 2012.Joybrato Mukherjee ist gebürtiger Rheinländer und Sohn indischer Eltern, studierte Anglistik, Biologie und Eerziehungswissenschaften an der RWTH Aachen und promovierte im Jahr 2000 an der Universität Bonn, wo er ...

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