Gefährliche Dynamik
Friseure, Gartencenter, Alkoholkonsum: Kommt eine Öffnungsspirale in Gang? Was bedeutet sie für den Lockdown, für die Zahl der Neuinfektionen – und für die angebliche Priorität von Kitas und Grundschulen?
KITAS UND SCHULEN sollen Priorität haben, haben Bund und Länder mit Blick auf erste Lockerungen des Corona-Lockdowns versprochen. Darin waren sich die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten vergangene Woche übrigens einig. Beim Wann und Wie hingegen gab es so unüberbrückbare Differenzen, dass Merkel ihren Länderkollegen irgendwann genervt signalisierte: Dann macht halt. Aber dann tragt ihr auch die alleinige Verantwortung.
Als der größte Fehler der Krisenrunde vom vergangenen Mittwoch könnte sich allerdings herausstellen, dass sie – anders als bei ihrer letzten Videokonferenz am 19. Januar versprochen – keinen gesamtgesellschaftlichen Stufenplan beschlossen hat. Einen Stufenplan, der nicht nur die einzelnen Öffnungsschritte bei Kitas und Schulen von Inzidenzen und weiteren Voraussetzungen abhängig gemacht, sondern auch Zeitpunkt und Abfolge aller weiteren Lockerungen für Einzelhandel, Restaurants & Co festgelegt hätte. Ein solches "Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie" soll nun beim nächsten Spitzengespräch nachgeliefert werden. Doch dann könnte es zu spät sein: Es mehren sich die Anzeichen eines Dammbruchs bei den Corona-Maßnahmen insgesamt.
Eine wirkliche Prioritätensetzung für Kitas und Schulen hätte nämlich genau dies bedeutet: Sie wären in einem bundesweiten Studenplan explizit als vorrangig verankert worden, während andere gesellschaftliche Bereiche hätten zurückstehen müssen. Ja, mit Hinweis auf die gerade wegen der Öffnung von Bildungseinrichtungen ...
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