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Bundestags-Haushälter: Zukunftsvertrags-Dynamisierung kommt – aber erst 2023

In seiner Bereinigungssitzung legt der Haushaltsausschuss außerdem fest, dass die Polarstern II finanziert werden kann, er sperrt Mittel für Förderagenturen und forciert das Startchancenprogramm für die Schulen.

DER HAUSHALTSAUSSCHUSS des Bundestages hat in seiner sogenannten Bereinigungssitzung einen Maßgabenbeschluss zur Dynamisierung des Zukunftsvertrags "Studium und Lehre stärken" gefasst. Dieser legt fest, dass aus dem Bund-Länder-Programm von 2023 an jedes Jahr drei Prozent mehr an die Hochschulen fließen sollen – analog zum seit anderthalb Jahrzehnten geltenden Pakt für Forschung und Innovation (PFI) für die außeruniversitären Forschungsorganisationen und die DFG.

Zwar stand die Dynamisierung bereits im Ampel-Koalitionsvertrag, doch hatte es zuletzt Unsicherheiten und Irritationen gegeben, ob und wann es tatsächlich damit losgehen würde. Denn in der BMBF-Haushaltsplanung fehlte der nötige Ausgabenposten auch für die kommenden Jahre noch völlig. Zudem hatte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) im April in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) nach Berichten von Länderkollegen zeitweise so geklungen , als wolle sie die Dynamisierung nach hinten schieben.

Die Hochschulen erhielten jetzt Planungssicherheit und "ein deutliches Signal von Seiten der Bundespolitik, wie wichtig uns ihre Unterstützung ist", sagte die für den BMBF-Haushalt zuständige Berichterstatterin der SPD, Wiebke Esdar.

Allerdings bedeutet der Startpunkt 2023 eben auch, dass die ...

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Kommentare

#1 -

Düsentrieb | Fr., 20.05.2022 - 11:41
Das ist eine Gelbe Karte für Thomas Sattelberger und seine verkorksten Agenturen. Hoffentlich lernt er daraus.



Vor allem bei SPRIND hat Sattelberger auch taktisch gepatzt: Hätte er gleich nach Amtsantritt evaluieren lassen, wäre der dabei offenkundig gewordene Murks Sache der CDU gewesen. Jetzt, nachdem er sich Monate lang mit SPRIND gemein gemacht und die Evaluation verhindert hat, dürfte es bei der nun doch erfolgenden Prüfung auch um sein eigenes Handeln gehen. Vorausgesetzt, wenigstens einige der Prüfer sind zugleich kompetent und unabhängig. Haushaltsausschuss und Presse sollten da genau hinsehen.

#2 -

Random Commenter | Fr., 20.05.2022 - 12:50
@Düsentrieb



Ein Gewinner der aktuellen SPRIND Challenge, CarboCulture, hat allein letztes Jahr 6,2 Mio. Dollar an gewerblichem Kapital eingesammelt, v.a. bei amerikanischen Wagniskapitalgebern im SV. Das Projekt läuft schon fast 10 Jahre, gefördert von namhaften amerikanischen Institutionen (u.a. Stanford). Der Proof of Concept wurde bereits 2019 erbracht. Andere Firmen sind sogar noch weiter beim Thema "Carbon Capture". SPRIND legt jetzt “bis zu” 600 Tsd. Euro Preisgeld oben drauf. Was für einen Mehrwert soll das schaffen? Warum werden deutsche Steuergelder ausgegeben, um so spät so niedrig hängende Früchte zu pflücken? Noch dazu in San Francisco? SPRIND wurde gegründet, um Forschung zu ...

#3 -

Peter Burger | Fr., 20.05.2022 - 15:29
Leider ist die spätere Einführung der Dynamisierung der ZSL-Mittel um ein Jahr kein gutes Zeichen für die Wissenschaft. Aus meiner Sicht ist dies auch finanziell nicht nachvollziehbar, denn wir reden nur von 3% Einsparsumme, was bei 3.8 Milliarden Euro nur rund 115 Millionen Euro beträgt.



Mich würde interessieren, ob es nach wie vor beim Beschluss bleibt, die ZSL-Mittel einmalig von 3.8 auf 4.1 Milliarden Euro (ca. 8%) im Jahr 2024 zu erhöhen.



Wird die geplante Erhöhung der Mittel des Pakts für Forschung und Innovation) nun (auch) für ein Jahr ausgesetzt?



#4 -

Frederic | Mo., 23.05.2022 - 15:14
Es ist außerordentlich besorgniserregend, dass die Haushaltspolitiker:innen immer stärker detaillierte Fachpolitik "Wissenschaft" betreiben und für diese inzwischen systematische Anmaßung aus dem Kreis der wissenschaftsaffinen Leserschaft des Blogs Beifall bekommen.

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