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Ein Koalitionsversprechen, drei Ministerien, viele Fragen

Nach dem Scheitern der Tierschutzgesetz-Novelle am Ampelbruch wollte die neue Koalition die Forschung befrieden – mit einem eigenen Tierversuchsgesetz. Die Länder drängen, doch bislang bleibt offen, wer liefert – und wann.

Screenshot

Screenshot der Website " Tierversuche verstehen ", einer von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen koordinierten Initiative. 

DIE NEUE REGIERUNG schien aus den Erfahrungen der Ampel gelernt zu haben. "Wir schaffen ein eigenständiges Gesetz für wissenschaftliche Tierversuche", schrieben die schwarz-roten Verhandlungsführer in den Koalitionsvertrag. Eingebettet in das Versprechen eines "Innovationsfreiheitsgesetzes" war die Botschaft eindeutig: mehr Freiheit für die Forschung, weniger Bürokratie, schnellere Verfahren.

Die wissenschaftspolitische Konsequenz aus einem heftigen Streit in der vergangenen Legislaturperiode. Das Landwirtschaftsressort hatte unter der damaligen Leitung von Cem Özdemir (Grüne) eine umfassende Novelle des Tierschutzgesetzes vorangetrieben, die massive Auswirkungen auch auf die Praxis von Tierversuchen gehabt hätte. Die Wissenschaftsorganisationen protestierten gegen unklare Begrifflichkeiten, verschärfte Strafandrohungen und in der Folge zunehmende Rechtsunsicherheiten für die Forschenden, etwa bei der Tötung sogenannter überschüssiger Versuchstiere. Was als schärferes Instrument gegen Tierquälerei gedacht sei, drohe zu einer Abschreckung biomedizinischer Arbeit zu werden.

Der Konflikt eskalierte bis in die Bundesregierung. Die damalige Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) kündigte Widerstand im Gesetzgebungsverfahren an. Schließlich schlug Özdemir einen Kompromiss ...

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Kommentare

#1 -

Justine Krause | Mi., 21.01.2026 - 10:50

Erstens ist der Begriff Tierquälerei irreführend und fehl am Platz in einer sachorientierten Debatte. Tiere empfinden keine Qual, das ist eine sentimentalistische Vermenschlichung, ein Kategorienfehler. Tierqual als Empfindung existiert ausschließlich in den Köpfen von Menschen.

Zweitens muss man sich stets vor Augen halten, dass Versuchtiere dafür verwendet werden, um die medizinische Versorgung von Menschen zu verbessern. Jedenfalls überwiegend, zu geringeren Anteilen zugunsten der Gesundheit von Nutztieren, Haustieren und Wildtieren. Wer also wissenschaftlich notwendige Tierversuche ablehnt, einschränken will oder deren eingriffsfreihe Durchführung bremst, macht sich verantwortlich für vermeidbares menschliches Leiden und --ja!-- Qual.

#1.1 -

Dr. Bob | Do., 12.02.2026 - 12:46

Antwort auf von Justine Krause (nicht überprüft)

Der Terminus "Tierquälerei" ist ein fester Terminus der Juristerei der in § 17 Tierschutzgesetz seine Ausprägungen findet. Zu erklären "Tiere empfinden keine Qual" ist so hanebüchen, dass klar wird warum wir alleine in Deutschland Millionenfaches Leid über Nutz- und Versuchstiere bringen, ohne das zu hinterfragen, weil manche Menschen von einschlägigen Gesetzen keinerlei Ahnung haben, weil sie keine Ahnung von der Biologie des Tieres - einschließlich des Menschen - haben. Armes Deutschland, arme Tiere. Dass der ethische Tierschutz seit 2002 Verfassungsrang hat, kam hier offensichtlich noch nicht an, und was der Dt. Bundestag in seiner amtlichen Begründung dazu erklärt hat ebenso ...

#2 -

Roman Stilling | Mi., 25.02.2026 - 09:17

Vielen Dank für den Lichtkegel auf dieses für die Forschung so wichtige Thema! Aktuell können wir dabei zusehen, wie im Bereich Tier-basierter Forschung in Deutschland das gleiche passiert wie vor Jahren im Bereich Embryonen- und Stammzellforschung bzw. Reproduktionsbiologie: wir verlieren Expertise und international den Anschluss. Profitieren wollen wir von den Fortschritten andernorts aber natürlich gern. Wer wartet nicht auf die Gentherapie für die seltene Erkrankung in der Familie? Wer nicht auf Transplantate, OP-Techniken, bessere Krebstherapien?

Keine Frage, wo Forschende das ohne Tierleid hinbekommen, ist das zwingend vorzuziehen! Und Maßnahmen zur Beschleunigung des phase-ins neuer Methoden begrüße ich unbedingt!

Was aber ...

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