Die Wissenschaft muss sich ihrer Bedeutung für die nationale Sicherheit bewusst sein
Was eine deutsche Außenwissenschaftspolitik zu leisten imstande ist – und welche Aufgabe damit auf Hochschulen und Forschungsinstitute zukommt. Ein Gastbeitrag von Joybrato Mukherjee.
BEI DER TAGUNG des German Academic International Network (GAIN) Anfang September kamen in Bonn viele junge exzellente Wissenschaftler:innen aus aller Welt zusammen. Wie jedes Jahr war GAIN ein Ort des intensiven Austausches, doch angesichts des Ukrainekrieges wurden in den Gesprächen und Diskussionen viele grundsätzliche Fragen gestellt: zur Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik, zu Deutschlands Verhältnis zu herausfordernden Partnerländern und zum Großen und Ganzen der Science Diplomacy.
Ich habe es als ausgesprochen ermutigend empfunden, dass so viele GAIN-Teilnehmer:innen ein so großes Interesse an ihrer eigenen

Joybrato Mukherjee ist Präsident der Universität Gießen und Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).Foto: DAAD_Wilke3.
Rolle als Science Diplomats gezeigt haben.Diese Erfahrung bestätigt meinen Eindruck, dass der Wissenschaftsdiplomatie in einer Zeit tektonischer Verschiebungen in der Geopolitik ein neues außenpolitisches Gewicht zukommt – und dass die Wissenschaft sich dieses neuen Gewichtes bewusst werden muss.
Die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat die Bedeutung der Außenwissenschaftspolitik, des grenzüberschreitenden Austausches von Studierenden, Forschenden und Lehrenden sowie der internationalen Zusammenarbeit in der Wissenschaft in den vergangenen Monaten an verschiedenen Stellen zum Ausdruck gebracht, so unter anderem bei ihrer Rede zur Erstellung einer Nationalen Sicherheitsstrategie am ...
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