Sparflucht nach vorn
DAAD und DFG verkünden Kürzungen in ihren Programmen und senden so eine Warnung an die kommende Bundesregierung. Vorboten eines noch größeren Spardrucks unter Schwarz-Rot? Derweil droht jetzt auch Nordrhein-Westfalens Hochschulen der Rotstift.
WENIGE TAGE vor der Bundestagswahl teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit, dass sie "Maßnahmen zur Ausgabenstabilisierung und zur Aufrechterhaltung der Förderchancen" ergreifen müsse. Schuld seien die Inflationsentwicklung und die allgemeinen Kostensteigerungen. Konkret solle die Ausschreibung für Neueinrichtungen sogenannter Schwerpunktprogramme einmalig ausgesetzt werden, die nächste Antragsrunde wäre im Herbst 2025 fällig gewesen und entfalle jetzt.
Wenige Tage nach der Bundestagswahl, diesen Mittwochmorgen, gab dann der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bekannt, dass er aufgrund der "großen finanziellen Herausforderungen" 13 Stipendien- und Hochschulinternationalisierungsprogramme streichen werde, die bislang durch das Auswärtige Amt finanziert worden seien, 2.400 Stipendien pro Jahr würden wegfallen.
So ernst beide Kürzungsnachrichten sind, ihre zeitliche Platzierung ist natürlich kein Zufall. DFG und DAAD wollen den Druck erhöhen auf die künftige Bundesregierung und kurzfristig auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Die Botschaft an die Unterhändler: Jede Absenkung unserer Budgets, über die ihr vielleicht angesichts der Haushaltsnöte nachdenkt, hätte fatale Auswirkungen. Schon mit dem Status Quo kommen wir nicht hin, wie ihr an unseren Sparplänen seht.
Das jährliche Budget-Plus reiche nicht mehr, warnt die DFG
Der Status Quo bei der DFG, das ist der Pakt für Forschung und Innovation (PFI), über den Bund und Länder derzeit jedes Jahr drei Prozent zusätzlich in die großen ...
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