Nur die Besten ins Ministeramt
Die Auswahl der Bundesministerinnen und -minister passt nicht immer zur Exzellenz- und Innovationsrhetorik der Parteien. Das muss sich ändern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung am Kapelleufer in Berlin Mitte.
Foto: Fridolin Freudenfett / CC BY-SA 4.0 .
DEUTSCHLAND SCHULEN, Hochschulen und Forschungsinstitute sollen internationale Spitze sein. Sind sie nicht. Oder zumindest viel zu selten, aber das ist eine andere Diskussion. Heute geht es mir allein um den Anspruch hinter solchen Aussagen, und der ist gut. Allerdings muss sich die Politik, die ihn immer aufs Neue beschwört, dann auch an ihm messen lassen.
Das fängt schon bei dem Personal an, das Forschergeist, Aufbruch und Innovation in Deutschland voranbringen soll. Wer beste Qualität für Bildung und Wissenschaft fordert und verspricht, muss dieselben Maßstäbe bei der Besetzung der politischen Schlüsselpositionen anlegen.
Neulich habe ich mich mit einem Oppositionspolitiker über eine meines Erachtens äußerst geeignete Kandidatin seiner Partei für das Amt der Bundesforschungsministerin unterhalten. Das mit der Eignung sah er genauso, prophezeite jedoch: Das wird nichts. Das Bundesland, aus dem sie kommt, habe schon andere aussichtsreiche Aspiranten auf andere Ministerposten.
Das ist allzu oft die Logik der Parteien: die Zukunft beschwören, aber diese dann in Regierungsverantwortung nicht ...
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Kommentare
#1 - Generäle ins Verteidigungsministerium, Ärzte ins…
#2 - Es gibt einen schönen Aufsatz, den es immer lohnt zu…
Max Weber: "Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland - Zur politischen Kritik des Beamtentums und Parteienwesens". Hier finden sich Abschnitte wie: "Beamtenherrschaft und politisches Führertum" oder "Verwaltungsöffentlichkeit und politische Führerauslese". Überschriften und Inhalt, die, lieber Herr Wiarda, wahrscheinlich Ihren Gedanken zu Grunde lagen. Weber veröffentlichte den Aufsatz 1918. Wirklich lesenswert.
#3 - Nun ja, wir erleben leider täglich die Niederungen des…
Daher stimme ich Martin Wiarda sehr zu, wenn er -wie in Anträgen der Forschung, bei Bewerbungsverfahren, im Peer-Review,....etc.- eine Bestenauswahl einfordert.
#4 - Man findet in der Geschichte der Göttinger Universität…
Beispiel der Verbindung des Mathematikers Felix Klein mit
Ministerialdirektor Friedrich Althoff in Berlin. Daraus entstand im Prinzip am Beginn des 20. Jahrhunderts ein erheblicher Teil des Göttinger Nobelpreis-Wunders.
#5 - Die Forderung nach einer Expert*innen-Regierung kommt immer…
#6 - Sowohl beim Beitrag als auch bei allen Kommentaren…
Demzufolge sind Minister und Ministerinnen ausschließlich der Exekutive verpflichtet und haben Sacharbeit zu leisten und politische Entscheidungen und Gesetze sachlich vorzubereiten (ggf. mehrere Vorschläge und nicht nur einer, wie derzeit), aber nicht darüber zu entscheiden. Dafür ist ausschließlich das Parlament zuständig. Verwaltungschefs sollten daher niemals gleichzeitig Politiker sein. Durch die derzeitige Verquickung der Ministerämter mit dem Parlament ist die Gewaltenteilung ausdrücklich ...
#7 - Ich finde die Überlegung, für ein Ministeramt eine…
Mein Demokratieverständnis besagt, dass Personen, die so ein Amt übernehmen, auch politisch-gesellschaftliche Vorstellungen haben und diese umsetzen wollen und auch sollen. Eine Vision, sozusagen. Aus der Sicht vieler Beobachter:innen ist die Bilanz in der Landwirtschaftspolitik nicht unbedingt besser, wenn ein Landwirt (oder eine Weinkönigin) das Amt bekleiden. Und aus Berliner Perspektive: Dass die Schulsenatorin vom Fach ist, merkt man nicht. Ich nehme aber einen eklatanten Mangel an ...
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