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Zwei Debatten, die viel miteinander zu tun haben

Wer das "#IchbinHanna"-Problem angeht, tut auch etwas für die Wissenschaftskommunikation. Deshalb lohnt es sich, künftig beide Themen stärker zusammenzudenken.

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Artikelbild: Zwei Debatten, die viel miteinander zu tun haben

Zuschauer beim Science Slam Hamburg . Foto: CCO.

ZWEI THEMEN HABEN die wissenschaftspolitischen Debatten der vergangenen Monate beherrscht. Erstens: die prekären Karriereaussichten vieler Wissenschaftler. Zweitens: die Rolle der Wissenschaftskommunikation im Wechselspiel zwischen Forschung, Politik, Journalismus und Gesellschaft.

Beide sind interessanterweise eng miteinander verwoben. Erst die unbeholfene Krisenkommunikation des Ministeriums von Anja Karliczek hat die Empörung über ein verunglücktes Erklärvideo zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz derart anschwellen lassen, dass daraus eine digital vernetzte und medial breit begleitete Protestbewegung entstehen konnte – deren Hashtag "#IchbinHanna" zeitweise Platz 1 der deutschen Twitter-Rangliste erreichte.

Was umso ironischer ist, weil Karliczek zeitgleich unter dem deutlich weniger bekannten Hashtag "#Factory Wisskomm" wichtige Akteure aus Forschung, Politik, Journalismus und Gesellschaft zusammengeholt hatte, um mithilfe gemeinsam erarbeiteter "Handlungsempfehlungen" der qualitätsvollen Wissenschaftskommunikation wenn schon keinen Schub, dann zumindest einen Schubs nach vorn zu geben.

Doch die Verbindung zwischen beiden Debattenthemen geht noch weiter. Es wird immer klarer, dass die nach wie vor zu einseitig auf Forschung konzentrierte Berufungspraxis kombiniert mit einer Befristigungsquote von über 90 Prozent unter jungen, aber eben auch unter gar nicht ...

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Kommentare

#1 -

Reinhard Jahn | Mo., 12.07.2021 - 16:35
Leider haben auch Sie, lieber Herr Wiarda, die an Desinformation grenzenden Zahlen über die Befristungsquoten übernommen, die seit Wochen immer wieder in der Presse hochgespielt werden, dadurch aber nicht richtiger werden.

Bei den befristeten Wissenschaftler*innen werden alle Promovierende mitgezählt, die mit Arbeitsverträgen angestellt sind. Initiiert von der DFG, haben viele Institutionen die früher üblichen Promotionsstipendien auf reguläre und versicherungspflichtige Arbeitsverträge umgestellt. Diese positive Entwicklung rächt sich nun, da die Umstellung die statistisch ermittelte Befristungsquote weiter erhöht.

Es ist dringend erforderlich, endlich öffentlich klarzustellen, dass im Wissenschaftssystem die überwiegende, leider noch immer nicht ganz genau bezifferbare Mehrzahl aller befristet Beschäftigten Promovierende ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 14.07.2021 - 02:00
Lieber Herr Jahn,



haben Sie besten Dank für Ihren Kommentar, den ich wegen meines Urlaubs erst jetzt freischalten konnte. Deshalb kann ich Ihnen heute auch nur kurz antworten.



Das allerdings möchte ich unbedingt tun, denn ich fürchte, dass Sie Ihrerseits stark – allzu stark – vereinfachen.



Den Begriff der Desinformation weise ich, insofern Sie ihn auf meine Arbeit als Journalist beziehen, als unangemessen von mir. Zu der vermeintlich erhobenen Forderung nach Dauerstellen für alle (auch für Doktoranden) habe ich mich unter anderem hier geäußert:



https://www.jmwiarda.de/2021/06/28/damit-hanna-bleiben-kann/



Recht haben Sie, dass man stark unterscheiden muss zwischen Doktoranden und Postdocs, und das tue ...

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