Das Pandemie-Argument passt hier nicht
Zwei Bundesministerinnen lehnen eine Dienstpflicht mit dem Hinweis ab, junge Menschen hätten in der Corona-Zeit genug mitgemacht. Das stimmt. Doch die systematische De-Priorisierung von Kindern und Jugendlichen hat mit Steinmeiers Vorschlag so gar nichts zu tun.

BUNDESBILDUNGSMINISTERIN Bettina Stark-Watzinger (FDP) ist entschieden dagegen. Über zwei Jahre lang hätten sich junge Menschen für die Gesellschaft zurückgenommen und auf vieles verzichtet. "Ein staatlicher Eingriff in den Lebenslauf ist so ziemlich das letzte, was sie jetzt brauchen", schrieb sie bereits am Sonntag auf Twitter . "Eine Dienstpflicht wird es mit uns nicht geben."
Der Kommentar von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) wies ebenfalls am Sonntag darauf hin, dass viele junge Menschen sich bereits "mit Herzblut" in den Freiwilligendiensten engagierten. Eine Dienstzeit würde aus der Motivation eine Pflicht machen. Außerdem: Junge Menschen hätten in Zeiten der Pandemie auf vieles verzichtet und sich solidarisch mit den Älteren verhalten. "Wir sollten sie über die Gestaltung ihres Lebensweges weiterhin frei entscheiden lassen."
Nur ein paar Stunden vorher hatte die Bild am Sonntag einen entsprechenden Vorstoß von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier veröffentlicht. Die rasche und teilweise bis in Argumentationsdetails gehende Einheitlichkeit der Ablehnung durch FDP, Grüne und andere deutet darauf ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen