Direkt zum Inhalt

Schlechte Führung lässt sich in der Krise nicht mehr verstecken

Die Schulen und Hochschulen durchlaufen die verschlafene Digitalisierung in Rekordgeschwindigkeit. Zumindest müssten sie es. Eine neue Welt der Bildung entsteht – und erfordert mutige Führungskräfte. Ein Gastbeitrag von Norbert Sack.

Bild
Artikelbild: Schlechte Führung lässt sich in der Krise nicht mehr verstecken

"WISSENSCHAFT IST SYSTEMRELEVANT", schrieb der Präsident der Freien Universität, Günther Ziegler, neulich im Tagesspiegel . In der Tat ist das Interesse von Politik und Öffentlichkeit an Beiträgen der Wissenschaft in der Corona-Krise deutlich gestiegen. Vermutlich googelten so viele Menschen wie nie zuvor, wer denn eigentlich diese Leopoldina ist, die am 13. April 2020 eine Ad-hoc-Stellungnahme unter dem Titel "Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden" veröffentlichte. Einige Virologen sind zu Publikumsstars geworden, ein Traumerfolg für die Wissenschaftskommunikation.

Aber: Ist das Interesse an der Wissenschaft nachhaltig? Vielleicht – es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Begeisterung für die Wissenschaft entwickelt, wenn, wie bereits absehbar wird, mehr und mehr Menschen die Einschränkungen der Grundrechte nicht mehr nachvollziehen können/wollen, wenn die Virologie zum Buhmann wird oder die Empfehlungen von Wirtschaftswissenschaftlern bei der Politik nicht länger auf Gegenliebe stoßen.

Dramatischer sieht es im Bereich Bildung aus. Kaum ein anderer Bereich unseres Lebens ist durch den Corona-Shutdown stärker lahmgelegt. Präsenzlernen an den Hochschulen wird bis in den Sommer hinein fast komplett ausfallen. Schulen beginnen zwar zaghafte Öffnungsversuche, ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

McFischer | Di., 12.05.2020 - 12:12
Viele zustimmungswürdige Punkte... Allerdings wird die doch stark managementorientierte Ideen- und Sprachwelt dieses Beitrags weder der Schul- noch der Hochschulkultur gerecht.

Sätze wie:

"Für Führungspersönlichkeiten bedeutet dies, sich rasch auf neue Situationen einzustellen, darauf agil zu reagieren und nicht zu überanalysieren. Letzteres ist eine Neigung, die gerade unter Führungskräften im Wissenschaftsbereich verbreitet ist. Pragmatische Lösungen sind jetzt mehr gefragt als ausgefeilte Konzepte. "

dürften zumal an klassischen Universitäten wenig Freunde finden (siehe die Diskussion um die Neubesetzung des Präsidiums an der Uni Göttingen im letzten Jahr).

Es wäre schön, hier stärker eine gemeinsame Sprache zu finden.

#3 -

Martin Blaser | Di., 02.06.2020 - 16:08
Danke für den Beitrag. Führung lebt von klaren Entscheidungen und Menschen, die bereit sind zu folgen. Für mich ist gerade in der Krise auch die Vision der Führungskraft wichtig. Steuern auf Sicht ist sicher kurzfristig richtig; mittel- und langfristig werden die gewinnen, die die Chancen der Kriese erkennen, in ihre Vision der Zukunft einbauen und klar kommunizieren können. Gerade das bietet anderen Orientierung in der Kriese und damit Stabilität und ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen: "Läuft zwar gerade nicht so gut, aber wir wissen wo es hin gehen soll und wie eine lebenswerte Zukunft aussehen könnte."

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Was die Hochschulen für die Schulen tun können

Was die Hochschulen für die Schulen tun können

Viele Schulen fühlen sich von der Politik allein gelassen. Sie müssen den Unterricht neu organisieren und Lernrückstände aufholen. Aber wie soll das gehen? Auf jeden Fall nur, wenn sie mit der Wissenschaft zusammen- arbeiten. Ein Gastbeitrag von Beatrix Busse und Myrle Dziak-Mahler.


  • Artikelbild: Eine andere Lernkultur, auch nach der Krise

Eine andere Lernkultur, auch nach der Krise

Kinder und Eltern brauchen jetzt eine Perspektive, wie es in Kita und Schule weitergeht. Klar ist: Der Unterricht wird lange anders laufen als vor Corona. Doch in der unvermeidbaren Digitalisierung liegt auch eine besondere Chance. Ein Gastbeitrag der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken. Saskia Esken.


  • Denkt an die Azubis!

Denkt an die Azubis!

Kurzarbeit, Betriebsschließungen, Wirtschaftskrise: Damit 2021 nicht womöglich zehntausende Ausbildungsplätze wegbrechen, möchte der DGB einen Schutzschirm für Ausbildung aufspannen – gemeinsam mit Bund, Ländern und Arbeitgebern. Ein Gastbeitrag von Matthias Anbuhl. Foto (Symbolbild): Pixabay/MLinderer.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Verpasste Chance

Verpasste Chance

Die Vorstellung des Bundesberichts Forschung und Innovation durch Anja Karliczek hätte die Gelegenheit sein können, in der Coronakrise mutig vorauszudenken. Doch Zukunft kommt in dem Dokument nur als blasses Gerüst vor. Ein Gastbeitrag Manfred Ronzheimer.


  • Artikelbild: Wir erfahrene Forscher müssen jetzt für unsere Teams einstehen

Wir erfahrene Forscher müssen jetzt für unsere Teams einstehen

Der Bundestag hat das Wissenschaftszeitvertragsgesetz flexibilisiert. Doch wird angesichts der Pandemie mehr nötig sein, um junge Wissenschaftler, diese systemrelevante und zugleich höchst vulnerable Gruppe, zu schützen. Ein Gastbeitrag von Hans-Christian Pape. Der Neurophysiologe Hans-Christian Pape ist seit 2018 Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung.


  • Artikelbild: Keine Angst vorm unreinen Wasser

Keine Angst vorm unreinen Wasser

Der Schweizer Physiker Dieter Imboden hat die Geschicke der Wissenschaft weit über sein Heimatland hinaus geprägt. Jetzt hat er seine Autobiographie veröffentlicht. Ein Gastbeitrag von Wolfgang Rohe.