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Gleiche Unterstützung für Julia und Lukas?

Welche Rolle das Geschlecht bei der Bewertung sozialer Ausgrenzung in Schulen spielt. Eine Replik von Hanna Beißert.

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Artikelbild: Gleiche Unterstützung für Julia und Lukas?

Foto: Pxhere , CCO.

IN EINEM GASTBEITRAG in diesem Blog hat Hermann H. Dieter seine Kritik an einer Studie formuliert, die Reaktionen von Lehrkräften in Ausgrenzungssituationen und die Rolle des Geschlechts dabei untersucht hat. Da in dieser Kritik einige zentrale Elemente aus dem Studiendesign nicht zum Tragen gekommen sind und die gefundenen Ergebnisse nicht korrekt dargestellt sind, die Argumentation von Herrn Dieter aber genau auf dieser verkürzten Darstellung fußt, möchte ich als Erstautorin dieser Studie gern die Gelegenheit für eine Replik ergreifen.

Die Studie untersuchte die Rolle des Geschlechts bei Reaktionen von Lehrkräften auf soziale Ausgrenzung. Dabei wurden zwei Aspekte untersucht. Zum einen die Rolle des Geschlechts des ausgegrenzten Kindes (wurde ein Junge oder ein Mädchen ausgeschlossen?). Zum anderen die Rolle des Geschlechts der befragten Lehrkraft (handelte es sich um einen Lehrer oder um eine Lehrerin?). Erfasst wurde einerseits, wie die Lehrkräfte die Ausgrenzungsituation bewerteten, und andererseits, für wie wahrscheinlich sie es hielten, dass sie selbst in eine solche Situation eingreifen würden, hätte sie sich in ihrer Klasse ereignet.

Bei der Betrachtung des Geschlechts des ausgeschlossenen ...

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Kommentare

#1 -

Lehrerkind | Do., 15.09.2022 - 15:30
"Wie akzeptiert das Gendern unter Lehrkräften ist, dazu gibt es meines Wissens bisher keine Forschung. Jedoch ist eine gegenderte Sprache in der Lebenswelt von Lehrkräften – etwa durch Veröffentlichungen seitens der Ministerien – sehr gebräuchlich und kann somit zumindest als gewohnte Realität angesehen werden"



Die Annahme, dass Veröffentlichungen seitens der Ministerien die Lebenswelt von Lehrkräften in irgendeiner Weise beeinflussen, sogar in ganz konkreter Weise gegenderte Sprache gebräuchlich machen, ist durchaus kühn. Die Lebenswelt von Lehrkräften ist geprägt von massiven strukturellen Defiziten (baulich, digital, finanziell), Personalmangel, überfüllten Klassen, fordernden Eltern, überarbeiteten Kolleg*innen, etc. Veröffentlichungen von Ministerien prägen keine Lebenswelten.



In meiner ...

#2 -

Thomas Foth | Do., 15.09.2022 - 18:47
Es wäre wirklich interessant zu erfahren, warum bei männlichen Schülern weniger eingegriffen wird. Es gibt Befunde, dass Männer in der Regel deutlich häufiger weniger angepasst sind. Das heißt die Anzahl an Schülern, die außerhalb der gesellschaftlichen Mitte stehen, dürfte größer sein. Eventuell führt das dazu, dass man hier weniger Anpassung erwartet bzw. einfordert und das Thema weniger adressiert als es notwendig wäre.

#4 -

hmm | Sa., 17.09.2022 - 14:04
@Lehrerkind: Sie schreiben "Lehrkräfte müssen zum Thema der gendersensiblen Sprache, nicht zuletzt als Ausdruck einer Wegbewegung von klassischen Rollenzuschreibungen, nicht nur sensibilisiert werden. Der Themenkomplex muss Teil ihrer Aus- und Fortbildung sein."



Auf keinen Fall. Der Spuk wird hoffentlich bald vorbei sein. Ich empfehle den Aufruf von mehr als 100 Sprachwissenschaftlern gegen Gendern: https://www.linguistik-vs-gendern.de

Sehr lesenswert auch dieses aktuelle Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Katerina Stathi von der Uni Münster: https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=12807&fbclid=IwAR0liWBBEU2AlsCbF3CY1ZJKyPjdFFUlTAtKYueygJVGDlTOQuzpBX_tw5Y



Gendern wird von einer kleinen Minderheit, hauptsächlich aus dem Öffentlicher Rundfunk, der Politik und gewissen, ideologisch orientierten Disziplinen an den Universitäten heraus betrieben. Es hat nichts mit natürlichem Sprachwandel ...

#5 -

Hermann H. Dieter | Sa., 17.09.2022 - 17:18
"Die Daten zeigten (...), dass es in der Wahrscheinlichkeit, mit der die Lehrkräfte in die Ausgrenzungssituation eingreifen würden, zwischen Lehrerinnen und Lehrern keine Unterschiede gibt."

Diesen Befund hatte ich tatsächlich missverstanden, wohl aber hatte ich richtig verstanden, dass die Frauen unter den Lehrern aufgrund ihrer eigenen "weiblichen" Sozialisation eine Ausgrenzung von "Julia" relativ häufiger ablehnen als ihre männlichen Kollegen. Meine Vermutung, es liege hier ein kreisläufiger Forschungsbefund vor, ist demnach weiterhin berechtigt.

"Eine gegenderte Sprache (ist) in der Lebenswelt von Lehrkräften – etwa durch Veröffentlichungen seitens der Ministerien – sehr gebräuchlich und kann somit zumindest als gewohnte Realität angesehen werden."

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