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Bayerns Wissenschaftsminister stellt am Dienstag Hochschulgesetz-Novelle vor

Sein Vorgänger Bernd Sibler lieferte umstrittene Eckpunkte und musste wegen der verzögerten Reform gehen. Jetzt steht Markus Blume unter Erfolgsdruck. Wird sein Gesetzentwurf dem Namen "Hochschulinnovationsgesetz" gerecht?

ALS MARKUS BLUME Ende Februar den abgesetzten bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler beerbt e, war seine Mission klar: so schnell und so geräuschlos wie möglich die geplante Novelle des Hochschulgesetzes auf den Weg zu bringen.

Um die hatte es nämlich schon vor Erscheinen erster Eckpunkte im Herbst 2020 jede Menge Ärger , Irritationen und Intransparenz-Vorwürfe gegeben, danach Protestnoten, Resolutionen und öffentliche Briefe: gegen eine "mögliche Gefährdung der Hochschulen und Universitäten und ihrer gesellschaftlichen Aufgaben", gegen die befürchtete Kommerzialisierung der Wissenschaft – und inklusive Warnungen, die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer nicht links liegen zu lassen.

Woraufhin Sibler das Ziel einer Landtags-Verabschiedung noch vor der Sommerpause 2021 aufgegeben hatte – und die parlamentarischen Beratungen immer weiter nach hinten verschob. Zur Genugtuung der Hochschulszene, zum Ärger aber von Ministerpräsident Söder, der derweil selbst durch schlechte Umfragewerte parteiintern immer weiter unter Druck geriet.

Das Vorhaben mit dem schmissigen, allerdings aus Nordrhein-Westfalen geklauten Namen "Hochschulinnovationsgesetz" betrachtet der Regierungschef als öffentlichkeitswirksame Ergänzung zu seiner milliardenschweren "High Tech Agenda Bayern", die wiederum zu den ...

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Kommentare

#1 -

LeanderK | Di., 03.05.2022 - 03:13
Debatten sind gut, aber ich sehe es sehr kritisch wenn vollkommen der Mut zu tieftriefenden Reformen fehlt. So wie ich die ursprüngliche governance Reform verstanden habe wurde niemand gezwungen, es wurde nur der Handlungsspielraum vergrößert. Alle Reformen werden immer kritische Stimmen hervorrufen, genauso wie alle Infrastrukturprojekte immer in irgendjemandes Garten die Aussicht zerstören werden. Ich bin gespannt was da vorgestellt wird, ich hoffe es wurde nicht alles gestrichen.

#2 -

Karl | Di., 03.05.2022 - 12:35
@LeanderK: dann haben Sie Teile der ursprünglichen Reformansätze offenbar wirklich falsch verstanden. Ursprünglich war eine Umwandlung aller Hochschulen in Körperschaften des ö. R. vorgesehen (verpflichtend, also keine Wahloption), eine Übertragung der kompletten Personalverantwortung auf Hochschulen sowie weitere Kompetenzübertragungen wie die Zuständigkeit für den Hochschulbau geplant. Das wollten in dieser Zuspitzung zum Großteil nicht einmal die Hochschulleitungen, da es neben erwartbarem großen Organisationschaos vor Ort in der Umstellungsphase auch ein massiver Ausbau administrativer Strukturen an den Einzelhochschulen nötig gewesen wäre - wofür der Freistaat wohl kaum die entsprechenden finanziellen Mitteln in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt hätte...

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